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Opera betritt die große Bühne iPhone

    Mi, 14/04/2010 - 11:38 – M.Protzel

    Der durschnittliche Internetsurfer denkt beim Begriff Opera womöglich zuerst an die großen Bühnen dieser Welt, an Verdis La Traviata oder geheimnisvolle Phantome, die in den Kellern beeindruckender Theaterkomplexe unbeachtet von der Welt ihr Dasein fristen. Wer jedoch ein wenig häufiger eventuell sogar beruflich viel im Internet unterwegs ist, weiß, dass Opera auch für einen enorm schnellen, sicheren und einfach zu bedienenden Browser steht. Hinter dem simplen Namen verbirgt sich die norwegische Firma Opera Software ASA (CFD-Kürzel: OPERA (Nor)), welche sich anschickt, endgültig aus ihrem Schattendasein auszubrechen.

    Der Markt für Internetbrowser wird durch den Internet Explorer Microsofts (CFD-Kürzel: MSFT) dominiert, dem wiederum Mozillas Firefox immer dichter auf den Pelz rückt. Eine weitere bekannte Anwendung ist der Browser Safari von Apple (CFD-Kürzel: AAPL).

    Apple bietet Opera jetzt eine große Chance, denn das US-Unternehmen hat den norwegischen Browser als App für sein iPhone (und das iPad) freigegeben. Zwar ist Opera nicht der erste fremde Browser auf dem viel bejubelten "Jesus-Phone", doch setzten bisher alle anderen Applikationen auf demselben Webkit auf. Opera benutzt seine eigene Technik und filtert 90 Prozent der Daten angezeigter Seiten über die eigenen Server, was die Ladezeiten enorm verkürzt. In Geschwindigkeitsvergleichen hängte Opera das auf dem iPhone ebenfalls sehr schnelle Safari deutlich ab.

    Allerdings könnte auf Seiten Apples auch politisches Kalkül eine Rolle gespielt haben, schließlich hatte Opera erst kürzlich Microsoft scharf angegriffen und kritisiert, dass der Internet Explorer auf allen Windows-Systemen derart aggressiv angepriesen würde, dass alternative Produkte gar nicht mehr ins Auge fielen. Die Norweger sehen hier einen Versuch, unliebsame Konkurrenz auszugrenzen. Ob eine formale Klage bei der EU eingereicht wird, steht noch in den Sternen.

    Apple erspart sich derartige Sorgen und bietet Opera gleichzeitig eine Chance, verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit zu treten.


    Gespanntes Warten: Opera ist für starke Performance bekannt - bald auch auf iPhone und iPad...

    Zum Schluss einige harte Fakten: Opera ist in den meisten aktuellen Varianten kostenlos und für alle gängigen Betriebssysteme verfügbar. Allerdings gibt es auch Lizenzversionen (z. B. für Nintendo). Die Kooperation mit Suchmaschinenbetreibern wie Google (CFD-Kürzel: GOOG) stellt ebenfalls eine wichtige Einnahmequelle dar. Besonders die mobile Version des Browsers ist bereits recht erfolgreich: Im Februar 2010 haben gut 50 Mio. User auf 22 Mrd. Internetseiten zugegriffen und dabei über 330 Mio. Megabyte Daten transferiert. Durch diese Aktivität haben Netzbetreiber weltweit gut 77 Mio. Euro eingenommen. Auf ein Jahr hochgerechnet, brächten alle Opera Mini-User eine Summe von rund 3 Mrd. Euro ein. Mithilfe des iPhones könnten sich diese Zahlen noch in diesem Jahr deutlich verbessern.

    Die Opera Software ASA hat 2009 ihren Umsatz um 23 Prozent auf 612,7 Mio. Norwegische Kronen (ca. 76,50 Mio. Euro) gesteigert und dabei ein EBITDA von 81,7 Mio. Kronen (ca. 10,25  Mio. Euro) eingefahren. Letzteres lag jedoch unter dem Vorjahresgewinn von 98,0 Mio. Kronen.

    Die Opera-Aktie befindet sich seit Jahresbeginn wieder im Aufwind und stieg von März bis Anfang April von 17,00 auf 24,00 Kronen. Seit sich die Gerüchte einer Aufnahme in die heiligen Gefilde des iPhone mehrten, zog das Papier nochmals an. Zuletzt notierte Opera bei 25,4 Kronen.

    Matthias Protzel

    Kommentare

    Ansturm auf Opera-App

    Safari adé: Bereits am ersten Tag wurde der deutlich schnellere Browser Opera Mini mehr als eine Million mal von iPhone Usern heruntergeladen. Opera hat somit gute Chancen, zum wichtigsten Browser für Smartphones zu werden.
    Die Anwendung steht in einer Testversion auch für Handys mit Googles Android Betriebssystem bereit, womit Opera langfristig noch mehr User als auf dem iPhone gewinnen könnte.

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