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Edelste Metalle

    Mo, 04/10/2010 - 15:17 – M.Protzel

    Platin und Palladium für das Depot
    Seit der frühen Antike wird der Mensch vom Glanz der Edelmetallen betört. Der Rausch von Gold und Silber brachte Königreiche zu Fall und veränderte das Gesicht der Welt. Auf dem amerikanischen Kontinent mussten ganze Zivilisationen den Glücksrittern weichen.

    Auch heute begehren wir uns die Krisenwährung Gold, der momentan ständig neue Höhenflüge vorausgesagt werden. Doch Gold ist nicht mehr der größte Schatz unter den Metallen, seit es Wissenschaftlern vor etwa 200 Jahren gelang, die Platinmetalle zu entdecken.

    Platin – das edelste Metall
    Heutzutage wissen wir um den Wert des silberweißen Edelmetalls, doch das war nicht immer so. Der Name Platin kommt vom spanischen Wort "Platina", was soviel wie kleines bzw. minderwertiges Silber bedeutet. Die europäischen Goldschürfer des 17. Jahrhunderts hielten das unbekannte Metall für eine Art unreifes Prä-Gold und warfen es zurück in die südamerikanischen Flüsse. Erst im späten 18. Jahrhundert gelang es, das enorm dichte und hitzebeständige Element zu isolieren und nutzbar zu machen. Zwischen 1803 und 1844 wurde die Gruppe der Platinmetalle definiert, der auch Palladium, Iridium, Osmium, Rhodium und Ruthenium angehören.


    Hinunter ins Erdreich: Ergiebige Platinminen finden sich fast ausschließlich in Südafrika...

    Platin ist sehr korrosionsbeständig und lässt sich schmieden, womit es sich für die Herstellung erlesener und teurer Schmuckstücke eignet. Doch damit ist die Nutzbarkeit des seltenen Metalls noch nicht erschöpft. Besonders in Fahrzeugkatalysatoren entfalten Platinmetalle ihre Wirkung, da sie sowohl Wasserstoff, Sauerstoff als auch andere Gase binden können. In der Grundierung eines Autokatalysators eingelagertes Platin trägt so dazu bei, die Giftstoffe Kohlenwasserstoff oder Kohlenmonoxid in Kohlenstoffdioxid oder Wasser umzuwandeln.

    Des Weiteren findet Platin Anwendung als Material für Schmelztiegel, Raketenverkleidungen und Schubdüsen. Auch im medizinischen Bereich ist es bedeutsam als Bestandteil diverser Implantate, zum Beispiel in Herzschrittmachern.

    Jährlich werden weltweit um die 200.000 Kilogramm Platin gefördert. Dabei teilen sich Südafrika (ca. 150.000 Kg), Russland (ca. 25.000 Kg) und Kanada (ca. 7.000 Kg) über 90 Prozent der Fördermenge. Platinbergwerke existieren nur in Südafrika, die restliche Menge ergibt sich aus der Erzeugung von Kupfer und Nickel, wo Platin als Nebenprodukt abfällt.

    Platin wird auch über den HanseTrader gehandelt. Der abgebildete Preis entspricht der Notierung des an der NYMEX gehandelten Basiswerts.


    Platinchart Ende September 2010...

    Sein bisheriges Allzeithoch von 2.308,80 US-Dollar pro Feinunze erreichte der kostbare Stoff im März 2008. Danach ging es bergab bis auf 761,80 Dollar im Oktober desselben Jahres. Inzwischen hat sich der Kurs wieder auf 1.655,00 Dollar erholt.

    Palladium – der kleine Bruder
    Da Platin sehr teuer ist, gewinnt das noch härtere und häufiger zu findende Palladium immer mehr an Bedeutung. Palladium tritt meist gemeinsam mit Platin auf und fällt ebenfalls als Nebenprodukt bei der Produktion von Buntmetallen an. Da es sehr ähnliche chemische Eigenschaften wie sein großer Bruder aufweist, bietet es der Industrie eine günstige Alternative.

    Palladium wird vor allem in der Autoindustrie, Elektroindustrie und der Medizintechnik verwendet. Beispielsweise wird Palladium in Wasserstoffmotoren als Speichermaterial für Wasserstoff eingesetzt. Die Elektroden in Brennstoffzellen bestehen zum Teil ebenfalls aus Palladium.


    Palladiumchart Ende September 2010...

    In der Schmuckindustrie konnte Palladium nie eine ähnlich prestigeträchtige Bedeutung wie das Platin erringen. Auch werden keine "Palladiumschallplatten" an erfolgreiche Musiker verliehen. Immerhin hat es Palladium aber in einer Verbindung mit einem 60- bis 80-prozentigen Goldanteil als Weißgold zu einem gewissen Ruhm gebracht.

    Auch Palladium steht als Handelsinstrument im HanseTrader zur Verfügung. Der dort abgebildete Preis entspricht ebenfalls der Notierung des an der NYMEX gehandelten Basiswerts.

    Die Palladium-Notierung hat einen erfolgreichen Monat September hinter sich: Sie stieg in den letzten 30 Tagen von 488,20 auf zuletzt 568,00 Dollar.

    Die Herren der edelsten Metalle
    Es existieren mehrere Unternehmen, die sich auf Abbau, Herstellung und Verkauf von Platin bzw. Palladium spezialisiert haben. Wir werden im Folgenden diejenigen Firmen vorstellen, die als CFD zum Handel verfügbar sind.

    Am bekanntesten ist der britische Bergbaukonzern Anglo American bzw. dessen Tochter Anglo American Platin. In deren Besitz befinden sich die letzten großen Platinbergwerke der Welt, gelegen im südafrikanischen Transvaal. Mit 38 Prozent der jährlichen Platinausbeute ist Anglo American mit Abstand der wichtigste Hersteller. Der Konzern hat zum Teil kleinere Wettbewerber an seinen Minen beteiligt.

