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Game-Industry

    Mo, 07/12/2009 - 17:22 – C.Janß

    Der Markt der Videospiele gewinnt rasant an Bedeutung. Unternehmen wie Electronic Arts (CFD-Kürzel: ERTS (US)), Activision Blizzard (CFD-Kürzel: ATVI (US)) oder Ubisoft (CFD-Kürzel: UBI (Fra)) erwirtschaften mittlerweile Milliardenumsätze, Spiele wie FIFA 10 werden nicht selten bis zu 4,5 Millionen Mal verkauft. Den neuen Umsatzrekord stellte jüngst Activisions Zweiter Weltkriegs-Shooter Call of Duty – Modern Warfare 2 mit einem Verkaufserlös von über 550 Mio. US-Dollar in nur fünf Tagen auf. Größenordnungen, die nicht mehr allzu weit entfernt sind von denen der Kino- oder Videoindustrie. Für die kommenden Monate wird bereits mit Umsätzen einzelner Videospiele jenseits der Milliardengrenze gerechnet.


    Quelle: NPD Group 2008

    Die Verkaufserfolge werden durch viele technische und wirtschaftliche Faktoren begünstigt.

    Cocooning-Effekt
    Unter dem englischen Begriff Cocooning (dt.: sich in einen Kokon einspinnen) verstehen Trendforscher das Gesellschaftsphänomen, sich in der als bedrohlich empfundenen Welt in das vertraute häusliche Umfeld zurückzuziehen. Der Mensch umgibt sich zunehmend mit vertrauten Personen aus seinem Familien- oder Freundeskreis und er investiert verstärkt in die eigenen vier Wände. Neben dem Kauf technischer Artikel wird verstärkt in Equipment aus dem Bereich Videospiel investiert.


    Handwerkszeug für den Gamer von heute...

    HD-Grafik und Digital-Sound
    Die Video- und Grafiksequenzen vieler Spiele gleichen mittlerweile denen großer Hollywood-Produktionen. Nicht selten werden Filmstars wie Michael Ironside verpflichtet, um in Spielen wie Command & Conquer 3 die Handlung durch Filmszenen aufzulockern. Bei der grafischen Auflösung sind Videogames bereits im High-Definition-Bereich (HD) angelangt und machen großen Filmproduktionen auf Blu-Ray-Disc Konkurrenz. Auch beim Sound verwöhnen viele Games ihre Konsumenten mittlerweile mit einer Tonqualität im Dolby-Digital 5.1 Format.


    Quelle: NPD Group 2008

    Prozessorhersteller wie Intel (CFD-Kürzel: INTC (US)) oder AMD (CFD-Kürzel: AMD (US)) profitieren besonders von den gestiegenen Leistungsanforderungen der Spieleindustrie. Daneben entwirft der Weltmarktführer für Grafikkarten Nvidia (CFD-Kürzel: NVDA (US)) immer neue Modelle, um dem Bedarf des Marktes Rechnung zu tragen.

    Breitband-Internetanschluss
    Gerade Blockbuster wie Activisions Online-Rollenspiel World of Warcraft wären in der Vergangenheit noch ohne einen schnellen Internetanschluss undenkbar gewesen. Erst der großflächige Aufbau eines weltweiten Breitbandnetzes haben Multiplayerspiele über das Internet möglich gemacht.

    Verbrachte der Nutzer die Abende allein oder mit Freunden vor der Spielkonsole, so stehen ihm heute Millionen von Mitspielern im Internet zur Seite. Neben Multimedia-PCs verfügen mittlerweile auch alle neuen Game-Konsolen über einen Internetanschluss.

    Im Jahr 2010 wird der Umsatz mit Videospielen voraussichtlich 44 Mrd. US-Dollar betragen, 17 Mrd. US-Dollar allein durch Vertrieb von Onlinespielen. Der Umsatz mit elektronischen Spielen soll dank Neueinführungen im nächsten Jahr um über zehn Prozent ansteigen.


    Turniere und Meisterschaften im großen Stil sind keine Seltenheit mehr - die Spielergemeinde wächst...

    Für die Zukunft können wir gespannt sein auf Microsofts Projekt Natal, einer 3D Kamera, die herkömmliche Kontroller und Gamepads überflüssig machen soll und das derzeitige Videospiel-Segment revolutionieren wird.

    Unternehmen: Electronic Arts (EA)           
    Der Softwarekonzern Electronic Arts (CFD-Kürzel: ERTS (US)) aus Redwood, Kalifornien ist mit einem Marktanteil von 21 Prozent der derzeit größte Hersteller von Videospielen weltweit. Bekannt geworden ist das Unternehmen durch Spiele wie The Sims, Fifa, Command & Conquer oder Need for Speed, die unter den Marken EA Games, EA Sports, The Sims und EA Casual Entertainment (EA Mobile) geführt werden.

    Seit seiner Gründung im Jahr 1982, ist Electronic Arts durch die Übernahme anderer Computerspielentwickler stark gewachsen. Darunter befanden sich klingende Namen wie Westwood, Maxis, Bullfrog, Digital Illusions und Origin. EA ist mit 24,86 Prozent an der französischen Ubisoft beteiligt. Eine Übernahme des Konkurrenten Take-Two Interactive Software war jedoch mehrmals gescheitert.

