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Shell macht sich die Hände schmutzig

    Di, 16/08/2011 - 15:38 – M.Protzel

    Der niederländisch-britische Ölkonzern Royal Dutch Shell ist mit einem Jahresumsatz von rund 370 Milliarden US-Dollar momentan der größte Spieler der Branche. Shell ist weltweit aktiv, wobei die Ölförderung das zentrale, jedoch nicht das einzige Geschäftsfeld ist. So werden auch Mineralöle und Chemikalien erzeugt, Erdgas gefördert und mit Solar- Wasserstoff- oder Biomassetechnologien der Einsatz erneuerbarer Energien erforscht.

    Die wichtigsten Konkurrenten Exxon Mobil und BP konnten in den letzten Jahren deutlich überholt werden. Dabei wurde dem größten Widersacher BP im vergangenen Jahr die verheerende Ölpest vor der mexikanischen Küste zum Verhängnis. Aus der havarierten Ölbohrplattform Deepwater Horizon flossen damals fast eine Million Tonnen Öl in den Ozean. Die Folgen der Verseuchung für die Umwelt sind bis heute nicht abzusehen. BP fuhr 2010 einen Jahresverlust von 3,7 Milliarden Dollar ein und erlitt einen schweren Imageverlust.

    Ohnehin ist die Öffentlichkeit heutzutage sensibilisiert für Eingriffe in die Natur und Ölpesten, zu denen es seit Beginn der Förderung vor über hundert Jahren regelmäßig kommt, lassen sich kaum noch vertuschen oder schönreden. Der betroffenen Natur hilft die Empörung meist wenig, doch wird es für die Konzerne immer schwerer, sich aus ihrer Verantwortung herauszuwinden.

    Es ist also anzunehmen, dass in der PR-Zentrale von Shell bereits die Köpfe rauchen, denn seit einigen Tagen hat das Unternehmen seine eigene Ölpest in der Nordsee zu verantworten. Gewiss, die durch Schäden an der Plattform "Gannet Alpha" vor der schottischen Küste ausgetretene Menge Öl ist nicht annähernd so groß wie damals vor Mexiko. So sollen bislang "erst" knapp 200 Tonnen der schwarzen Substanz ins Meer geflossen sein. Immerhin viermal so viel wie der durchschnittliche betriebsbedingte Austritt pro Jahr in der gesamten Nordsee. Und es wird auch erwartet, dass sich das Öl zerstreut, bevor es eine Küste erreicht, wenn nicht noch größere Mengen austreten. Das Leck soll auch bereits geschlossen sein.

    Doch jetzt befindet sich Shell in Erklärungsnot: Nicht nur soll der Konzern die Bekanntgabe des Unglücks um zwei Tage verzögert haben, es wurde inzwischen auch bekannt, dass die Plattform ein weiteres Leck an einer schwer zugänglichen Stelle hat. Shell will auch dieses Leck so schnell wie möglich abdichten und fährt vom U-Boot bis zum Hubschrauber alles auf, was die Arsenale hergeben. Neben der Küste Schottlands ist auch der sensible Lebensraum Arktis nicht weit entfernt. Abgemagerte Eisbären die auf einsamen Schollen dahintreiben sind zu beliebten Motiven der Medien geworden und Shell wird es sich kaum leisten wollen, diesen bedrohten Raubtieren auf den Titelblättern der Welt die letzte Ölung zu verpassen.


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    Noch haben wir es hier tatsächlich nur mit einem begrenzten Unfall zu tun, doch kann daraus schnell ein PR-Desaster werden, wie die Konkurrenz am eigenen Leib erfahren musste. Die Shell-Aktie hat bereits einen Knick abbekommen. Seit dem 11. August hat sich das Papier jedoch wieder leicht von 21,35 Euro bzw. 18,70 Britische Pfund (LSE-Notierung) auf 22,70 Euro bzw. 19,95 Pfund erholt. Den Analysten macht dabei der zuletzt rückläufige Ölpreis deutlich mehr Sorgen als der Nordsee-Vorfall. Die langfristigen Kursziele für Shell bleiben bisher unverändert bei 25,00 Euro bzw. 27,00 Britischen Pfund.

    Uns war jedoch der größte Störfall in der Nordsee seit über zehn Jahren einen Bericht wert, denn sollte Shell tatsächlich hoch gepokert und größere Schäden verschwiegen haben, würde aus einem langfristigen Longtrade-Kandidaten schnell ein Anwärter für kurzfristige Leerverkäufe. Sichern Sie also stets gut per Stoporder Ihre Position ab und behalten Sie die entsprechenden Pressemeldungen im Auge. Dieser CFD bietet große Chancen ist aber auch nicht ohne Risiko.

    Matthias Protzel

     

    Ausblick

      HanseTrader HanseTrader Meta Kursziel Tendenz
    Royal Dutch Shell
    RDS (Hol) Ams.RDSa 25,00 Euro  
    Royal Dutch Shell A Shares
    RDSa (UK) - 27,00 Britische Pfund  
    Royal Dutch Shell B Shares
    RDSb (UK) - 28,00 Britische Pfund  

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