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Schwarzes Gold aus Meeres Tiefen

    Do, 03/11/2011 - 17:14 – M.Protzel

    Die CFDs der Ölfelddienstleister und Tiefseebohrer
    Das Blut der Erde ist schwarz. Und die modernen Zivilisationen sind die Vampire, die es Jahr für Jahr aus dem Erdreich saugen. Zugegeben, diese Worte klingen etwas drastisch, doch angesichts der Entwicklungen der vergangenen Jahre ist ein wenig Fatalismus durchaus angebracht. Denn trotz aller Beteuerungen und Anstrengungen bezüglich der Entwicklung erneuerbarer Energien ist die Abhängigkeit vom Öl in unseren Tagen so groß wie nie zuvor. Und die damit verbundenen Risiken werden immer größer.

    Schon längst reichen die Fördergebiete an Land nicht mehr aus, um den ständig wachsenden Öldurst der modernen Zivilisationen zu decken. Doch auch sämtliche momentan bekannten unterseeischen Reservoirs vor den Küsten der USA würden nur ausreichen, den jährlichen Verbrauchszuwachs der Vereinigten Staaten zu befriedigen. Das Schreckgespenst vom Peak Oil, dem Erreichen der maximal möglichen jährlichen Fördermenge geht um.

    Doch davon sind wir vermutlich noch Jahre entfernt, auch wenn manche Experten den Peak Oil bereits 2006 ausgerufen hatten. Es werden permanent neue Erdölreservoirs entdeckt, die jedoch auch in zusehends schwerer erreichbaren Regionen oder großen Meerestiefen liegen.


    Aus immer größeren Tiefen muss das Öl mit immer größerem Aufwand gefördert werden...

    Die Ölkatastrophe des Vorjahres im Golf von Mexiko ist ein dramatisches Beispiel für die Risiken bei der Tiefseebohrung und die teils fehlende Bereitschaft der Industrie, mit entsprechend scharfen (und teuren) Sicherheitsvorkehrungen gegenzusteuern.

    Solange jedoch keine Alternativen zum Öl in Sicht sind, welches schließlich nicht nur Fahrzeuge antreibt, sondern auch in der Kunststoffherstellung unverzichtbar ist, bleibt die Branche krisenfest. Der aktuell hohe Ölpreis treibt die Gewinne der Konzerne an, so dass momentan trotz eines zwischenzeitlichen Förderrückgangs durch die Bank starke Quartalszahlen zu beobachten sind.

    Wir wollen in diesem Artikel den Schwerpunkt auf diejenigen Ölkonzerne legen, welche sich auf die Erschließung von Öl- und Gasfeldern und die dazu benötigten Technologien spezialisiert haben: Die Ölfelddienstleister, deren Tätigkeiten sich zusehends in die Ozeane verlagern.

    In Zeiten der globalen Krisen haben wir es hier mit Unternehmen zu tun, die sich scheinbar immun gegen alle Kreditklemmen und Währungswackler zeigen. Die Konzerne sind global aktiv, ihre Dienstleistungen unverzichtbar und hoch bezahlt. Wenn Sie genug haben von maroden Banken und wankenden Währungen, dann werfen Sie doch mit uns einen Blick auf eine boomende Branche, in der sich noch in jeder Hinsicht die Hände schmutzig gemacht werden...

    Schlumberger
    Der bereits 1926 gegründete US-Konzern Schlumberger mit Sitz auf den niederländischen Antillen ist der weltgrößte Ölfelddienstleister. Das Unternehmen (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen österreichischen Sektkellerei) ist ein Pionier der modernen Erdölexploration und setzte bereits in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts Messelektroden ein, um durch die Messung spezifischer elektrischer Widerstände Kohlenwasserstoffe im Erdreich aufzuspüren. Diese Methode ist heute als Schlumberger-Verfahren bekannt.

    Sowohl durch eigene Forschung als auch durch geschickte Akquisitionen ist Schlumberger zu seiner marktbeherrschenden Position gekommen. Neben der kompletten Palette der Ölfelddienstleistungen von der Aufspürung der Rohstoffe bis hin zu deren Erschließung und Extraktion stellt das Unternehmen seinen Kunden auch die Kompetenz seiner 25 Technologiezentren zur Verfügung. Mit der Tochter WesternGeco verfügt Schlumberger sogar über ein eigenes Seismisches Institut. Weltweit arbeiten rund 100.000 Angestellte in über 80 Ländern, welche von der Unternehmensführung in vier geografische Zonen mit insgesamt 35 Unterzonen aufgeteilt wurden. Es wird großer Wert darauf gelegt, die Multinationalität Schlumbergers hervorzuheben: Die Mitarbeiter rekrutieren sich aus 140 verschiedenen Nationalitäten.