    Im Geschäftsjahr 2009 hatte EA 31 Titel im Programm, die sich über eine Million Mal verkauften. Bei drei Spielen wurde sogar die 5-Millionen-Marke überschritten. Den größten Verkaufserfolg erzielte das Fußballspiel FIFA 10 mit über 4,5 Millionen Einheiten in der ersten Woche. EA Mobile war mit einem Umsatz von 50 Mio. US-Dollar im 2. Quartal 2009 sogar der größte Anbieter für Spiele auf Apples iPhone.

    Trotz dieser augenscheinlich guten Verkaufserfolge kann das Unternehmen für das 2. Quartal 2009 keine positiven Signale vermelden. Der Umsatz ging von 894 auf 778 Mio. US-Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Insgesamt schloss das Unternehmen das Quartal mit einem Verlust in Höhe von 391 Mio. US-Dollar ab.

    Im Zug der schlechten Finanzzahlen wird EA 1.500 seiner rund 9.000 Mitarbeiter entlassen um damit jährliche Einsparungen von 100 Mio. US-Dollar realisieren zu können. Die Produktpalette wird verkleinert und unrentable Projekt gestoppt.


    Die Verpackungen wurden handlicher: So bleibt mehr Platz im Regal für Neues...

    Das wachsende Geschäft mit elektronischen Gesellschaftsspielen, in dem EA bisher wenig aktiv war, wurde bereits durch den Kauf des Herstellers Playfish für rund 300 Mio. US-Dollar erschlossen. EA hatte in der Vergangenheit zu stark auf das Geschäft mit Sonys PlayStation 3 Konsole gesetzt und konnte in Folge der schleppenden Verkaufszahlen des Geräts weniger Spiele absetzten als geplant. Daher wird das Unternehmen in Zukunft vermehrt Spiele für Nintendos Wii entwickeln.

    Unternehmen: Activision Blizzard
    Activision Blizzard (CFD-Kürzel: ATVI (US)) ist 2007 aus der Fusion der Unternehmen Activision und Vivendi hervorgegangen. Activision Blizzard ist der zweitgrößte Videospielhersteller der Welt, bekannt durch Games wie Call of Duty, World of Warcraft (WoW), Civilization, Guitar Hero, Doom, Quake, Total War und Tony Hawks.

    Besonders stark profitiert die Gesellschaft vom Geschäft mit dem Online-Rollenspiel World of Warcraft (WoW). Für die Nutzung von WoW fällt neben dem eigentlichen Spielpreis eine monatlich zu zahlende Onlinegebühr an. Ende 2008 zählte Activision Blizzard bereits über 11,5 Millionen Abonnenten. Die beiden bisherigen Erweiterungen verkauften sich allein am ersten Tag der Veröffentlichung 2,4 bzw. 2,8 Millionen Mal. 2010 erscheint mit Cataclysm der dritte Titel von WoW.

    Auch Call of Duty (CoD) bricht regelmäßig alle Verkaufsrekorde. Der kürzlich erschienene Titel Modern Warfare 2 ging laut Hersteller innerhalb der ersten 24 Stunden nach Verkaufsstart bereits über 4,7 Millionen Mal über den Ladentisch.

    Im Vergleich zum 3. Quartal 2008 stieg der Umsatz von Aktivision Blizzard von 680 auf 703 Mio. US-Dollar im 3. Quartal an. Das Unternehmen hat für das Jahr 2010 weitere Titel der Reihe World of Warcraft, Call of Duty, Tony Hawk und Spider Man angekündigt.

    Unternehmen: Sony
    Sonys (CFD-Kürzel: 6758 Sony Corp (Jp)) jüngste Preissenkung seiner PlayStation 3 von 399 auf 299 US-Dollar hat den Verkauf massiv unterstützt. In den ersten drei Septemberwochen 2009 wurden bereits über eine Million Exemplare in den USA abgesetzt.

    Im eigenen PlayStation Spielenetzwerk sind mittlerweile über 33 Mio. Nutzer registriert. Der Umsatz im PlayStation Online-Store wird 2009 auf ca. 375 Mio. Euro geschätzt. Ein Wachstum von über 300 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben Spielen können über den Online-Store auch Filme erworben werden.
    Mit ca. drei Millionen Einheiten haben sich auch die Verkäufe von Sonys eBook dieses Jahr positiv entwickelt. Der Absatz stieg um rund 600 Prozent gegenüber 2008. 

    Der Mitbewerber Nintendo hat ebenfalls eine Preissenkung für seine Wii-Konsole angekündigt. Im Vergleich zum Vorjahr sank Nintendos Gewinn um 52 Prozent auf knapp 526 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2009. Jüngst wurden die Absatzziele der Wii für 2009 von 26 auf 20 Millionen revidiert. 2010 plant Nintendo eine Neuauflage ihrer Spielkonsolen.

