You are here: Startseite / Bundesfinanzministerium nimmt Abstand vom Leerverkaufsverbot

Bundesfinanzministerium nimmt Abstand vom Leerverkaufsverbot

    Mi, 02/06/2010 - 09:31 – S.Grönwoldt

    Das Mitte Mai 2010 von der Bundesregierung im Alleingang erlassene Verbot für Leerverkäufe soll kaum zwei Wochen später erneut überarbeitet werden (vgl. Artikel vom 19.05.2010). Diese schnelle Reaktion bestätigt einmal mehr, dass die zeitgleich zur heißen Phase der Eurokrise erlassenen Maßnahmen der Bundesregierung gegen Leerverkäufer und Hedgefonds weniger pragmatisch und dafür umso medien- und publikumswirksamer sein sollten.

    Die internationale Kritik am Alleingang der deutschen Regierung sowie die Vorwürfe der Augenwischerei werden durch die Entschärfung des Leerverkaufsverbots in der Vorlage des heutigen Kabinettsbeschlusses der Bundesregierung jedenfalls noch einmal bekräftigt.


    Bundesfinanzminister Schäuble spricht seit Wochen gern darüber, was uns die Finanzkrise lehren sollte

    Der am Mittwoch, den 02. Juni 2010 vorgelegte Entwurf des Kabinettsbeschlusses sieht diverse Ausnahmen für ungedeckte Leerverkäufe von deutschen Aktien, Staatschuldtiteln der Eurozone und entsprechenden Kreditderivaten vor. Die Verbote sollen vornehmlich für Geschäfte gelten, die nicht der Absicherung dienen, wobei sich das Bundesfinanzministerium auch hier vorbehält, kurzfristige Ausnahmen zuzulassen. Leerverkäufe von deutschen Staatsanleihen sollen hingegen strikt untersagt werden.

    Im Gegensatz zur ursprünglichen Planung wird der Handel mit Derivaten, die ungedeckte Leerverkäufe nachbilden, nicht verboten. Der Geschäftsführer des Bundesverbands der Wertpapierfirmen (BDF), Michael Sterzenbach, begrüßte diese Entscheidung ausdrücklich.
       
    Des Weiteren sieht der Entwurf des geplanten Gesetzes die Ermächtigung des Bundesfinanzministeriums sowie der BaFin für schnellere Interventionsmöglichkeiten vor. In zukünftigen Krisenzeiten sollen dadurch zeitlich befristete Verbote für einzelne Börsengeschäfte per Rechtsverordnung ermöglicht werden. Der Gesetzentwurf unterstreicht darüber hinaus, dass die BaFin durch flexiblere Interventionen bei eventuellen Turbulenzen an den Finanzmärkten schneller mit anderen internationalen Finanzaufsichtsbehörden konzertierte Maßnahmen durchführen und somit für Ruhe am Markt sorgen kann. Also genau das, was sie vor zwei Wochen nicht getan hat.

    Sven Grönwoldt

    Aktuelle Monatsausgabe

    CFD-Profi werden!

    Werden Sie Mitglied


    Als registrierter Benutzer haben Sie Zugriff auf den Videobereich und können eigene Kommentare verfassen. Melden Sie sich einfach an: >> Registrieren

    Werden Sie Mitglied


    Als registrierter Benutzer haben Sie Zugriff auf den Videobereich und können eigene Kommentare verfassen. Melden Sie sich einfach an: >> Registrieren

    Termine

    Kommentare

    Schlagwortwolke