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Hochtief baut an

    So, 25/11/2007 - 14:24 – M.Protzel

    Der deutsche Baukonzern Hochtief (CFD-Kürzel: HOT) schart ein Konsortium von Investoren um sich, um die im Mai 2007 durchgeführte Übernahme von 75 Prozent der Anteile am Flughafen Budapest rückwirkend finanzieren zu können. Dafür wird ein Kredit von gut 1,5 Mrd. Euro nötig sein. Die gesamte Transaktion hatte einen Kostenpunkt von 1,9 Mrd. Euro mit sich gebracht. Der Gemeinschaft von Gebern gehören unter anderem Banken wie RBS, BayernLB, West LB, BNP Paribas oder Société Générale an.

    Der Kredit wird Ende 2014 auslaufen und teilt sich in zwei große Tranchen zu 830 Mio. Euro und 300 Mio. Euro, die in den ersten 5 Jahren mit 95 Basispunkten und in der Zeit danach mit 110 Basispunkten über Euribor verzinst würden. Dazu würde eine kleine Tranche über 370 Mio. Euro in den ersten 5 Jahren mit 110 Basispunkten und danach mit 120 Basispunkten verzinst.

    Seit ihrem Einstieg in die Branche vor etwa 10 Jahren gehören die Essener zu den weltweit wichtigsten Spielern unter den Flughafen-Betreibern. Und auch in der Heimat verschläft das Unternehmen nicht die Intensivierung seines Geschäfts. So wird nach der Beteiligung am Flughafen Düsseldorf inzwischen auch der Nachbarflughafen Köln-Bonn ins Auge gefasst.

    Das Interesse der Baulöwen hängt jedoch von einigen Bedingungen ab. Zum einen müsste der Flughafen privatisiert werden, damit Hochtief ernsthaftes Interesse für das Objekt entwickelt. Des Weiteren müsste die verbindende Infrastruktur zwischen Köln-Bonn und Düsseldorf ausgebaut werden, da ein Global Player wie Hochtief darauf setzen würde, beide Flughäfen gemeinsam zu vermarkten.

    Entscheidend ist der Einfluss der zuständigen Behörden. Momentan halten Bund, Land und Stadt Köln je ein Drittel am Objekt der Begierde, die Stadt Bonn ist mit 6 Prozent dabei. Bund und Land haben bereits signalisiert, sich von ihren Beteiligungen trennen zu wollen. Ein undurchsichtiger Interessenkonflikt verhindert jedoch klare Zusagen, wobei sich der Streit angeblich an den Mietforderungen der bisherigen Eigentümer entzündet.

    Während die Verantwortlichen im Rheinland vermutlich erst über dem Weihnachtsbraten das weitere Vorgehen durchkauen werden, gibt es zu guter Letzt noch Erfolgsnachrichten von der anderen Seite des Erdballs. Die Hochtief-Tochter Thiess Leighton India erhielt einen 600 Mio. Euro-Auftrag im indischen Kohlebergbau. Ab Mitte 2009 soll das Unternehmen im Förderkomplex des Energie- und Stahlkonzerns Abhijeet Group das schwarze Gold abbauen. Seit Bekanntwerden des Auftrags hat die Hochtief-Aktie ihren Abwärtskurs beendet und stieg zunächst auf über 85 Euro. Wenn die Essener das in sie gesetzte Vertrauen weiter erfüllen, könnte in naher Zukunft der Widerstand bei 90 Euro angegriffen werden.

    Matthias Protzel

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