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Ernstzunehmender Spaß

    Fr, 28/11/2008 - 12:20 – M.Protzel

    Auf den ersten Blick scheint es wie ein riesiger PR-Gag, was das Bonner Solarunternehmen Solarworld (CFD-Kürzel: SWVG) kürzlich von sich gab. Geschäftsführer Frank Asbeck hatte mit vollem Ernst angekündigt, dem US-Autokonzern General Motors (CFD-Kürzel: GM) die deutsche Tochter Opel für 250 Mio. Euro abkaufen zu wollen. Für eine Übernahme wäre es Bedingung, dass Opel komplett aus dem GM-Konzern entlassen würde, und seine Schulden von gut 2,4 Mrd. Euro bei Opel begleicht oder wenigstens 1 Mrd. Euro zuschießt. Auch von einer Bundesbürgschaft von 750 Mio. Euro für Opel ist die Rede.

    Zwar hat GM die Offerte bereits abgelehnt, doch will Asbeck noch nicht aufgeben. Grundsätzlich wäre das Zusammengehen von Automobil- und Solarindustrie ein enorm zukunftsträchtiges Unterfangen. Unter der Regie von Solarworld würde mit entsprechender Kompetenz die Entwicklung von Hybrid- und Elektromotoren vorangetrieben werden.

    Die Frage ist jedoch nicht nur, ob GM seine Marke Opel nicht verkaufen will, oder nicht verkaufen kann. Denn Opel und der US-Riese haben in den 79 Jahren ihrer Zusammenarbeit ein wahres Gewebe der Kooperation gestrickt. So ist die Forschungsabteilung Opels ein nahezu unverzichtbarer Bestandteil von General Motors.

    Opel entwirft nicht nur den neuen Hoffnungsträger Opel Insignia, sondern auch das kommende GM-Elektroauto Chevrolet Volt. Sowohl Opel als auch GM sind in ihrer gesamten Logistik stark aufeinander abgestimmt.
    Auch in der Vergangenheit bewies Solarworld stets ein Geschick für spektakuläre Akquisitionen zum richtigen Zeitpunkt. So wurde 2006 ein großer Teil des Solargeschäfts von Ölmulti Shell übernommen. Damals wie heute sackte als Reaktion auf die aufsehenerregende Nachricht der Aktienkurs zunächst ab, doch wurde Solarworld mit einem Schlag Marktführer in den USA und drittgrößter Solarkonzern weltweit. Ein Beispiel, dass Mut zum Risiko sich auszahlen kann.

    Der Kurs der Solarworld zeigt sich letztendlich vom Optimismus des  Geschäftsführers angesteckt und stieg nach einem Absacker auf zuletzt 10,91 Euro bis auf 12,17 Euro an. Das Photovoltaikunternehmen fuhr 2007 einen  Umsatz von 699 Mio. Euro ein und machte 113,3 Mio. Euro Gewinn. Für das laufende Jahr stehen noch genaue Zahlen aus.

    Ob Opel nun weiter angegriffen wird, sollte sich bald zeigen. GM besitzt angeblich nur noch Geldmittel, um ein weiteres halbes Jahr ohne Hilfe zu überleben und könnte seine Meinung noch ändern. Ungewöhnliche Interessenten gibt es aber auch noch neben der Solarworld. Angeblich diskutieren zur Zeit die ca. 2.000 deutschen Opelhändler ernsthaft, den Opel-Konzern selbst zu übernehmen.

    Matthias Protzel

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