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Rückkehr der Auto-Samurai

    Mi, 03/08/2011 - 13:56 – M.Protzel

    Die CFDs der japanischen Automobilhersteller
    Es ist jetzt bald vier Monate her, dass ein verheerendes Erdbeben, gefolgt von einem Tsunami, welcher noch mehr Zerstörung anrichtete, Japan ins Chaos stürzte. Tausende Tote,  hunderttausende ohne sicheres Obdach und zu allem Überfluss noch die atomare Katastrophe von Fukushima hätten so manche Nation unrettbar ins Chaos gestürzt.

    Doch das japanische Volk hielt in seiner dunkelsten Stunde seit dem zweiten Weltkrieg fest zusammen. In Rekordzeit liefen die Aufbauarbeiten an, die Trauer wurde auf später verschoben. Nur die für Fukushima verantwortliche Gesellschaft Tepco zeigte mit ihrem zweifelhaften Krisenmanagement ein hässliches Gesicht.


    Das Strassenbild in Japan wird nach wie vor von einheimischen Marken dominiert...

    Für die japanischen Automobilhersteller gilt das nicht. Diese sind dabei, trotz schwerer Produktionsausfälle die Krise abzuschütteln und schicken sich an, die Lücke zur globalen Konkurrenz wieder zu schließen. Dabei kämpfen sie jedoch nicht nur gegen die physischen Schäden der Katastrophe, sondern auch gegen eine unangenehm starke einheimische Währung.

    In den vergangenen Monaten ist der Yen stark gestiegen und erreichte zuletzt schon mit 77,9 Yen zum US-Dollar ein Vierjahreshoch. Für die Exportnation Japan ist eine zu starke eigene Währung jedoch nicht wünschenswert. Die einheimischen Industrieverbände machen bereits Druck auf die Politik, Maßnahmen zu einer erneuten Abwertung zu ergreifen. Die Autoindustrie Japans leidet besonders stark unter einem zu starken Yen, was die verstärkte Abwanderung dieser Betriebe ins Ausland erklärt. Diejenigen unter den Autoherstellern, welche bereits seit längerem Teile ihrer Fertigung vor allem in die Wachstumsmärkte anderer asiatischer Länder und nach Südamerika verlegen, profitieren bereits von diesem Vorsprung gegenüber ihren Landsleuten.

    Nissan auf Pole-Position
    Obwohl das Erdbeben vom 11. März alle Hauptwerke und mehrere kleinere Fertigungsstätten des Automobilherstellers Nissan schwer traf, kann der Konzern bereits früher als seine einheimischen Konkurrenten wieder die volle Produktionskapazität erreichen. Nissan besitzt mehr Werke außerhalb Japans als die meisten anderen Hersteller und hat daher die Nase im innerjapanischen Erholungswettlauf vorn. So sollen im laufenden Quartal sogar mehr Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum verkauft werden.

    Im Geschäftsjahr 2011, welches von März 2011 bis März 2012 gezählt wird, plant Nissan weltweit 4,6 Millionen Fahrzeuge abzusetzen. Das wären fast 10 Prozent mehr als im vorangegangenen Rekordjahr. Insgesamt soll der Umsatz um 7,1 Prozent auf 9,4 Billionen Yen steigen, während ein Rückgang des Betriebsgewinns von 14 Prozent auf 460 Milliarden Yen erwartet wird. Damit würde Nissan deutlich weniger Gewinn einbüßen als die direkte japanische Konkurrenz. So wird bei Toyota mit einem Gewinnrückgang um 36 Prozent gerechnet, bei Honda sogar um 65 Prozent.

    Vor allem der chinesische Markt soll das Wachstum vorantreiben. Dort wird ein Absatzwachstum von 12,3 Prozent auf 1,15 Millionen Automobile erwartet. Auch in Europa soll ein neuer Wachstumsschub erfolgen und der Absatz um 10,4 Prozent auf 670.000 Fahrzeuge steigen. In Nordamerika sollen sogar 1,33 Millionen Autos verkauft werden, was aber nur einer Steigerung von 6,8 Prozent entspräche, während sich der ohnehin starke Heimatmarkt um 1,7 Prozent auf 610.000 verkaufte Einheiten steigern soll.


