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Das endlose Duell

    Do, 02/12/2010 - 14:40 – M.Protzel

    Der Wettstreit zwischen Airbus und Boeing geht weiter
    Nicht alle Ängste und Sorgen bleiben über den Wolken verborgen. Bei den beiden Giganten der Luftfahrt Boeing und Airbus werden die Sorgen immer größer und die Angst ist bei jedem Testflug dabei. Und um Testflüge geht es in besonderem Maße, denn die erprobten Maschinen beider Hersteller leisten nach wie vor hervorragende Dienste in aller Welt. Doch mit den Neuentwicklungen seit Beginn des neuen Jahrtausends haben die Großkonzerne sich mehr Ärger geschaffen, als jemals befürchtet.

     

    So kommt Boeings Dreamliner einfach nicht aus den Startlöchern: Nach dem erneuten Abbruch eines Testfluges wurde die Auslieferung des ersten Kohlenfaserverbundstofffliegers jetzt bereits zum siebten Mal verschoben.

    Airbus hat seinerseits Schwierigkeiten mit dem neuen Riesenvogel A380, welcher zwar die 747 von Boeing als größtes aktives Verkehrsflugzeug abgelöst hat, jedoch durch eine beinahe fatale Triebwerkspanne erneut Negativschlagzeilen machte.


    Über den Wolken bleiben leider manch Ängste und Sorgen erhalten...

    Am Ende bekommt womöglich jemand ganz anderes die Schuld: In diesem Fall ist der Schwarze Peter beim britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce gelandet, dessen Turbine über Indonesien auseinanderplatzte. Ist letztendlich die US-amerikanische Engine Alliance eigentlicher Nutznießer der technischen Durststrecke in luftigen Höhen?

    Das Duell zwischen Airbus und Boeing ist schon längst zu einem Abtausch der Fehlschläge geworden. Wir werden uns im Folgenden mit den jüngsten Pleiten und Pannen der beiden großen Flugzeugbauer auseinandersetzen und deren Triebwerkslieferanten vorstellen.

    Gemeinsam durch die Krise
    Viele Köche verderben den Brei. Diesen alten Sinnspruch konnte das europäische Luft- und Raumfahrt-Gemeinschaftsunternehmen EADS über Jahre hinweg widerlegen. Vor allem die Luftfahrttochter Airbus mit ihrer Gemeinschaftsproduktion- und -forschung in Deutschland, Frankreich, England und Spanien eroberte den Himmel mit zuverlässigen und effizienten Passagiermaschinen. Die Probleme, die das Unternehmen bis heute belasten, begannen erst zu Beginn des neuen Jahrtausends mit der Entwicklung des Riesenfliegers A380.

    Das Flugzeug, als moderner Gegenentwurf zur B747 des US-Konkurrenten Boeing geplant, verschlang Zeit und Ressourcen und konnte aufgrund zahlreicher technischer Schwierigkeiten erst im April 2005 seinen Jungfernflug absolvieren – Monate später als geplant. Der gesamte Airbus-Konzern wurde durch die Probleme in ein beispielloses Sparprogramm gezwungen und musste verschiedenen Großkunden Schadensersatzzahlungen und Rabatte auf kommende Bestellungen gewähren.


    Die Streithähne Boeing und Airbus und ihre Flaggschiffe in seltener Eintracht...

    Mittlerweile ist der Riesenvogel bei verschiedenen Airlines im Einsatz. Die 38 bisher ausgelieferten Maschinen blieben in ihren ersten drei Dienstjahren nicht von technischen Problemen verschont. Außer einem Triebwerksausfall bei Singapore Airlines blieb es jedoch bei vergleichsweise harmlosen Kinderkrankheiten. Das hat sich jetzt geändert. Der Triebwerksschaden an einem Qantas-Airbus am 4. November 2010 droht dem A380 erneut den Ruf eines Seuchenvogels zu verleihen und die Auslieferung weiterer Maschinen nachhaltig zu verzögern.

    Die Beinahe-Katastrophe
    Der Riesen-Airbus der australischen Fluglinie Qantas, welcher am 4. November von Singapur nach Sydney fliegen sollte, war noch nicht lange in der Luft, als das innere linke Triebwerk mit einem lauten Knall auseinanderflog. Dabei bohrten sich Trümmerstücke in die Tragfläche, allerdings verlor das Flugzeug dadurch nicht an Stabilität. Der Pilot drehte sofort um und brachte die 433 Passagiere sicher zurück nach Singapur.