    Und die Geschäfte gehen gut. Die Geschäftsleitung dürfte im vergangenen Jahr drei Kreuze gemacht haben, dass Schlumberger nicht in die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko verwickelt war. So wurden Negativschlagzeilen vermieden. Die Werbetrommel muss das in der Branche wohlbekannte Unternehmen ohnehin nicht mehr rühren.

    Die eigenen Bohrprojekte in den Tiefwasserregionen vor der mexikanischen Küste wuchsen auch 2011 weiterhin konstant. Das stärkste Wachstum im Nordamerikanischen Raum verzeichnete Schlumberger jedoch mit seinen landbasierten Projekten in den USA und Kanada. Auch vor der brasilianischen Küste baut Schlumberger seine Bohraktivitäten beständig aus. Im Nahen Osten und in Asien gab es wenig Veränderung, mit der Ausnahme von Saudi-Arabien und dem Irak, welche im aktuellen Geschäftsbericht als außerordentlich starke Wachstumsmärkte herausgehoben werden.

    Trotz wachsender Umsätze musste Schlumberger zuletzt einen leichten Gewinnrückgang im dritten Quartal 2011 hinnehmen. Gegenüber dem Vorjahresquartal war der Umsatz von 6,85 Milliarden US-Dollar auf 10,23 Milliarden angestiegen. Der Nettoertrag war gleichzeitig von 1,73 Milliarden US-Dollar auf 1,31 Milliarden geschrumpft.

    Allerdings haben die Amerikaner auch einige Ausgaben im dritten Quartal getätigt. So wurden beispielsweise 9,9 Millionen eigene Aktien im Wert von 811,4 Millionen US-Dollar zurückgekauft sowie die Akquisition des norwegischen Multiphasenpumpenherstellers Framo Engineering abgeschlossen. In den ersten neun Monaten 2011 kann Schlumberger dann auch ein solides Gewinnwachstum aufweisen: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbesserte sich der Nettogewinn von 3,22 Milliarden auf 3,58 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz wuchs im gleichen Zeitraum sogar auf 28,57 Milliarden US-Dollar gegenüber 18,38 Milliarden im Vorjahr. Damit ist der Jahresumsatz 2010 in Höhe von 27,45 Milliarden US-Dollar bereits nach neun Monaten übertroffen worden.

    Weitere Übernahmen sind momentan nicht zu erwarten, auch wenn Schlumberger sich Zukäufe kleinerer wohlspezialisierter Unternehmen weiterhin vorbehält. Erst 2010 waren mit dem Energiedienstleister Geoservices und dem Wettbewerber Smith International zwei Großakquisitionen getätigt worden. Während Geoservices für rund eine Milliarde US-Dollar über den Tresen ging, mussten die Amerikaner für den Rivalen Smith International gut elf Milliarden US-Dollar in Aktien auf den Tisch legen. Die laufende Integration dieser Firmen in den Schlumberger-Konzern drückte ebenfalls auf die Quartalsgewinne.
    Die Schlumberger-Aktie war bis Anfang Oktober auf 59,80 US-Dollar gefallen, zeigt seitdem jedoch wieder deutlichen Zug nach oben und stieg auf zuletzt 67,00 US-Dollar.


    Aufbau von Ölplattformen im Golf von Mexiko...

    Mit zunehmendem weltweitem Ölhunger bei gleichzeitig steigendem Schwierigkeitsgrad in der Erschließung neuer Quellen, vor allem in Tiefsee- oder Polarregionen, wird auch der Konkurrenzkampf unter den Ölfelddienstleistern immer härter. Zwar tragen die Konkurrenten noch nicht das Messer zwischen den Zähnen, doch befinden wir uns in einer Phase, in der es von entscheidender Wichtigkeit ist, sich langfristig laufende Großprojekte zu sichern, bevor eines Tages auch das letzte Ölgebiet gefunden ist. Schlumberger besitzt aufgrund seiner hohen Kompetenz und breiter Angebotspalette einen deutlichen Vorsprung vor der Konkurrenz.