    Nissan Micra - ein Verkaufsschlager des japanischen Herstellers...

    Wieder einmal hätte sich der Brasilianer Carlos Ghosn, der Nissan und Renault seit 1999 in Personalunion leitet, als brillanter Stratege an der Unternehmensspitze bewährt. Schon damals hatte er Nissan vor dem Ruin bewahrt und die Ziele seines dreijährigen Sanierungsplans bereits nach zwei Jahren erreicht. Seit 2002 stimmen die beiden Hersteller verstärkt ihre Modellreihen aufeinander ab und erreichen so starke Synergien was Produktionskosten und Produktplanung angeht.

    Doch Ghosn ist noch längst nicht am Ziel seiner Träume angelangt: Im Rahmen eines neuen Sechs-Jahresplans soll der momentane 5,8-prozentige Weltmarktanteil Nissans bis 2016/2017 auf acht Prozent gehoben werden.

    Neben bewährten Modellen wie Micra oder Infiniti soll jetzt auch mit Elektroautos Ernst gemacht werden. Nissan hatte bereits 2010 als erster großer Automobilhersteller ein Fahrzeug mit Elektromotor auf den Markt gebracht. Der Fünftürer Leaf (Leading, Environmentally Friendly, Affordable Family Car; oder einfach "Blatt") ist bereits zu Europas Auto des Jahres 2011 gewählt worden. Wie sich das Fahrzeug im Masseneinsatz auf den Straßen der Welt bewährt, bleibt abzuwarten. Nissan und Renault wollen gemeinsam bis 2017 rund 1,5 Millionen Elektroautos verkaufen.

    Dabei dürfte der Leaf nicht alleine bleiben, denn immerhin soll in den kommenden Jahren alle sechs Wochen ein neues Fahrzeugmodell präsentiert werden. Ob es ökonomisch sinnvoll oder technisch möglich ist, eine solch enorme Modellvielfalt aufzubauen, wird die Zukunft zeigen. Es ist denkbar, dass Nissan eine permanente Modernisierung und Weiterentwicklung seiner Fahrzeuge anstrebt, wie es sie in dieser Form bei keinem anderen Hersteller gibt.

    Erstmals seit vielen Jahren werden jetzt sogar wieder mögliche Übernahmen oder Mehrheitsbeteiligungen ins Auge gefasst. Momentan nähren Nissan und Renault Gerüchte, die Kontrollmehrheit am russischen Lada-Hersteller Avtovaz übernehmen zu wollen. Die Franzosen sind bereits mit 25 Prozent investiert. Nissan will Anteile von den russischen Avtovaz-Großaktionären Rostechnologii und Troika Dialog übernehmen. Wären die drei Unternehmen bereits vereint, wäre "Nissan-Renault-Avtovaz" mit 7,3 Millionen verkauften Fahrzeugen drittgrößter Autokonzern der Welt. Doch momentan befinden sich die Gespräche noch in einem frühen Stadium und eine Fusion ist nicht mehr als Zukunftsmusik.

    Nachdem sich der Ansatz zahlreicher globaler Produktionsstandorte in der Erdbebenkatastrophe als vorteilhaft erwiesen hat, wird Nissan seine Fertigungskapazitäten außerhalb Japans weiter ausbauen. Der Löwenanteil der Investitionen wird dabei in China, dem größten Automarkt der Welt, getätigt. Um in den nächsten Jahren mindestens auf zehn Prozent Marktanteil im Reich der Mitte zu kommen, werden Nissan und der chinesische Partner Dongfeng Motor Company gut 50 Milliarden Yuan (ca. 5,3 Milliarden Euro) ausgeben. Bis 2015 sollen 30 neue Modelle in China auf den Markt kommen und der Absatz so auf 2,3 Millionen Stück pro Jahr gesteigert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen eigene Fabriken aufgebaut und die Zahl der Händler von 1.400 auf 2.400 erhöht werden.


    Preiswerte Eleganz zeichnet die japanischen Autos aus...

    Auch der südamerikanische Kontinent ist als wichtiger Absatzmarkt ausgemacht worden und nimmt in den Planungen der Japaner eine entsprechend wichtige Rolle ein. In Brasilien soll ein neues Werk mit einer Jahreskapazität von 200.000 Fahrzeugen entstehen.

