You are here: Startseite / Konsortien jagen Iberia

Konsortien jagen Iberia

    So, 25/11/2007 - 15:49 – M.Protzel

    Die spanische Fluggesellschaft Iberia (CFD-Kürzel: BLA) gab am 15. November bekannt, ein Übernahmeangebot des Konsortiums Gala Capital erhalten zu haben. Dieser Gruppe gehören neben diversen spanischen Sparkassen die Milliardäre Manuel Jove, Alicia Koplowitz und Juan José Hidalgo, Chef des Touristik-Unternehmens Globalia, an. Abgerundet wird diese Gardebesetzung spanischer Geldgeber durch die Beteiligung der baskischen Bank BBK. Gala Capital bietet zunächst 3,60 bis 3,90 Euro je Iberia-Aktie. Das entspräche gut 3,7 Mrd. Euro für die gesamte Airline.

    Allerdings steht Gala Capital nicht allein da mit ihrer Offerte. Bereits im März hatte das Konsortium um British Airways und die Texas Pacific Group (TPG) über ein Angebot von 3,60 Euro je Aktie nachgedacht. Bis dato blieb dieses jedoch aus, was Spekulationen über die Zahlungskraft des anglo-amerikanischen Interessenten auslöste. British Airways hätte zudem ein Ass im Ärmel, denn die Briten sind bereits mit 10 Prozent an Iberia beteiligt und besitzen ein Vorkaufsrecht über weitere 26 Prozent.

    Viele von Ihnen erinnern sich gewiss noch an den Übernahmekampf, den E.ON im Frühjahr in Spanien ausgefochten hat. Damals wurde klar, wie protektionistisch der spanische Markt eingestellt ist. So spricht auch jetzt für Gala Capital, dass es erklärte Absicht des Konsortiums ist, Iberia als unabhängiges Unternehmen unter der bisherigen Führungsriege zu erhalten. Auch der  Flughafen Barajas in Madrid ist stark abhängig von der Zukunft Iberias abhängig. In den letzten Jahren ist Barajas durch die florierenden Flugverbindungen zwischen Spanien und Lateinamerika in der Rangliste europäischer Großflughäfen stetig aufgestiegen. Iberia selbst hat es immerhin zu Europas viertgrößter Airline gebracht.

    Ein alter bekannter aus den geplatzten Frühjahrsträumen E.ONs sorgte auch dieses Mal in den letzten Tagen für Wirbel. Die spanische Sparkasse Caja Madrid übernimmt von der ebenfalls spanischen Großbank BBVA deren Iberia-Anteile von etwa 9 Prozent. Damit besitzt Caja Madrid insgesamt über 17 Prozent an Iberia und ist damit größter Aktionär. Eine exzellente Position angesichts steigender Begehrlichkeiten, die die Fluglinie bei zahlreichen Interessenten weckt.

    Caja Madrid soll 239 Mio. Euro für die Anteile BBVAs gezahlt haben und am 6,7prozentigen Iberia-Anteil des Transportunternehmens Logista interessiert sein.. Aus der Führungsetage der Sparkasse kommen erste Aussagen, Iberia in „starker spanischer Hand“ halten zu wollen. Vorstandschef Miguel Blesa sieht sich in der Position ausländische Bieter abblocken zu können. Er sprach sich zuletzt immerhin für die Partnerschaft mit einer starken europäischen Gesellschaft aus, um im Luftfahrtsektor weiter mithalten zu können. Gerüchteweise ist die Deutsche Lufthansa im Gespräch, die sich auch nie mit Geboten für Iberia unbeliebt gemacht hatte.

    Die Iberia-Aktie trudelt derweil langsam auf die 3 Euro-Grenze zu und kann von einem handfesten Bieterstreit eigentlich nur profitieren. Ob die defensive spanische Grundhaltung dem Luftfahrtkonzern nutzt, steht in den Sternen.

    Matthias Protzel

    Aktuelle Monatsausgabe

    CFD-Profi werden!

    Werden Sie Mitglied


    Als registrierter Benutzer haben Sie Zugriff auf den Videobereich und können eigene Kommentare verfassen. Melden Sie sich einfach an: >> Registrieren

    Werden Sie Mitglied


    Als registrierter Benutzer haben Sie Zugriff auf den Videobereich und können eigene Kommentare verfassen. Melden Sie sich einfach an: >> Registrieren

    Termine

    Kommentare

    Schlagwortwolke