    Wir schließen uns daher der äußerst hohen Bewertung der meisten Analysten an und trauen der Schlumberger-Aktie in den kommenden Monaten enormes Wachstum zu. Ein Anstieg auf 95,00 US-Dollar ist absolut möglich. Ein Einstieg zum jetzigen Zeitpunkt ist sinnvoll, jedoch sollte bei allem Optimismus niemals die Absicherung per Stoporder außer Acht gelassen werden, denn keine Aktie ist gegen zwischenzeitliche Rücksetzer gefeit.

    Es bietet sich in diesem Fall an, besondere Aufmerksamkeit walten zu lassen und den Stop von Zeit zu Zeit nachzuziehen. Im HanseTrader Meta können Sie sich sogar einen mitlaufenden "Trailing-Stop" einrichten. Dafür darf die Software allerdings nicht ausgeschaltet werden. Unser Helpdesk steht Ihnen in dieser Hinsicht gern beratend zur Seite.

    Transocean

    Zwar besitzt die Schweiz keine eigenen Meeresküsten, dafür aber einen der weltweit führenden Ölfelddienstleister mit dem Schwerpunkt Tiefseebohrungen. Seine Ursprünge hat das Unternehmen jedoch in US-amerikanischen und Norwegischen Ölfirmen. Der Unternehmenssitz der heutigen Transocean Ltd. wurde erst Ende 2008 von den Kaimaninseln ins Schweizer Steinhausen verlegt. Erst zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht.

    Transocean ist nicht annähernd so groß wie der Branchenriese Schlumberger, doch im Bereich Offshore- und Tiefseebohrungen macht den Schweizern niemand etwas vor – hier ist Transocean der Marktführer. Das Unternehmen verfügt über eine umfangreiche Flotte und bietet an Offshoredienstleistungen alles von der Erforschung neuer Ölfelder bis zum Bau von Bohrinseln und deren Betrieb an.

    Am 21. April 2010 jedoch kam es zur Katastrophe im Golf von Mexiko, als die Öhlbohrplattform Deepwater Horizon explodierte. Transocean hatte die Plattform für den britischen Ölkonzern BP betrieben. Doch offenbar versagten an jenem schicksalhaften Tag sämtliche Sicherheitsvorkehrungen und elf Mitarbeiter verloren ihr Leben. 115 weitere konnten teils schwer verletzt von der sinkenden Plattform gerettet werden.
    In der Folge kam es zu einer der schwersten Umweltkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Rund 780 Million Liter Öl strömten aus dem leckgeschlagenen Bohrloch ins Meer, während BP, Transocean und die für die Zementierung des Bohrloches verantwortliche Firma Halliburton nicht in der Lage waren, das Unheil zu stoppen. Erst nach etlichen Wochen und zahlreichen gescheiterten Versuchen gelang es, das Bohrloch endgültig zu versiegeln.

    Erst vor wenigen Tagen bestätigte jetzt eine gemeinsam mit der US-Küstenwache in Auftrag gegebene Untersuchung, dass das Leck nach wie vor dicht ist. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sich nach der bereits massiv abgestraften BP nun auch Transocean vor Gericht verantworten muss.

    Die US-Behörden werfen dem Schweizer Unternehmen Unfähigkeit im Umgang mit der Katastrophe vor. Das Unternehmen wurde in 15 Anklagepunkten für schuldig befunden. Es droht eine Geldstrafe von bis zu 35.000 US-Dollar für jeden Tag an dem das Öl ungehindert austrat. Zusätzlich ist der britische Konzern BP bemüht, zumindest einen Teil der Schuld auf die Schweizer abzuwälzen und nimmt die ehemaligen Partner in die Pflicht. Transocean will jetzt Einspruch gegen das Urteil der US-Behörden einlegen.

    Bis heute leidet die Golfregion unter den Auswirkungen der Ölpest. Zudem ist eine gewaltige Menge an Öl, welches damals unter Einsatz von chemischen Weichmachern von der Meeresoberfläche vertrieben wurde, scheinbar spurlos verschwunden. Womöglich wird es noch Jahre dauern, bis die Folgen der Katastrophe in vollem Umfang erkannt werden. Die beteiligten Unternehmen werden diesen Makel noch jahrelang mit sich herumtragen.

    Dennoch bleibt Transocean ein profitables Unternehmen mit vollen Auftragsbüchern. Die Aktienkurse zeigten zuletzt ebenfalls keine Schwäche. Sie können auf unserer Plattform HanseTrader sowohl die NYSE-Notierung in US-Dollar als auch die Variante in Schweizer Franken handeln. Die Aktie stieg seit Anfang Oktober von 40,45 Schweizer Franken bzw. 43,30 US-Dollar auf zuletzt 48,40 Schweizer Franken bzw. 54,50 US-Dollar.