    Von Anfang bis Mitte Juli war die Nissan-Aktie von 839,5 auf 880,00 Yen in der Spitze gestiegen. Nach einem zwischenzeitlichen Abrutschen auf 830,00 Yen erholte sich das Papier zuletzt bis auf 864,00 Yen.
    Wenn die kommenden Quartale die positive Entwicklung Nissans bestätigen, trauen wir der Aktie zu in diesem Jahr wieder deutlich über 1.000 Yen hinaus zu steigen. Nissan ist vermutlich derzeit der aussichtsreiche japanische Automobilkonzern.

    Toyota fällt zurück
    Nichts schien unmöglich für den zeitweilig größten Autobauer und drittgrößten börsennotierten Konzern der Welt. Doch nach mehreren massiven Rückrufaktionen in den letzten Jahren und dem Nackenschlag durch das Erdbeben im März wird Toyota voraussichtlich seine Spitzenposition wieder an General Motors verlieren. Und jetzt scheint es, als würde auch der deutsche Volkswagen-Konzern mit seinem aktuell schier unaufhaltsamen Wachstum die Japaner im Gesamtjahr 2011 überholen. Branchenexperten rechnen damit, dass GM 2011 rund 8,5 Millionen Fahrzeuge verkaufen wird, Volkswagen gut acht Millionen und Toyota noch 7,5 Millionen. Toyota wird demnach in diesem Jahr noch nicht in der Lage sein, den durch die Naturkatastrophe verursachten Produktionsrückstand aufzuholen.

    Weltweit ging die Produktion von Toyota-Automobilen noch im Juni um 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Es verließen noch 593.839 Fahrzeuge die Fabriken. Immerhin zeigt sich bereits eine deutliche Erholung gegenüber dem Mai, als der Ausstoß noch 49,3 Prozent niedriger lag als im Mai 2010. Für das Geschäftsjahr 2011/2012 rechnen die Japaner bereits mit einem Gewinneinbruch von 35 Prozent.

    Am deutlichsten wird Toyotas momentane Schwäche auf dem US-Markt: Während die deutschen und amerikanischen Hersteller dort kräftig zulegen konnten, stürzten Toyotas Verkaufszahlen im Juni 2011 gleich um 21,1 Prozent auf 110.900 Fahrzeuge ab. Selbst der einst krisengeplagte Chrysler-Konzern konnte unter seiner neuen Führung durch Fiat seinen Absatz um 30,2 Prozent steigern.


    Toyota wühlt sich durch...

    Auch auf dem deutschen Markt brach Toyotas Umsatz ein. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr gingen die Erlöse um fast 15 Prozent von 1,7 auf 1,45 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich blieb ein Verlust von 21 Millionen Euro nach sieben Millionen Euro im Vorjahr. Mittlerweile beträgt Toyotas Marktanteil in Deutschland weniger als drei Prozent.

    Die Japaner haben sich in der Vergangenheit zu viele Rückrufaktionen geleistet, die das Vertrauen der Kunden in die Marke offenbar nachhaltig beschädigt haben. Wie empfindlich die Konzernführung inzwischen auf mögliche Makel an ihren Produkten reagiert, zeigt das neueste Beispiel: Wegen fehlerhafter Bauteile werden weltweit über 100.000 Fahrzeuge der Typen Lexus RX 400h und Toyota Highlander HV zurückgerufen. Bei den Modellen kann es offenbar zu Überhitzungen im Hybridsystem kommen. Das Trauma mit klemmenden Gaspedalen in Toyota-Fahrzeugen mit gut vier Millionen Rückrufen in aller Welt hat dazu geführt, dass der Konzern jetzt beim kleinsten Verdacht sofort prophylaktisch reagiert.

    Wie eingangs erwähnt, leidet die japanische Autoindustrie nicht nur unter den Auswirkungen der Erdbebenkatastrophe, sondern auch unter dem wiedererstarkten Yen. Neben einer aktiven Mithilfe beim Wiederaufbau der Regionen rings um seine Produktionsstandorte will Toyota auch organisationstechnisch Hand anlegen und seine Konzernstruktur straffen. Zu diesem Zweck sollen drei der Produktionsgesellschaften des Unternehmens miteinander fusioniert werden. Bis Juli 2012 sollen die Gesellschaften Kanto Auto Works, Central Motor und Toyota Motor Tohoku miteinander verschmelzen. Die bislang ebenfalls börsennotierte Firma Kanto Works wird komplett von Toyota übernommen.

