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A320neo: Der neue Superstar

    Fr, 24/06/2011 - 16:04 – M.Protzel

    Die Luftfahrtmesse im französischen Le Bourget ist zuende und ein neues Kapitel im Wettstreit zwischen EADS und Boeing kann aufgeschlagen werden. Dieses Mal hat die EADS-Tochter Airbus derart viele Neubestellungen eingesammelt, dass die Konkurrenz aus den USA vorerst nur noch die Kondensstreifen der Europäer sehen dürfte.

    Nach wie vor sind die kleineren, zweistrahligen Linienmaschinen die Arbeitspferde der Fluglinien. Während Boeing sich seit Jahrzehnten auf die legendäre B737 verließ, konnte Airbus den Abstand mit seinem Vorzeigeflieger A320 immer weiter verkürzen. Im Dezember 2010 wurde die neue Variante A320neo aufgelegt, welche mit neuen Triebwerken von Pratt & Whitney sowie Winglets an den Flügelenden ausgestattet ist und somit rund 15 Prozent weniger Treibstoff verbraucht als zuvor.

    Zunächst setzte es noch Häme aus den USA: Boeing wollte den neuen Flieger höchstens als Verfolger der ebenfalls neuen 737-NG anerkennen, mitnichten jedoch als gleichwertiges, ja gar überlegenes Modell.

    In Le Bourget wurde Boeing von der Realität des Marktes brutal auf den Boden zurückgeholt: Ganze 77 Bestellungen für die 737-NG gingen dort ein. Airbus dagegen sah sich einem wahren Ansturm der Interessenten ausgesetzt. Allein die malayische Billigfluglinie Air Asia orderte 200 A320neo im Wert von rund 17 Milliarden Dollar und ging eine Option auf 100 weitere Maschinen ein. Die indische Fluggesellschaft IndiGo bestellte 180 Flugzeuge des neuen Typs. Insgesamt nahm Airbus seit Dezember gut 1.000 Bestellungen für die A320neo entgegen.


    A new Star is born - Hier allerdings noch ein älteres Modell der 320er Baureihe...

    Als wäre Boeing nicht schon genug gedemütigt, drohen jetzt auch Traditionskunden zum "Feind" überzulaufen. Angeblich verhandelt American Airlines bereits mit den Europäern, um erstmals in ihrer jüngeren Geschichte andere Modelle als Boeing oder McDonnell Douglas zu fliegen. Auch hier steht eine Order von 100 A320neo im Raum.

    Angesichts des kometenhaften Aufstiegs ihres neuen Superstars überlegt die Airbus-Führungsriege nun, die Produktion weiter anzukurbeln. Bislang sollte die Fertigung bereits von 36 auf 42 Maschinen pro Monat anwachsen.

    Die wenigen Negativmeldungen der letzten Tage können die Euphorie nicht abschwächen: So blockiert die chinesische Regierung momentan einen Vier Milliarden Dollar schweren Auftrag von Hong Kong Airlines über zehn A380. Die Pläne der EU, ab 2012 den Flugverkehr in den Abgaszertifikatehandel einzubeziehen bereiten den Chinesen offenbar Kopfzerbrechen. Angesichts der aktuellen Auftragslage kann Airbus jedoch gelassen an dieses Problem herangehen.

    Entsprechend setzte sich die Aufwärtsbewegung der EADS-Aktie in dieser Woche fort. Seit dem 20. Juni stieg das Papier von 21,00 auf zuletzt 22,50 Euro. Analysten rechnen damit, dass sich der Aufschwung noch weiter fortsetzt, womit EADS zu einem sehr interessanten Wert für das CFD-Depot wird.

    Boeing muss dagegen vorerst kleinere Brötchen backen – die Aktie fiel im Wochenverlauf von 74,15 auf zuletzt 71,20 US-Dollar. Doch dürfte der Zeitpunkt für die Eröffnung einer Shortposition bereits wieder vorbei sein und die Aktie langfristig wieder steigen. Wir sehen Boeing momentan eher neutral.

    Das neue Flugzeug wird 2015 erstmals ausgeliefert. Schauen Sie dann bei Ihrem nächsten Flug mit einem A320 doch einmal aus dem Fenster, ob sie Winglets an den Flügelenden erblicken. In diesem Fall sollten Sie sich privilegiert fühlen, denn Sie sind mit dem neuen Superstar der Luftfahrtbranche unterwegs.

    Matthias Protzel

     

    Ausblick

      HanseTrader HanseTrader Meta Kursziel Tendenz
    EADS
    EAD (Fra/Ger/Sp) Par.EAD 25,00 Euro  
    Boeing
    BA (US) USA.BA 75,00 US-Dollar  

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