    Erinnerungen an die flugzeugfreien Tage im Mai wurden sogleich wach, doch der aktive, allerdings mehr als 1.200 Kilometer entfernte indonesische Vulkan Merapi fiel schnell als Sündenbock aus.
    Das Problem lag also zweifelsfrei beim betroffenen Triebwerk. Später stellte sich heraus, dass Metallsplitter die Außenhaut der Maschine durchschlagen hatten und dabei die Verkabelung, das Treibstoffsystem und Teile der Hydraulik beschädigt hatten. Das Fahrwerk musste manuell ausgefahren werden und das Flugzeug kam bei der Landung erst knapp vor Ende der Landebahn zum Stehen. Augenscheinlich waren alle Beteiligten nur haarscharf einer Katastrophe entgangen. Glücklicherweise behält Qantas seine weiße Weste als einzige große Fluglinie ohne Absturz.


    Der Herausforderer: Der A380 läutet als größtes Passagierflugzeug der Welt eine neue Ära ein...

    Qantas hielt sofort alle weiteren A380 am Boden. Wenig später wurden auch an anderen Maschinen Öllecks festgestellt. Von den restlichen Gesellschaften mit A380 meldete auch Singapore Airlines ähnliche Defekte und zog vorerst drei Maschinen aus dem Verkehr. Bei der Deutschen Lufthansa, die am 16. November ihren vierten A380 übernahm, wurde ebenfalls ein Flug gestrichen, allerdings wegen Fahrwerksproblemen. Lufthansa-Chef Mayrhuber verteidigte das Flugzeug und betonte dessen zukünftige Bedeutung für seine Gesellschaft. Dennoch wurde zumindest ein Triebwerk vorsichtshalber ausgetauscht.

    Um die möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen des Vorfalls zu erkennen, ist es wichtig zu wissen, dass zwei konkurrierende Triebwerkshersteller die Riesenvögel mit Antrieben versorgen. Die Qual der Wahl liegt dabei bei den Fluggesellschaften.

    Rolls-Royce vs. Engine Alliance
    Die Rolls-Royce Plc  von heute hat sich längst von ihrer automobilen Vergangenheit verabschiedet und sich einen Namen als Hersteller von Triebwerken für die Luftfahrt gemacht. Auch für Schiffe und (Militär-)Fahrzeuge sind Antriebe im Angebot. Die weltberühmte zivile Automarke ist jedoch seit dem Jahr 2000 im Besitz der Bayrischen Motorenwerke.

    Rolls-Royce ist heute einer der bedeutendsten Triebwerkshersteller für Flugzeuge und Hubschrauber. Im Militärgeschäft sind die Briten europäischer Marktführer und weltweit zweitgrößter Produzent. Alle großen Flugzeughersteller von Airbus bis Tupolew verwenden Rolls-Royce-Strahltriebwerke. Doch jetzt drohen die Probleme mit der eigens für den A380 entwickelten Baureihe Trent 900 dem seit Jahren boomenden Unternehmen einen Karriereknick zu bescheren.

    Knapp eine Woche nach dem Beinahe-Absturz des Qantas-Airbus stellte Rolls-Royce fest, dass ein fehlerhaftes Bauteil im Triebwerk einen Ölbrand ausgelöst hatte, wodurch es zum Bruch der Turbinenscheibe kam. Die Ergebnisse wurden von der europäischen Luftaufsichtsbehörde EASA bestätigt. Pikanterweise hatte diese bereits im August vor möglichen Materialermüdungen in den Triebwerken gewarnt und häufigere Überprüfungen gefordert.

    Bei den Qantas-Triebwerken handelt es sich um das Modell Trent 920, eine schubstärkere Variante der 900er Baureihe. Um kein Risiko einzugehen, werden alle Versionen bei sämtlichen Airlines die den A380 einsetzen, überprüft und gegebenenfalls repariert. Insgesamt verwenden aktuell 21 aktive Flugzeuge 84 Trent 900 Triebwerke. Nach aktuellen Informationen müssen 14 der insgesamt 24 Triebwerke der sechs Qantas-Maschinen ersetzt werden. Rolls-Royce befürchtet, dass diese Zahl auf bis zu 40 Triebwerke steigen könnte, wenn die gleichen Probleme auch bei anderen Airlines bestehen.