    Auch Toyota investiert viel in die Erforschung neuer Antriebe durch alternative Energien. Kürzlich wurden die Japaner sogar von der Markenberatung Interbrand zum "grünsten" Unternehmen der Welt gewählt. Dass Toyota die Entwicklung von Elektroautos weiterhin mit vollem Ernst betreibt, zeigt auch die intensive Zusammenarbeit mit dem kalifornischen Elektropionier Tesla Motors. Toyota erteilt dem Unternehmen einen Auftrag zum Bau und der Lieferung elektrischer Antriebssysteme und Batterien im Wert von 100 Millionen Dollar.

    Die Toyota-Aktie schwankt seit der Erdbebenkatastrophe permanent zwischen 3.120,00 und 3.430,00 Yen. Zuletzt notierte das Papier bei 3.250,00 Yen. Der Ausblick der Analysten ist weiterhin verhalten neutral. Langfristig könnte sich die Aktie wieder in Richtung 4.000,00 Yen bewegen, momentan erwarten wir jedoch noch keine deutlichen Verbesserungen.

    Honda auf zwei Rädern
    Die Honda Motor Company ist womöglich am schwersten von Erdbeben und Tsunami in Japan betroffen. Wie weiter oben erwähnt, wird ein Gewinnrückgang um 65 Prozent im laufenden Geschäftsjahr erwartet. Auf lange Sicht sollte sich der Konzern jedoch erholen können. Honda stellt nicht nur Autos her. Weitaus bekannter ist das Unternehmen für seine Zweiräder. Honda ist sogar weltgrößter Hersteller von Motorrädern und -rollern.

    Da Honda viele seiner Motorräder im Ausland herstellt, dürfte dieses Segment viel zur Erholung des Unternehmens beitragen. In Asien wächst der entsprechende Markt ebenso schnell wie der Automobilmarkt. Zumindest in kleineren asiatischen Ländern wie Vietnam, das bereits als viertgrößter Markt für Motorräder weltweit gilt, erfreuen sich die günstigeren Zweiräder sogar noch größerer Beliebtheit. Noch mehr Motorräder werden nur in China, Indien und Indonesien abgesetzt.

    Jetzt soll bereits eine dritte Fertigungsstätte mit einer Jahreskapazität von 500.000 Einheiten pro Jahr in Vietnam entstehen. Das Tochterunternehmen Honda Vietnam produziert bereits seit 1997 in dem aufstrebenden asiatischen Land. Durch das neue, rund zehn Milliarden Yen teure Werk soll die vietnamesische Jahresproduktion auf 2,5 Millionen Stück steigen. Seit 1997 konnte Honda Vietnam bereits rund 9,6 Millionen Zweiräder absetzen.


    Für das ganz große Rennen fehlt Honda noch ein wenig der Schwung...

    Und während die anderen japanischen Hersteller an ihren Elektroautos feilen, hat Honda bereits eine Lösung für das kleine Portemonnaie in der Tasche: Seit April 2011 kann in Japan Hondas Elektroroller EV-neo geleast werden. Ein weiteres Testprojekt läuft gerade in Barcelona an. Der Roller soll unter anderem mit einer tragbaren Ladeeinheit ausgeliefert werden, welche es möglich macht, den Akku an der heimischen Steckdose aufzuladen.

    Desweiteren soll im Jahr 2012 die neue, vierte Generation des Erfolgsautomobils Honda CR-V auf den Markt kommen. Mit einem aggressiveren, aerodynamischen Design, gepaart mit geringerem Spritverbrauch sollen noch mehr Kunden geködert werden. Der SUV wird in 160 Ländern gefahren und gehört zu den erfolgreichsten Modellen seiner Fahrzeugklasse.