    Der Gesamtkonzern ist sehr breit aufgestellt und auch ein wichtiger Produzent von Kupfer, Nickel, Eisenerz, Diamanten und Kohle. Dabei machen Kupfer und Eisenerz den Löwenanteil des Umsatzes aus. 2009 nahm Anglo American mit Kupfer 2,01 Mrd. US-Dollar und mit Eisenerz rund 1,5 Mrd. US-Dollar ein. Die Platinproduktion trug 32,00 Mio. US-Dollar zum operativen Ergebnis bei.

    Im ersten Halbjahr 2010 erreichte Anglo American einen Umsatz von rund 15 Mrd. Dollar, gegenüber 11,13 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA betrug 5,41 Mrd. Dollar nach 2,99 Mrd. Dollar im Vorjahr.

    Die Anglo American-Aktie war im August bis auf 22,30 Pfund abgesackt. Mittlerweile konnte sich das Papier wieder erholen und stieg zuletzt auf 25,50 Pfund. Analysten trauen dem Unternehmen langfristig weitere Kursgewinne bis über 32,00 Pfund zu.


    Es blitzt das Chrom - Doch unter der Hülle schlummern edle Metalle...

    Die auf den Bermudas beheimatete Aquarius Platinum befindet sich seit 2003 in einem Bündnis mit Anglo American mit der sie drei Platinminen in Südafrika betreibt. Darunter befindet sich die Kroondal-Mine nahe Johannesburg, welche als besonders ergiebig gilt und noch bis 2017 betrieben werden soll.

    Aquarius Platinum beendete das Geschäftsjahr 2009/2010 am 30. Juni mit einer 52-prozentigen Umsatzsteigerung auf 472,2 Mio. US-Dollar. Der Gewinn nach Steuern betrug 27,8 Mio. US-Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 45,7 Mio. Dollar zu Buche stand.

    Die Aktie bleibt jedoch aussichtsreich: Stand sie Mitte Juli noch bei 2,05 Pfund, hat sich der Kurs inzwischen auf 3,46 Pfund erholt. Entwickelt sich der Platinpreis weiterhin positiv, könnte Aquarius in absehbarer Zeit wieder die Kursmarken des Frühjahres 2010 bei 4,50 Pfund erreichen.

    Was in Deutschland die Diamanthochzeit genannt wird kennt man in England als Platinum Jubilee. So kam auch der britische Minenbetreiber Jubilee Platinum zu seinem Namen. Mit einer 63-prozentigen Beteiligung an der Tjate-Mine in Südafrika und einigen weiteren Beteiligungen in Madagaskar und Australien gehört das Unternehmen allerdings eher zu den kleineren Playern und kann den größeren Konkurrenten Anglo American Platinum und Aquarius kaum gefährlich werden.

    Im Jahresverlauf war der Aktienkurs Jubilees starken Schwankungen unterworfen. Seit Ende Juni stieg die Aktie von 0,24 auf zuletzt 0,35 Pfund. Immerhin könnte dieser Wert aufgrund seines geringen Handelspreises als günstige Ergänzung für das Depot dienen.


    "Weißes Gold" - Platinschmuck ist heiß begehrt...

    Das kanadische Unternehmen Eastern Platinum gehört ebenfalls zu den Juniorpartner Anglo Americans. Der auch als Eastplats bekannte Minenbetreiber ist am südafrikanischen Platinreservoir Bushveld beteiligt. Die Aktie stieg im September von 0,60 auf 0,90 Britische Pfund und schickt sich an, das Dasein als Pennystock zu beenden.

    Zu guter Letzt muss noch das Australische Unternehmen Platinum Australia genannt werden, das ebenfalls in Südafrika aktiv ist. Mit einem Kurs von momentan rund 0,30 Pfund gehört die Aktie ebenfalls zu den Pennystocks. Da dieser Wert zudem deutlich weniger gehandelt wird als die zuvor genannten, sollte Platinum Australia im CFD-Depot eher untergewichtet werden.

    Fazit
    Platin ist das edelste Metall unter den Rohstoffwerten im HanseTrader. Mit Palladium steht ein weniger edles, aber sehr zukunftsträchtiges Metall als Alternative bereit. Beide Elemente besitzen eine enorme Bedeutung für Industrie und Forschung, ob in Autokatalysatoren oder als Material für die Medizintechnik.
    Da Gold als Handelsobjekt großen Ruhm genießt, wird Platin von vielen Tradern übersehen. Sollte sich der Fokus in Zukunft etwas von der Goldpreisentwicklung lösen, bestehen gute Chancen, dass Platin an den Rohstoffbörsen stärker gesucht wird. Ein Kursziel von 1.800 US-Dollar ist nicht unrealistisch.

    Hier kommt das Palladium quasi als Geheimtipp ins Spiel. Das "Platin für Arme" befindet sich bereits in der Nähe seines Jahreshochs von 571,00 Dollar. Da Palladium in vielen Anwendungsbereichen die Rolle seines großen Bruders Platin erfüllen kann, ist langfristig ein Anstieg über 600 US-Dollar zu erwarten.

    Matthias Protzel

    Ausblick

      HanseTrader HanseTrader Meta Kursziel Tendenz
    Anglo American
    AAL (UK) LSE.AAL 33,00 Britische Pfund  
    Aquarius Platinum
    AQP (UK) - 4,50 Britische Pfund  
    Jubilee Platinum
    JLP (UK) - 0,50 Britische Pfund  
    Eastern Platinum
    ELRq (UK) - 1,00 Britische Pfund  
    Platinum Australia
    PLAq (UK) - 0,40 Britische Pfund  

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