    Da die Anzahl der verfügbaren neuen Triebwerke begrenzt ist und gegebenenfalls dem Produktionsvorrat von Airbus in Toulouse entnommen werden müssen, werden zu Recht weitere Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Riesenflieger befürchtet. Der Hersteller kündigte bereits an, von Rolls-Royce eine vollständige Kompensation der finanziellen Schäden von vermutlich über 100  Mio. Euro einzufordern. Momentan liegen Airbus Bestellungen für 234 weitere Maschinen vor.


    Knackpunkt Triebwerk: Welches hält was es verspricht?

    Auch der US-Hersteller Boeing machte zuletzt Rolls-Royce für die erneuten Verzögerungen seines Dreamliners verantwortlich. Rolls-Royce hatte auch für diesen Problemflieger ein eigenes Triebwerk, die Baureihe Trent 1000, entwickelt.

    Trotz all der Aufregung um das geplatzte Triebwerk genießt Rolls-Royce weiterhin das Vertrauen seiner Kunden. So bestellte Air China Flugzeugmotoren im Wert von 1,8 Mrd. Dollar für seine A330 sowie für die bereits georderten A350 XWB. Die arabische Fluggesellschaft Emirates erteilte einen Wartungsauftrag für seine A330 und Boeing 777 mit Rolls-Royce-Triebwerken in Höhe von 1,2 Mrd. Dollar.
    Ohne diese jüngsten Aufträge hätte sich die Abwärtsbewegung der Rolls-Royce-Aktie womöglich noch länger fortgesetzt. Diese war nach dem Qantas-Zwischenfall von 6,60 Britischen Pfund auf zeitweise 5,60 Pfund abgesackt, konnte sich aber zuletzt wieder auf 6,10 Pfund erholen.

    Die Briten haben mächtige Konkurrenten, welche gewiss mit großer Genugtuung die Probleme des Rivalen registriert haben. Und da diese Konkurrenten selbst alternative Triebwerke für den A380 fertigen, besteht ernsthafte Gefahr, dass Rolls-Royce das lukrative Geschäft mit dem Riesenvogel entgleitet.  Die Rede ist von der Engine Allianz, bestehend aus dem Triebwerkshersteller Pratt & Whitney und dem US-Mischkonzern General Electrics.

    Das 1996 gegründete Gemeinschaftsprojekt entwickelt bereits seit der frühen Planungsphase Antriebsaggregate für den Airbus A380. Heute verwenden sowohl Emirates als auch Air France KLM die einst für Boeings nie vollendete 747X vorgesehenen GP72XX Triebwerke in ihren A380.
    Nach den Problemen mit den Rolls-Royce-Triebwerken befindet sich die Engine Alliance in einer guten Position, denn ihre Triebwerke laufen bislang ohne Zwischenfälle.

    Viele potentielle Kunden werden jetzt ein besonderes Augenmerk darauf richten, welcher Triebwerkshersteller in den kommenden Monaten die meisten Störfälle verzeichnet. Da die Auftragsbücher der beiden großen Produzenten noch gut gefüllt sind, ist davon auszugehen, dass nur langfristig deutliche Verschiebungen im Kräfteverhältnis möglich sind. General Electrics befindet sich dabei in der komfortablen Position, dass das Triebwerksgeschäft nur einen kleinen Teil der Konzernumsätze ausmacht. Für Rolls-Royce dagegen ist es lebenswichtig, dass die aktuellen Probleme schnell gelöst werden und sich vorerst keine neuen Zwischenfälle ereignen.

    Der Traum, der nicht wahr wird...
    Bei all den Beinahe-Katastrophen und Verzögerungen beim Konkurrenten EADS sollte man meinen, dass der US-amerikanische Luft- und Raumfahrtkonzern Boeing der Konkurrenz die Nachbrenner zeigt und auf Nimmerwiedersehen davonzieht. Doch mit schöner Regelmäßigkeit produzieren auch die Amerikaner stets neue Pannen und schaffen es nicht, ihren Hoffnungsträger B787 auf den Weg zu bringen. Stattdessen erwies sich der Dreamliner, das erste mit einem kompletten Kohlenfaserverbundstoffrumpf konzipierte Verkehrsflugzeug, als nicht enden wollender Alptraum.

    Während in Europa der Triebwerksbrand bei Airbus die Schlagzeilen beherrschte, war in den USA im November vom Scheitern eines Testfluges bei Boeing zu lesen. So musste am 9. November 2010 eines von sechs Testflugzeugen des neuen 787-Typs nach einem Brand im Elektronikraum notlanden. Menschen kamen nicht zu Schaden, auch das Feuer selbst war weitaus weniger gefährlich als der Ölbrand der Konkurrenz. Das Ergebnis jedoch ist niederschmetternd für Boeing: Alle Testflugzeuge bleiben auf unbefristete Zeit am Boden. Wann der Dreamliner in den regulären Flugbetrieb gehen kann, bleibt ungewiss.