    Leider bleibt auch Honda nicht von der Rückrufkrankheit verschont. Aktuell läuft eine Rückholaktion für mehr als 200.000 Pkw in aller Welt an. So soll der Kompaktvan FR-V unter einer defekten Wasserpumpe leiden. Auch Fahrzeuge der Marken Stream, Civic und Crossroad sind betroffen. Allerdings ruft Honda vor allem in Japan und Südamerika Fahrzeuge zurück. In Europa wurden bislang nur 6.800 Halter angeschrieben.

    Die Honda-Aktie war in den vergangenen Monaten bereits auf 3.245,00 Yen gestiegen, fiel aber unter dem Eindruck der reduzierten Gewinnprognosen zuletzt auf 3.075,00 Yen ab. Chance und Risiko halten sich momentan die Waage, langfristig dürfte der Wert wieder steigen. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass es noch zu stärkeren Einbrüchen kommt, wenn die Jahresgewinne tatsächlich stark nachlassen.

    Mitsubishi erhöht Absatz
    Mitsubishi Motors gehört heute eher zu den kleineren japanischen Automobilherstellern. Vor Ausbruch der Finanzkrise war das Unternehmen nur die Nummer sechs in Japan.

    Doch jetzt kann Mitsubishi aufholen, da die Produktion nicht nur in Japan, sondern auch in Deutschland, Spanien sowie Russland stattfindet. Im ersten Halbjahr 2011 konnte der Absatz zumindest auf dem europäischen Markt sogar um ein Drittel gesteigert werden. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 85.135 Fahrzeuge abgesetzt. Mit 16.704 Neuzulassungen bleibt Deutschland der wichtigste europäische Markt für die Japaner. Hier konnte der Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um 65 Prozent gesteigert werden.

    Doch auch in Asien will Mitsubishi weiter zulegen. Hier gilt vor allem Thailand als strategischer Knotenpunkt. Dort soll die bestehende Produktion bis 2012 auf eine Jahreszahl von 450.000 Fahrzeugen ausgebaut werden. Dazu sollen Investitionen von über zwei Milliarden Yen getätigt werden. Übrigens wird Mitsubishi ab 2012 in einer Kooperation mit Nissan dessen Pickup Navara in Thailand herstellen.

    Angesichts der momentan sehr positiven Entwicklung scheint die Mitsubishi-Aktie sehr aussichtsreich zu sein. Allein im Juli stieg das Papier von 95,50 auf zuletzt 102,00 Yen.

    Suzuki will Partnerwechsel
    Feste Partnerschaften in der Autoindustrie müssen nicht zwingend erfolgreich verlaufen. Diese Erfahrung müssen momentan auch der japanische Auto- und Motorradhersteller Suzuki  und Volkswagen machen, die sich vor anderthalb Jahren zu einer engen Kooperation entschlossen hatten. Zwar sind die beiden Konzerne nicht so stark aneinander gebunden wie einst Daimler und Chrysler, sind aber dennoch Verträge und Überkreuzbeteiligungen eingegangen, die bei einer Beendigung des Verhältnisses neue Verhandlungen erfordern würden.

    Suzuki braucht einen starken Partner, um am Markt nicht unter die Räder zu kommen. Doch mittlerweile zeigt sich, dass die deutschen und japanischen Firmenkulturen nicht immer zusammenpassen. Den Deutschen geht die Entwicklung bei Suzuki zu langsam voran, sie zweifeln an der Bereitschaft der Japaner, mit vollem Einsatz die Zusammenarbeit voranzutreiben. Das stolze Familienunternehmen Suzuki stört sich wiederum daran, in der VW-Bilanz als Beteiligung aufgeführt zu werden. Angesichts der Sammelwut, die VW momentan an den Tag legt, fürchtet Suzuki um seine Unabhängigkeit. Volkswagen hatte Ende 2009 für 1,7 Milliarden Euro 19,9 Prozent der Suzuki-Anteile gekauft. Die Japaner hatten nur einen symbolischen Anteil von 2,5 Prozent an Volkswagen erworben.


    Erfolgreicher Geländewagen: Suzuki Samurai...

