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€uropäische Sinnkrise

    Mo, 07/06/2010 - 14:06 – S.Grönwoldt

    Theorie…
    22 Staaten haben sich bis dato für die europäische Gemeinschaftswährung entschieden - 22 Volkswirtschaften mit unterschiedlicher Größe, Führung, Ausrichtung und Leistung.

    Eine gemeinsame Basis soll derweil der Vertrag von Maastricht darstellen. Nominell galt bisher die Erfüllung der dort formulierten Konvergenzkriterien als Grundvoraussetzung für den Beitritt in die Währungsunion. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt schreibt sowohl Anwärtern als auch bestehenden Mitgliedsstaaten der Währungsunion vor, in wirtschaftlich sicheren Zeiten einen ausgeglichenen Staatshaushalt und eine maximale Neuverschuldung von drei Prozent zu erreichen, um auch in Krisenzeiten die notwendige Stabilität gewährleisten zu können.

     
    ….und Praxis
    Die 2008 einsetzende Finanzkrise hat auch die europäische Wirtschaft deutlich geschwächt und dabei gezeigt, dass Theorie und Praxis in der Währungsunion stark differieren. Mit geringer zeitlicher Verzögerung wird nun deutlich, dass der Stabilitäts- und Wachstumspakt sein Ziel verfehlt hat und die Währungsunion noch zahlreiche elementare Probleme lösen muss. Denn zur Umsetzung der theoretischen Grundlagen der Einheitswährung gehören auch eine intakte Kommunikation sowie funktionierende Kontrollmechanismen. Doch gerade daran scheint es stark zu mangeln. Ein Paradebeispiel hierfür bietet der Beitritt Griechenlands in die Währungsunion: Die von den Griechen zwecks Euro-Beitritt im Jahr 2001 präsentierten Haushaltszahlen wurden nicht auf der Basis des bestehenden europäischen Regelwerks berechnet - doch die Falschmeldungen wurden auch nicht von der Kommission bemerkt. Erst heute wissen wir, dass bei genauerer Berechnung Griechenland damals nicht die in die Währungsunion hätte eintreten dürfen.


    Die Sonne über dem Euroland steht zurzeit sehr tief....

    22 Mitglieder – und viel Stoff für Gerüchte
    Seit Wochen schwindet das Vertrauen in die europäische Gemeinschaftswährung. Mittlerweile ist der Euro sogar unter die Marke von 1,20 US-Dollar gefallen und hat somit das Vierjahrestief gegenüber der US-amerikanischen Währung erreicht.

    Kaum ein Tag vergeht zurzeit ohne neue Hiobsbotschaften oder unheilvolle Gerüchte am Devisenmarkt. Während zu Beginn der Währungskrise noch vornehmlich die PIIGS-Staaten für Aufmerksamkeit sorgten, hat der Club der potentiellen Pleitestaaten Europas mittlerweile seine Mitgliederzahl deutlich erhöht. Aktuell gilt Ungarn als neuer Kandidat für eine drohende Zahlungsunfähigkeit. Und die Franzosen sollen angeblich seit Wochen den Ausstieg aus der Währungsunion planen, während Spanien seine Steuersünder dazu zwingen will, ihre Schuld durch den Kauf von Staatsanleihen zu sühnen.

    Zu Beginn der zweiten Juniwoche ist die zwischenzeitliche Ruhe an den europäischen Kapitalmärkten jedenfalls wieder deutlich einer zunehmenden Nervosität gewichen, und die gestiegenen Credit Spreads auf diverse europäische Staatsanleihen belegen, dass viele Markteilnehmer mit höheren Ausfallrisiken in der Eurozone rechnen.

    Sven Grönwoldt
     

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