You are here: Startseite / Boeing liefert ersten Dreamliner aus

Boeing liefert ersten Dreamliner aus

    Di, 27/09/2011 - 12:29 – M.Protzel

    Es war eine schier endlose Geschichte, die auch unsere Redaktion in den vergangenen Jahren immer wieder beschäftigte: Der Pannenwettlauf zwischen Airbus und dem US-amerikanischen Flugzeughersteller Boeing. Während die Europäer ihr erstes Problemkind, den A380 bereits in der Luft hatten, mussten sich die Amerikaner für ihren Traumflieger B-787 viel Hohn und Spott gefallen lassen. Doch jetzt ist der erste Dreamliner tatsächlich an die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) ausgeliefert worden.

    Die feierliche Übergabe auf dem Werksgelände im US-Bundesstaat Washington fand unter regenverhangenem Himmel statt, doch am Boden leuchteten die Gesichter der Beteiligten. Mit großem Zeremoniell nahm ANA-Chef Shinichiro Ito die erste von 55 bestellten Maschinen in Empfang.


    Traumkulisse für ein Traumflugzeug. Die Auslieferung der ersten 787 erlöst Boeing aus Alpträumen...

    Mit dem Jungfernflug des Dreamliners dürfte den Verantwortlichen bei Boeing ein großer Stein vom Herzen fallen, doch die selbstgemachten Probleme sind damit keineswegs beseitigt. Zu lange zog sich die Umsetzung des ehrgeizigen Projektes hin. Die 787 ist das erste Flugzeug, welches fast vollständig aus Kohlefaserverbundstoffen besteht und nicht mehr aus Aluminium. Zwar macht das neue Material den Wundervogel leichter und soll somit beim Spritsparen helfen, doch musste die Technologie erst hinreichend verstanden und verfeinert werden, um den hohen Ansprüchen an Performance und Sicherheit zu genügen. Zusätzlich schlug die Strategie fehl, per Outsourcing Zeit und Geld zu sparen.

    Den fernöstlichen Flugzeugzulieferern unterlief bei dem ungewohnten Projekt eine Schlappe nach der anderen und schon bald musste Boeing die Zügel straffer ziehen und sich selbst wieder um alle Details kümmern und zusätzliche Milliardenbeträge in das Leuchtturmprojekt pumpen. Insgesamt soll die Entwicklung bis heute gut 15 Milliarden US-Dollar verschlungen haben. Außerdem schmolz der Zeitvorsprung gegenüber dem Konkurrenzflieger A350 XWB der europäischen Konkurrenz immer mehr zusammen.

    Obwohl von einst gut 1.000 Bestellungen immer noch 821 übrig sind, rechnen Experten damit, dass Boeing mit dem Dreamliner erst im kommenden Jahrzehnt Profite einfliegen wird.

    Auch scheint das Flugzeug noch einige Kinderkrankheiten mit sich herumzutragen. Vielleicht ist es ja nur noch ein wenig Babyspeck, doch momentan scheint der Dreamliner noch schwerer zu sein, als ursprünglich vorgesehen. So soll das eigentlich langstreckentaugliche Flugzeug in Japan zunächst auf regionalen Flugstrecken eingesetzt werden und erst das zweite - noch in diesem Jahr erwartete - Modell die Strecke Tokio – Frankfurt abfliegen.

    Es wird sich zeigen, ob Boeing die momentan knapp 40 vor der Vollendung stehenden Maschinen rechtzeitig zur geplanten Auslieferung fertigstellen wird. Auch die Triebwerkshersteller Rolls-Royce und General Electric schrauben angeblich noch an Details ihrer Flugzeugmotoren herum.

    Fakt ist, dass Boeing einen sehr wichtigen, vielleicht den bedeutendsten Schritt zur Serienreife seines Hoffnungsträgers hinter sich gebracht hat. Es ist damit zu rechnen, dass die Aktie zumindest kurzfristig anziehen wird. In den vergangenen Monaten war das Boeing-Papier zwischen 56,00 und 68,00 US-Dollar hin- und hergependelt, zuletzt notierte Boeing bei 62,00 US-Dollar.

    Insgesamt stehen wir der Boeing-Aktie noch verhalten gegenüber, da die globale Lage für die gesamte Luftfahrtindustrie momentan nicht einfach ist. Eine Branchenstudie sah kürzlich ein Absinken der Gewinnerwartungen um gut drei Prozent voraus. Dafür sei vor allem die ungewisse Wirtschaftslage in den USA und Europa verantwortlich.

    Es gilt also, den CFD mit gebührender Vorsicht und Absicherung durch Stoporder zu handeln ohne gleichzeitig zu pessimistisch zu denken. Der Name des Flugzeuges kommt nicht von ungefähr: Man wird noch träumen dürfen!

    Matthias Protzel

     

    Ausblick

      HanseTrader HanseTrader Meta Kursziel Tendenz
    Boeing
    BA (US) USA.BA 70,00 US-Dollar  

    Aktuelle Monatsausgabe

    CFD-Profi werden!

    Werden Sie Mitglied


    Als registrierter Benutzer haben Sie Zugriff auf den Videobereich und können eigene Kommentare verfassen. Melden Sie sich einfach an: >> Registrieren

    Werden Sie Mitglied


    Als registrierter Benutzer haben Sie Zugriff auf den Videobereich und können eigene Kommentare verfassen. Melden Sie sich einfach an: >> Registrieren

    Termine

    Kommentare

    Schlagwortwolke