    Der alternde Champion: Die 747 wird ihre Spitzenposition wohl an den A380 verlieren...

    Boeing hatte zuletzt noch geplant, den ersten Dreamliner im Frühjahr 2011 auszuliefern, jedoch wurde dieser Termin nun erneut auf Anfang 2012 verschoben. Als Konsequenz des Brandes an Bord des Testfliegers sollen jetzt weitgehende Änderungen an der Elektrik und der Software des High-Tech-Jets vorgenommen werden. Vermutlich werden in diesem Jahr auch keine Flugzeuge dieses Typs mehr zu Testflügen aufsteigen.

    Unter diesen Bedingungen helfen Boeing auch die gut 900 Vorbestellungen für den Traumflieger nicht weiter. Stornierungen blieben bislang aus, doch werden die ersten Beschwerden laut. Qatar Airways-Chef Akbar Al Baker kritisierte Boeing jüngst scharf und zeigte sich erstaunt über derartige Verzögerungen bei dem hoch gelobten Weltkonzern. Als kleinen Seitenhieb ließ er verlauten, dass es bei Airbus´ A350 wohl kaum zu noch einem weiteren Jahr Wartezeit kommen werde.

    In Zeiten der Not tut es den Amerikanern sicher gut, dass sie sich auf ihre älteren Flugzeugtypen voll verlassen können. So wurde am 17. November bereits die 900ste Boeing 777 ausgeliefert. Das Jubiläumsexemplar des derzeit größten zweistrahligen Verkehrsfliegers trägt zukünftig die Farben der Ethiopian Airlines.

    Auch das Arbeitspferd der Boeing-Flotte, die 737, geht noch lange nicht in Rente und wird laufend modernisiert. Bis April 2011 läuft noch ein Testprogramm für die neue Generation. Mit einer Stückzahl von fast 6.400 Maschinen ist die 737 mit Abstand das erfolgreichste Verkehrsflugzeug aller Zeiten.
    Auch im Wettstreit um den US-Rüstungsauftrag für 179 neue Tankflugzeuge kann Boeing sich noch nicht als Sieger fühlen. Zwar gelang es nach heftigen Protesten, dem Rivalen EADS den bereits erteilten Zuschlag zu entreißen und das Verfahren wieder auf den Ausgangspunkt zu setzen. Doch bislang ist nicht abzusehen, welche Partei den 50 Mrd. Dollar schweren Auftrag erhalten wird. Nach einer Panne im US-Verteidigungsministerium wurden jüngst sensible Informationen über die Angebote der Flugzeugbauer an die jeweils rivalisierende Partei geschickt. Zwar gelobten sowohl die Europäer als auch Boeing, die erhaltenen Daten der Konkurrenz nicht zu sichten, der Skandal ist dennoch perfekt.


    Große Kulisse für ein bewährtes Flugzeug. Dagegen wird der Dreamliner zu Boeings Albtraum...

    Anfang 2011 soll die endgültige Entscheidung fallen, ob EADS mit seinem Partner Northrop Grumman oder Boeings Rüstungssparte die 179 Tankflugzeuge bauen wird. Jedenfalls ist das Projekt derart rentabel, dass der Zuschlag einen enormen Sprung nach vorne für die erfolgreiche Partei bedeuten wird und die Probleme im zivilen Bereich zumindest teilweise ausgleichen dürfte. Jeder interessierte Trader sollte also unbedingt ein Auge auf diese Entwicklung haben.

    Bilanzvergleich
    Die Airbus-Mutter EADS litt auch in diesem Jahr unter den Verzögerungen bei der Entwicklung des A350 XWB und den Problemen mit dem A380. Dennoch blieb der Konzern in den ersten neun Monaten 2010 mit einem Nettogewinn von 198 Mio. Euro in den schwarzen Zahlen. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum um gut 6 Prozent auf 31,6 Mrd. Euro. Im kürzlich abgelaufenen dritten Quartal allein setzte EADS 11,2 Mrd. Euro um und erreichte einen Gewinn von 13 Mio. Euro nach einem Verlust von 87 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang wuchs seit Januar von 25 Mrd. Euro auf ein Volumen von 58 Mrd. Euro.

