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Wirtschaft und Politik: British Airways vor Machtprobe mit Gewerkschaft

    Di, 16/03/2010 - 11:32 – S.Grönwoldt

    Für die Fluggesellschaft British Airways (CFD-Kürzel: BAY) ist der Zeitpunkt des aktuell geplanten Streiks ihrer Flugbegleiter denkbar ungünstig, denn die Gesellschaft steht ohnehin vor der größten wirtschaftlichen Herausforderung seit ihrer Gründung im Jahr 1935: Analysten erwarten für das im März auslaufende Geschäftsjahr 2009/2010 einen Vorsteuerverlust von rund 630 Millionen Pfund und somit das größte Defizit in der Unternehmensgeschichte.

    Eine Kompromisslösung zur Abwendung eines aufwendigen Arbeitskampfes konnten die Gewerkschaft Unite und das BA-Management indes noch nicht finden. Vielmehr will BA-Chef Willie Walsh die in der Wirtschaftkrise begonnene Radikalkur des Unternehmens konsequent weiterverfolgen und gerade bei den Flugbegleitern weitere Kosten einsparen, zumal die Aufwendungen beim BA-Kabinenpersonal pro Mitarbeiter rund doppelt so hoch sind wie bei den Billigfluggesellschaften Virgin Atlantic und Ryanair (CFD-Kürzel: RYA).

    Sollte der Arbeitskampf der rund 10.000 Flugbegleiter jedoch wie geplant am 20. März beginnen, muss die ohnehin von Rekordverlusten gebeutelte Fluggesellschaft zunächst mit weiteren Kosten rechnen, die nach Analystenschätzungen bis auf 20 Millionen Pfund (ca. 24 Millionen Euro) pro Tag steigen können. Darüber hinaus würden aufgrund eventueller Unannehmlichkeiten bei den Flugverbindungen und dem Service weitere Kunden zu den Mitbewerbern wechseln. Profitieren könnten davon besonders die Deutsche Lufthansa (CFD-Kürzel: LHA) sowie die britischen Billigfluglinien EasyJet Airlines (CFD-Kürzel: EZJ), BMI Group, Monarch und Thomas Cook (CFD-Kürzel: TCG).


    Die Zahl der jährlich von BA beförderten Passagiere ist in einer Dekade auf rund 30 Millionen geschrumpft

    Der Arbeitskampf beim britischen Traditionsflieger hat zugleich auch eine politische Dimension: Die Fluggesellschaft wurde zwar in den 80er Jahren privatisiert und an die Börse gebracht, doch im Führungsgremium der Gesellschaft sitzen nach wie vor zahlreiche Vertreter aus den Tagen, als BA noch eine Staatsfluggesellschaft war. Zum zehnköpfigen Verwaltungsrat gehören sogar zwei Oberhausmitglieder sowie ein ehemaliger Regierungsbeamter. Angesichts der im Mai anstehenden Wahlen in Großbritannien will die Gewerkschaft Unite nun offensichtlich die Gunst der Stunde nutzen und einen Vorteil aus dem Wahlkampf ziehen.

    Der britische Premierminister Gordon Brown hat sich allerdings bereits entschieden gegen einen Arbeitskampf bei BA ausgesprochen: Der Streik sei „weder im Interesse des Unternehmens noch im Interesse der Beschäftigten und schon gar nicht im nationalen Interesse“. Und auch BA-Chef Walsh bleibt bei der Machtprobe mit der Gewerkschaft entschlossen. Angeblich hat er bereits unternehmensintern 1.000 Freiwillige rekrutiert, die im Fall eines Arbeitskampfes die fehlenden Flugbegleiter ersetzen sollen.

    Sven Grönwoldt

     

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