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Dubai World setzt Schuldendienst aus

    Di, 01/12/2009 - 17:24 – S.Grönwoldt

    Nach den Anschlägen auf die Twin Towers 2001 reagierten die internationalen Börsen hochsensibel auf alle Ereignisse, die auch nur ansatzweise einem terroristischen Anschlag gleichkamen. Im auslaufenden Finanzkrisenjahr 2009 verhalten sich die Weltbörsen ähnlich: Negative Nachrichten aus der Finanz- und Immobilienwelt werden unmittelbar mit fallenden Kursen in allen Marktsegmenten quittiert.

    Auch die Ankündigung des Zahlungsmoratoriums der Staatsholding Dubai World ließ in der vergangenen Woche die Kurse an den internationalen Handelsplätzen einbrechen. Als zu Beginn dieser Woche dann auch noch die Hoffnung der Investoren auf eine Staatsgarantie durch die Regierung Dubais enttäuscht wurde, reagierten die Weltbörsen erneut mit Abschlägen: Der deutsche Leitindex DAX (CFD-Kürzel: GERMAN30) fiel um rund 1,1 Prozent, der EuroStoxx50 (CFD-Kürzel: EUSTOX50) verlor 1,3 Prozent und die asiatischen Leitindizes gaben ebenfalls deutlich nach. Lediglich der Anleihenmarkt konnte von der allgemeinen Unsicherheit profitieren: Der Bund-Future (CFD-Kürzel: EUROBUND) stieg sogar auf 123,70 Prozent des Nominalwertes.

    Dabei ist das Ausmaß der finanziellen Misere von Dubai World durchaus überschaubar und die Summe der zurzeit nicht bedienten Schulden mit unzähligen anderen aktuellen Verlustgeschäften internationaler Unternehmen vergleichbar: Die Verschuldung beträgt rund 40 Milliarden Euro, wobei allein die internationalen Investoren das Nachsehen haben, denn die Verträge mit der Holding verpflichten den Staat Dubai zu keinen Garantieleistungen.


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    Die Mittel für einen finanziellen Rettungsschirm wären allerdings durchaus vorhanden. Die Staatsverschuldung des Emirats ist im Vergleich zum Verschuldungsgrad vieler westlicher Industriestaaten relativ gering. Dubai ist eines von sieben Mitgliedern der Vereinigten Arabischen Emirate, deren volkswirtschaftliche Gesamtleistung rund doppelt so groß ist wie ihre Auslandsverschuldung. Gleichwohl hat auch das reiche Nachbarland Abu Dhabi die Hoffnungen der Investoren enttäuscht, für den ausgesetzten Schuldendienst des Förderationspartners Dubai einzuspringen. Der Ölstaat gilt als überaus genau bei der Prüfung der Investitionen seiner Petrodollar und wird daher vermutlich nur bei deutlichen Gegenleistungen einspringen.

    Doch weder die Entwicklung der Wirtschaft im Emirat Dubai noch die Weltkonjunktur werden ernsthaft durch die Tatsache gefährdet, dass sich internationale Investoren mit ihren Immobiliengeschäften auf der Palmeninsel von Nakheel verspekuliert haben. Das Emirat Dubai ist rund um den Globus in den vergangenen Jahren als Großinvestor aufgetreten und selbst der Hafenbetreiber DP World - eine Tochtergesellschaft von Dubai World – besitzt in 30 Staaten der Welt hochprofitable Hafenanlagen. Lediglich die Palmeninsel im Persischen Golf wird wohl in die Liste der hundert dümmsten internationalen Investitionsprojekte eingehen.

    Sven Grönwoldt
     

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