    Sony sieht sein Gesamtgeschäft bereits jetzt im Aufwind. Dank Kostensenkungsmaßnahmen wird der japanische Konzern bis zum Bilanzstichtag am 31. März 2010 lediglich einen Verlust von 714 Mio. Euro ausweisen, 186 Mio. Euro weniger als im Vorjahr. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden u. a. 20.000 der 166.000 Mitarbeiter entlassen. Auch im LCD-TV Bereich sollen bis Ende 2010 wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Bis 2011 wird für die Sparte ein weltweiter Marktanteil von 20 Prozent anvisiert.
    Zum Ende des Geschäftsjahr 2013 will der Konzern eine Umsatzrendite in Höhe von fünf Prozent und eine Eigenkapitalrendite von 10 Prozent erzielen.

    Als Hoffnungsträger gilt in der Branche die Einführung der neuen 3D-Technologie für TV-Geräte. Sonys größte Wettbewerber in diesem Bereich sind neben Panasonic (CFD-Kürzel: 6991 Matsus (Jp)) und Sharp (CFD-Kürzel: 6753 Sharp (Jp)) auch Samsung und LG.   

    Unternehmen: Nvidia
    Nvidia (CFD-Kürzel: NVDA (US)) ist der größte Grafikchiphersteller der Welt und ein bedeutender Entwickler für PC-Mainboard-Chipsätze. Bekannt geworden ist das kalifornische Unternehmen durch Grafikkarten der GeForce-Serie, die in der Xbox- und der PS3-Konsole verbaut werden. Das aktuelle Flaggschiff ist die Grafikkarte GeForce GTX 285, für die Nvidia bereits zahlreiche Auszeichnungen erhielt. 

    Der Gesamtumsatz im 3. Quartal konnte im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 903,2 Mio. US-Dollar zulegen. Prognostiziert waren lediglich fünf bis sieben Prozent. Besonders gut entwickelte sich der Verkauf von Grafikkarten für Notebooks mit einem Anstieg von rund 25 Prozent. Insgesamt wurde für das 3. Quartal 2009 mit einem Gewinn in Höhe von 107,9 Mio. US-Dollar (19 US-Cent pro Aktie) abgeschlossen. Im Vorjahresquartal musste Nvidia noch einen Verlust von 105,3 Mio. US-Dollar melden.

    Unternehmen: AMD
    Advanced Micro Devices (CFD-Kürzel: AMD (US)) ist der siebtgrößte Halbleiter- und der zweitgrößte x86-Prozessorhersteller der Welt. Die Produktsparte umfasst Mikroprozessoren, Chipsätze, Grafiklösungen und Netzwerkchips. Das 1969 gegründete Unternehmen beschäftigt weltweit rund 15.000 Mitarbeiter. In Dresden stellen rund 2.700 hochqualifizierte Ingenieure, Techniker und Spezialisten u.a. Prozessoren der Serie Phenom und Athlon her.

    Mittlerweile hat AMD seine Chipfabriken zusammen mit der Investmentfirma ATIC aus Dubai in eine externe Gesellschaft namens Globalfoundries ausgelagert.

    2006 erwarb der Konzern den Grafikchiphersteller ATI und konnte seitdem wichtige Computerteile aus einer Hand anbieten. Zu den aktuellen Spitzenmodellen zählen Grafikkarten der Serie ATI Radeon HD 5000. Diese Karten, die auch Microsofts DirectX11 sowie den Anschluss von bis zu sechs Monitoren unterstützen, wurden bereits mehrfach von der Fachpresse ausgezeichnet.


    Es herrscht ein permanenter Wettlauf um den besten und schnellsten Chip...

    Der jahrelange Rechtsstreit mit dem Hauptkonkurrenten Intel wurde im November dieses Jahres gütlich beigelegt. Die New Yorker Staatsanwaltschaft hatte zuletzt eine Klage gegen den weltgrößten Chiphersteller mit dem Vorwurf milliardenschwerer illegaler Rabatte und Bestechungszahlungen erhoben. In Folge der Einigung zahlt Intel AMD 1,25 Mrd. US-Dollar. Das Geld kann Intels kleinerer Mitbewerber dringend gebrauchen. In den vergangenen Quartalen hatte das Unternehmen immer wieder Verluste eingefahren.

    Allerdings konnte AMD seinen Umsatz im 3. Quartal 2009 um erstmals wieder 18 Prozent auf 1,396 Mrd. US-Dollar gegenüber dem Vorquartal steigern. Im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutet dies aber noch ein Rückgang von gut 22 Prozent. Insgesamt weist die Gesellschaft aus dem kalifornischen Sunnyvale einen Quartalsverlust in Höhe von 128 Mio. Euro (0,18 US-Cent pro Aktie) aus.

    Eine positive Entwicklung zeigt auch die Sparte Globalfoundries. Jüngst wurde mit ST Microelectronics (CFD-Kürzel: STM) ein neuer Abnehmer für die eigenen Chips gefunden. Kurz vor dem Ende des neuen Geschäftsjahres zeigt sich auch AMD-Chef Dirk Meyer zuversichtlich: Der Manager erwartet eine deutliche Belebung des Grafikchipgeschäfts und eine zunehmende Nachfrage im Notebook-Segment.

    Christoph Janß

     

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