    Inzwischen sieht sich der deutsche Konzern brüskiert, da Suzuki-Chef Osamu Suzuki ausgerechnet den europäischen Konkurrenten Fiat als möglichen Ersatzpartner ins Spiel brachte. Es wurden sogar schon Dieselmotoren bei Fiat bestellt, ohne dass Suzuki seinen Partner VW zuvor darüber informiert hätte.
    Es ist erst wenige Monate her, dass Fiat-Chef Marchionne die Übernahme Alfa-Romeos durch Volkswagen ablehnte und sich im Gegenzug mit seinem Interesse an den VW-Beteiligungen Scania und MAN lächerlich machte. Die damalige Abfuhr durch VW-Übervater Piëch tut sicher immer noch weh und es ist anzunehmen, dass Fiat nur zu gerne mit Suzuki kooperieren würde.

    Suzuki ist mit seiner Marke Maruti einer der wichtigsten Anbieter von Pkw in Indien. Volkswagen wiederum möchte mehr Einfluss auf den indischen Markt gewinnen, welcher momentan noch eher ein weißer Fleck auf der Weltkarte des VW-Imperiums ist. Zudem ist Suzuki ein Experte im Bau von Kleinstwagen, welche in Asien und Indien stark nachgefragt werden. Doch jetzt könnten diese Trümpfe tatsächlich an Fiat gehen, denn mittlerweile zeigen sich die Wolfsburger bockig und erwägen ihrerseits ein Ende der Kooperation mit Suzuki. Dies wird momentan geprüft.

    Der Verlust Suzukis wäre ärgerlich, aber nicht tragisch. Langfristig könnte sich Volkswagen auch aus eigener Kraft in Indien etablieren – die Kriegskasse ist nach wie vor prall gefüllt. Für Fiat wäre Suzuki sicher ebenfalls ein wertvoller Partner, doch ist fraglich, ob die Zusammenarbeit besser laufen würde als jetzt mit VW. Zusätzlich ist Fiat immer noch mit der schweren Aufgabe beschäftigt, den US-Autobauer Chrysler wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

    Suzuki dagegen könnte langfristig sehr profitieren. Von allen begehrt, könnten sich noch weitere mögliche Partnerschaften auftun. Die einzige Gefahr: Am Ende könnte sich die Unternehmensführung verpokern und Suzuki doch noch zu einem Übernahmekandidaten werden. Spätestens wenn die großen amerikanischen Hersteller wieder auf festen Füssen stehen, werden diese versuchen wieder in Asien Fuß zu fassen.
    Die Suzuki-Aktie war seit Ende Juni auf 1.875,00 Yen gestiegen. Angesichts des schwelenden Streits unter den Geschäftspartnern fiel das Papier zuletzt auf 1.790,00 Yen ab. Vorerst erwarten wir keine starken Bewegungen nach oben oder unten. Interessierte Trader sollten zunächst abwarten, wie sich der Partnerschaftsstreit entwickelt.

    Fazit
    Die große Katastrophe scheint von der japanischen Autoindustrie verdaut worden zu sein. Mit typisch asiatischem Pragmatismus arbeiten sich die Automobilkonzerne wieder an die Weltspitze heran. Fleiß, Qualität und Know-How sind vorhanden. Doch können die japanischen Hersteller auch schnell wieder unter Druck geraten, wenn der Yen weiter deutlich steigt. In diesem Fall sollten Sie sich bereit halten, Ihre Positionen rechtzeitig zu schließen oder den Mut haben, mit Shortpositionen zu agieren.


    Die Zukunft gehört Hybrid- und Elektromotoren und die Japaner sind ganz vorne mit dabei...

    Langfristig dürften sich die vorgestellten Werte jedoch weiter nach oben orientieren. Vor allem Nissan erscheint momentan aussichtsreich. Egal wozu Sie sich entschließen, vergessen Sie niemals Ihre Positionen per Stoporder abzusichern. Wenn die Japaner erst wieder ins Rollen kommen, dann lacht das Herz eines jeden Liebhabers fernöstlicher CFDs.

    Matthias Protzel

     

    Ausblick

      HanseTrader HanseTrader Meta Kursziel Tendenz
    Nissan
    7201 Nissan (Jp) - 1.000,00 Yen  
    Toyota
    7203 Toyota (Jp) - 3.400,00 Yen  
    Honda
    7267 Honda - 3.300,00 Yen  
    Mitsubishi
    7211 Mitsub Mot (Jp) - 120,00 Yen  
    Suzuki
    7269 Suzuki (Jp) - 1.800,00 Yen  

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