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Tom Tom behält die Nase vorn

    Mo, 26/11/2007 - 13:25 – M.Protzel

    Eigentlich war schon Anfang Herbst klar, dass der Hersteller digitaler Straßenkarten, Tele Atlas, in den Besitz der holländischen Landsleute von Tom Tom (CFD-Kürzel: TOM) fallen würde. Doch dessen großer Konkurrent im Bereich Navigations-Soft- und Hardware, Garmin (CFD-Kürzel: GRMN) aus den USA, startete noch einen Versuch, sich Tele Atlas selbst einzuverleiben. Inzwischen haben die Amerikaner wieder Abstand von ihrer Offerte genommen und sich stattdessen für die Verlängerung ihres Lizenzvertrages mit Navteq, dem einzig ernsthaften europäischen Wettbewerber neben Tele Atlas entschlossen. Navteq steht übrigens seinerseits kurz vor der Übernahme durch den Handyhersteller Nokia.

    Tom Tom, gemeinsam mit Garmin weltgrößter Spezialist für mobile Navigation besaß bereits gut 30 Prozent von Tele Atlas und will jetzt insgesamt 80 Prozent der Firma übernehmen. Für den Deal werden inzwischen 30 Euro in bar je Aktie geboten, was zu einem Gesamtpreis von ca. 2,9 Mrd. Euro führt. Garmin hatte sich kein höheres Angebot als 24,50 Euro je Aktie abringen können. Tom Tom kann sich für die Finanzierung auf Rückhalt durch die Banken Goldman Sachs, Rabobank und ABN Amro verlassen.

    Nach Verzicht Garmins fiel die Tele-Atlas-Aktie um gut 9 Prozent auf 29,33 Euro, was wohl in erster Linie am Verlust der Erwartungshaltung der Spekulanten lag. Da kein Übernahmeangebot mehr droht, ist vorerst die Luft aus der Geschichte raus. Für Tom Tom beginnt der Kampf um die alleinige Marktführerschaft jedoch gerade erst. Im Markt für mobile Navigation bestehen nach wie vor enorme Wachstumschancen, wobei die Technologie noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht hat. Auch steht die Entwicklung von Smartphones als mobile Wegfinder noch ganz am Anfang eines äußerst wahrscheinlichen Siegeszuges.

    Durch die Übernahme von Tele-Atlas sichert sich Tom Tom die entscheidende Kernkompetenz, ohne die jegliches Navigationsgerät nutzlos wäre: Das Kartenmaterial! Tele Atlas erbrachte 2006 einen Umsatz von 264 Mio. Euro bei einem Verlust von 19 Mio. Euro. Für 2007 ist dagegen ein EBIT von 3 Mio. Euro erwartet. Die Papiere Tom Toms steigen seit Klärung der Übernahme stetig und bewegen sich langsam auf 65 Euro zu.

    Matthias Protzel

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