    Für das Gesamtjahr 2010 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von über 44 Mrd. Euro sowie ein EBIT von gut 1,0 Mrd. Euro. Es sollen rund 500 Flugzeuge ausgeliefert werden, während die Bestellungen noch auf mehr als die aktuell georderten 421 Maschinen anwachsen sollen.

    Die Luftfahrt als zentrales Geschäftsfeld von EADS bleibt dennoch das Sorgenkind, solange die Probleme beim A380, A400M und A350 nicht gelöst werden geraten die hohen Ziele zusehends in Gefahr.
    Die EADS-Aktie zeigte sich 2010 sehr volatil, stieg jedoch im Jahresverlauf von 12,00 Euro auf einen Höchststand von 19,62 Euro. Seit dem Qantas-Vorfall Anfang November ist das Papier wieder gefallen und notierte zuletzt bei 17,30 Euro.

    Für Boeing verlief das Jahr 2010 ebenfalls eher mäßig, jedoch deutlich besser als das Krisenjahr 2009. Im dritten Quartal wurden 16,97 Mrd. Dollar umgesetzt, nach 16,69 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Allerdings sank der operative Gewinn von 2,15 Mrd. auf 1,39 Mrd. Dollar sowie der Nettogewinn auf 837 Mio. Dollar nach 1,56 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal.

    Auf den bisherigen Jahresverlauf gesehen stellt sich die Bilanz schon deutlich positiver dar: In den ersten neun Monaten 2010 setzte Boeing 47,76 Mrd. Dollar um. 2009 hatte das Unternehmen zwischen Januar und September noch über 50 Mrd. Dollar umgesetzt.  Allerdings brachte das Jahr 2010 deutlich höhere Gewinne mit sich. In neun Monaten wurden ein operativer Gewinn von 3,87 Mrd. Dollar sowie ein Nettogewinn von 2,14 Mrd. Dollar eingefahren. In den ersten drei Quartalen 2009 waren nur 403 Mio. Dollar operativer Gewinn und 44 Mio. Dollar Nettogewinn zusammengekommen.

    Die Boeing-Aktie war stürmisch ins neue Jahr gestartet und erreichte im Mai 2010 einen Höchststand von 75,83 Dollar. Seitdem ging es deutlich volatiler zur Sache, wobei das Papier nie dauerhaft unter 60,00 Dollar fiel. Auch die jüngsten Verzögerungen beim Dreamliner haben den Kurs nicht nachhaltig beeindrucken können, die Aktie notierte zuletzt bei 64,00 Dollar.

    Fazit
    Das Duell der beiden Flugzeughersteller ist innerhalb weniger Jahre vom Wettstreit zweier absoluter High-Tech-Konzerne zu einer Abfolge wechselseitiger technischer Fehlschläge verkommen. Neue Materialien wie die Kohlefaser und Konzepte wie das Mitspracherecht für Kunden bei der Innenausstattung der Maschinen haben bislang nicht den gewünschten Effekt erzielt. Die permanenten Verfehlungen haben beiden Konzernen einen schwerwiegenden Imageverlust beschert. Die Konkurrenz aus China, Brasilien und Kanada kommt immer dichter heran.


    Kleiner Leistungsträger, großer Hoffnungsträger - Aktuell hat Airbus leicht die Nase vorn...

    Auf der anderen Seite sollten allmählich die schlimmsten Probleme beseitigt oder zumindest erkannt sein. Airbus hat nur Probleme mit einem seiner zwei Triebwerkslieferanten und auch der A350 scheint planmäßig auf den Markt zu kommen.

    Boeing dagegen führt bereits Testflüge mit dem Dreamliner durch und auch wenn diese noch nicht nach Plan verlaufen, sollte das Flugzeug seine Marktreife früher oder später erreichen und nicht wie das frühere Konzept Sonic Cruiser von den Schreibtischen der Chefs in den Mülleimer fliegen.

    Für den CFD-Handel bleiben sowohl die Flugzeughersteller als auch deren Triebwerkslieferanten sehr interessant, denn es steckt viel Fantasie und Bewegung in den vorgestellten Werten.

    Matthias Protzel

     

     

    Ausblick

      HanseTrader HanseTrader Meta Kursziel Tendenz
    EADS
    EAD (Fra/ Ger/ Sp) Par.EAD 22,00 Euro  
    Boeing
    BA (US) USA.BA 80,00 US-Dollar  
    Rolls-Royce
    RR/ (UK) LSE.RR 7,00 Britische Pfund  
    General Electric
    GE (US) USA.GE 20,00 US-Dollar  
    Northrop Grumman
    NOC (US) - 63,00 US-Dollar  

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