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Batteriehersteller Johnson Controls steht unter Strom

    Mi, 14/09/2011 - 17:33 – M.Protzel

    Kein Auto, kein Flugzeug und keine Turbine läuft ohne einen elektrischen Impuls, der die Maschinerie in Bewegung setzt. Diesen Impuls liefert die sogenannte Starterbatterie. Und im anbrechenden Elektro-Zeitalter der Automobilindustrie wird die Bedeutung von Batterien immer größer. Weltmarktführer in der Herstellung solcher Geräte ist der US-Konzern Johnson Controls.

    Neben der Batterietechnik ist das 1885 gegründete Unternehmen als Zulieferer auch in den Bereichen Sitzsysteme und Innenräume von Automobilen tätig. Natürlich begann die Unternehmensgeschichte nicht mit Autobatterien sondern mit elektrischen Thermostaten.

    Doch heute wird die Automobilindustrie den Amerikanern immer wichtiger. Gemeinsam mit dem koreanischen Hersteller Kia Motors präsentierte Johnson Controls auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt eine Studie zu einem Elektroauto: Der ie:3. Das Auto auf Basis des Minivans Kia Soul ist mit neuartigen, extrem flachen Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet. Platzmangel durch die enorm großen Elektromotoren ist bislang eines der hervorstechendsten Probleme der Elektroautos der ersten Generation. Beim neuen Minivan sollen durch Unterbringung der Batterien im Fahrzeugboden keine Sitzplätze wegfallen.

    Der ie:3 (nicht zu verwechseln mit BMWs i3) soll eine Reichweite von 160 Kilometern haben und eine Ladezeit von sechs bis acht Stunden für eine "Tankfüllung" brauchen. Mit dem Marktstart ist vor 2013 nicht zu rechnen. Das "ie" steht übrigens für Inspiration und Effizienz (Inspiration and Efficiency).

    Wer in der Elektroautoindustrie mitreden will, muss über entsprechende Kapazitäten verfügen. Johnson Controls setzt deshalb verstärkt auf den Produktionsstandort China. Dort soll jetzt neben vier Fabriken für Starterbatterien für gut 100 Millionen US-Dollar ein Werk für Start-Stopp-Batterien entstehen. Johnson Controls will in China von 2013 bis 2015 auf eine Jahreskapazität von 2,4 Millionen Start-Stopp-Batterien kommen.

    Das Start-Stopp-System ist bereits seit einiger Zeit im Einsatz und sorgt dafür, dass der Kraftstoffverbrauch eines Automobils in Ruhephasen reduziert wird. So wird zum Beispiel während eines Ampelstopps der Motor kurzzeitig abgeschaltet.


    Einmal aufladen bitte: Die Zukunft der Automobilindustrie hängt vermutlich an der Steckdose...

    Zwar gilt China als wichtigster Wachstumsmarkt, doch investieren die Amerikaner nicht nur dort. Weltweit sollen in den kommenden Jahren rund 520 Millionen Dollar in Start-Stopp-Batterien investiert werden. Neben den 100 Millionen für China sollen 280 Millionen Dollar  in den deutschen und 140 Millionen Dollar in den US-amerikanischen Markt fließen. Allein in Deutschland stellt das Unternehmen bereits mehr als 11 Millionen Start-Stopp-Batterien pro Jahr her. In Europa tritt Johnson Controls in Gestalt seiner Tochter VARTA in Aktion. 2002 war die Autobatteriesparte der zerschlagenen Firma VARTA übernommen worden.

    Die Amerikaner wissen was sie tun, schließlich ist Johnson Controls erst in den vergangenen zehn Jahren durch zahlreiche Übernahmen zur Großmacht im Autobatteriesektor herangewachsen. Wir trauen der Aktie daher auch zu, langfristig deutlich zu steigen. Zuletzt war das Johnson Controls-Papier jedoch im allgemeinen Markttrend stark gefallen. Seit Anfang Juli ging die Fahrt von 42,90 bis zuletzt 28,90 Dollar talwärts.

    Der Durchbruch der Elektroautos steht zwar noch bevor und auch der drohende Mangel des wichtigen Rohstoffs Lithium könnte der jungen Branche noch Kopfschmerzen bereiten. Da Johnson Controls jedoch nach wie vor sein Geld vor allem mit herkömmlichen Autobatterien und Systemen rund ums Auto verdient, sehen wir das Unternehmen glänzend aufgestellt.

    Matthias Protzel

     

    Ausblick

      HanseTrader HanseTrader Meta Kursziel Tendenz
    Johnson Controls
    JCI (US) - 38,00 US-Dollar  

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