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Das EURECA-Projekt

    Mi, 05/10/2011 - 14:24 – P.Warnecke

    Der Geheimplan zur Rettung Europas
    Der epische Kampf um die Rettung des Euro geht in die nächste entscheidende Runde. Während der Deutsche Bundestag am Donnerstag der Aufstockung des vorläufigen Rettungsfonds EFSF (Europäische Finanzstabilisierungsfazilität) auf 780 Milliarden Euro mit großer Mehrheit zustimmen wird, geistert ein Geheimplan durch die europäischen Regierungsflure, der mit einem Schlag die Eurokrise beenden könnte.

    Folgt man diesem Plan, so würde:

    …die Schuldenquote Griechenlands in Höhe von aktuell 145 Prozent des BIP sofort auf 90 Prozent des BIP sinken;

    …das Wachstum Griechenlands binnen eines Jahres von minus fünf Prozent auf plus fünf Prozent emporschießen;

    …die griechische Wirtschaft eine dramatische Aufholjagd ihrer Wettbewerbsfähigkeit starten;

    …kein einziger Anleger auf Forderungen verzichten müssen, ganz gleich ob Bank, Staat, EZB oder privat;

    …die Europäische Zentralbank ihre Bilanzen von griechischen Staatsanleihen vollständig säubern;

    …sich das Steueraufkommen Griechenlands binnen kürzester Zeit um vier Prozent des BIP steigern;

    …die Bonität Griechenlands rasch auf ein A-Rating steigen;

    …die Liquidität für den Handel griechischer Staatsanleihen wieder vollkommen hergestellt;

    …die Zinskostenlast zur Bedienung der griechischen Staatsschulden drastisch sinken;

    …den Anti-Euro-Spekulanten ein schmerzhafter Schlag versetzt werden.

    Der Plan zur Rettung Griechenlands – und damit Europas – heißt „EURECA-Projekt“.


    Nach wie vor liegen drohende Schatten über Griechenland...

    Er wurde in den vergangenen Wochen in streng vertraulicher Shuttle-Diplomatie den wirtschaftspolitischen Beratern von Nicolas Sarkozy, dem Kanzleramt, dem Bundesfinanzministerium, der EZB und der Europäischen Kommission vorgestellt. So berichtet die Wirtschaftswoche.
    Urheber des Geheimplans zur Rettung Europas ist Markus Krall (49), Partner bei Roland Berger Strategy Consultants.

    Das EURECA-Projekt ist dabei überaus simpel und schlagkräftig. Der Plan besteht im Kern aus drei Schritten mit tiefgreifenden Lösungsansätzen für alle Aspekte der Krise und alle Beteiligten:

    Schritt 1: Griechenland bringt Staatsbesitz, darunter Staatsunternehmen und Infrastruktur wie zum Beispiel Häfen, Flughäfen, Autobahnen und Versorger in eine Treuhandgesellschaft ein. Diese wird dann für 125 Milliarden Euro an die Europäische Union verkauft. Griechenland tilgt dann mit dieser Summe Schulden bei der EZB und den Euro-Ländern.

    Der Effekt: Griechlands Schulden sinken von 145 Prozent auf 90 Prozent des BIP, die Bonität verbessert sich drastisch. Die EU überträgt das Treuhandvermögen einer unabhängigen Institution, die daraufhin die Sanierung, Modernisierung und Privatisierung der griechischen Wirtschaftsbestandteile betreibt. Die EZB ist die griechischen Staatsanleihen los, ein Hair Cut oder Forderungsverzicht seitens privater Gläubiger ist vom Tisch.

    Schritt 2: Die EU investiert 20 Milliarden Euro aus Krediten und 15 Milliarden Euro aus bislang nicht abgerufenen Strukturhilfen in das Treuhandvermögen. Dadurch wird die Ausgangslage für eine Privatisierung des ehemaligen Staatsvermögens erheblich verbessert. Der Privatisierungszeitraum wird auf 15 Jahre angesetzt. Ziel ist ein Veräußerungserlös in Höhe von 180 Milliarden Euro, ein satter Gewinn.

    Der Effekt: Der Wert des Treuhandvermögens erhöht sich, ein Überschuss aus der Privatisierung wird möglich. Auf Deutschland umgerechnet entspräche dies laut Krall einem Konjunkturprogramm in Höhe von 400 Milliarden Euro. Die Strukturreformen und die zugleich sinkende Zinslast steigern die Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands nachhaltig. Das Investitionsklima steigt, private Investoren tragen zu einer Gesundung der griechischen Wirtschaft und zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei. Die Zuwächse im Steueraufkommen gewinnen an Fahrt.

    Die Preise für Credit Default Swaps sinken – Hedge Fonds, die auf eine griechische Staatspleite spekuliert haben, werden schwer in die Zange genommen und müssen griechische Staatsanleihen zur Verlustbegrenzung kaufen. Die Liquidität der griechischen Staatsanleihen nimmt kräftig zu.

    Schritt 3: Die Privatisierung des Treuhandvermögens ist nach 15 Jahren abgeschlossen. Der mögliche Überschuss wird nach Griechenland überwiesen.

    Der Effekt: Der Europäischen Union werden alle Aufwendungen aus dem Verkauf des Treuhandvermögens zurückerstattet. Griechenlands Schulden sinken weiter. Das Land ist saniert.

    Das ist das EURECA-Projekt.

    Wird der Plan verwirklicht? Dies bleibt abzuwarten. Der Kampf um die Rettung des Euro ist nicht nur ein Kampf der Märkte. Europapolitik ist immer auch ein Kampf der Eitelkeiten. Wer gönnt wem den Erfolg?
    Darf zudem eine Unternehmensberatung wie Roland Berger den Plan zur Rettung des Euro präsentieren? Zusammen mit den Investmentbanken steht die Consulting-Branche wie kaum eine andere der kapitalistischen Uridee nahe. Ein Stigma im Umfeld des momentanen politischen Zeitgeistes.
    Doch Angela Merkel und Nicolas Sarkozy sollte klar sein: Die erfolgreiche Umsetzung dieses Planes könnte den heutigen Staatschefs Europas auch die Ehrenrettung ermöglichen.


    Es wird Zeit für eine letzte Anstrengung, Griechenland und den Euro doch noch zu retten...

    Es wäre ein gekonnter und eleganter Sieg. Die Rettung des Euro, die Sanierung Griechenlands, ein mächtiger Schlag gegen die Anti-Euro-Spekulanten.

    Doch die Entscheidung liegt vor allen Dingen bei den Griechen selbst. Sie müssen sich zu diesem Plan bekennen, denn sie haben gewaltige Anstrengungen vor sich. Die Privatisierung der griechischen Wirtschaft wird kein Spaziergang. Gesetze müssen geschaffen werden, die eine Restrukturierung ermöglichen. Es müssen – auch schmerzhafte – Veränderungen durchlebt werden.
    Unter dem Strich jedoch darf gesagt werden: Dieser Plan könnte jener sein, auf den Europa gewartet hat.

    Pascal Warnecke

    Info-Grafik der Wirtschaftswoche

    EURECA-Project – Hellenic Recovery Fund  auf der Website der Roland Berger Strategy Consultants

    EURECA-Project PDF der Roland Berger Strategy Consultants

    BLOG-LINK:
    http://pascalwarnecke.wordpress.com

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