    Wir rechnen mit weiterem Wachstum, sehen jedoch ein größeres Risiko für Rückschläge als beispielsweise bei der nicht von aktuellen Ökoskandalen belasteten Schlumberger. Sichern Sie Ihre Positionen also gut ab und behalten Sie die Gerichtsentscheidungen über mögliche Schadensersatzzahlungen im Auge. Hier bieten sich vielleicht sogar zwischenzeitlich Chancen für Shortpositionen.

    Halliburton
    Dem US-amerikanischen Ölfelddienstleister Halliburton ist an der Ölkatastrophe der Plattform Deepwater Horizon scheinbar ebenfalls nicht unschuldig, war der Konzern doch für die Zementierung des Bohrloches verantwortlich.

    Ohnehin haftet Halliburton ein selbst für die harte Ölbranche schlechter Ruf an, seit das Unternehmen nach dem jüngsten Golfkrieg ohne vorherige öffentliche Ausschreibungen lukrative Aufträge im Irak zugeschlagen bekam. Zudem soll Halliburton, deren Dienstleistungen auch Bereiche außerhalb der Ölbranche umfassen, zu überzogenen Preisen Dienste für die US-Armee geleistet haben. Pikanterweise war der damalige US-Vizepräsident Dick Cheney zwischen 1995 und 2000 Vorstandsvorsitzender Halliburtons. Die Jahre nach seinem Gang in die Politik ließ sich Cheney mit "verzögerten" Abfindungen von über 210.000 US-Dollar versüßen. Diese Zahlungen, welche sein damaliges Politikergehalt sogar noch überstiegen, trugen ebenfalls nicht gerade zu einer Reetablierung des öffentlichen Ansehens Halliburtons bei.


    Fleißige Helfer: Ein Bohrschiff vor Norwegen...

    Doch was in der Öl- und Gasbranche zählt, ist einzig der Profit. Und mit seinen Dienstleistungen und Produkten rings um die Erdölförderung in aller Welt trägt Halliburton seinen Teil dazu bei, dass der Durst nach dem schwarzen Gold nicht ungestillt bleibt.

    Halliburton gab jüngst bekannt, dass die Gewinne im dritten Quartal dank eines starken Nordamerikageschäfts weiter sprudeln. So stieg der Nettogewinn auf 683 Millionen US-Dollar gegenüber 544 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig wuchs der Umsatz auf 6,55 Milliarden US-Dollar nach 4,67 Milliarden im Vorjahr.

    Da Tiefseebohrungen weltweit in den kommenden Jahren massiv an Bedeutung gewinnen werden, dürfte sich langfristig nichts am positiven Ausblick für für die Branche und Halliburton ändern.

    Vermutlich unter dem Eindruck der laufenden Verhandlungen um die Schuldfrage der Ölpest im Golf von Mexiko war die Halliburton-Aktie zuletzt leicht eingebrochen. Seit August 2011 war das Papier bis Anfang Oktober auf 28,70 US-Dollar gefallen. Seitdem konnte es sich immerhin bis auf zuletzt 35,15 US-Dollar erholen. In Analystenkreisen wird das langfristige Kursziel meist zwischen 55,00 und 60,00 US-Dollar gesehen.

    Subsea 7
    Der norwegische Ingenieurskonzern Subsea 7 ist auf Errichtung und Betrieb von Bohrinseln und Pipelines spezialisiert. Das Unternehmen besitzt eine große Flotte, zu der auch 150 ferngesteuerte Unterwasserroboter gehören. Die sogenannten ROVs (Remotely Operated Vehicles) sind für die moderne Tiefseeförderung absolut unverzichtbar geworden, da in Tiefen operiert wird, in die kein Taucher mehr vordringen kann.

    Subsea 7 entstand in einem mehrjährigen Prozess aus einer Reihe von Fusionen und Partnerschaften zwischen den Firmen DSND, Halliburton, Subsea Offshore und Rockwater. 2002 schließlich erhielt die Firma ihren jetzigen Namen. Seit 2005 wird Subsea 7 an der Osloer Börse gehandelt.

    Fast die Hälfte seines Umsatzes von mehr als zwei Milliarden US-Dollar pro Jahr erwirtschaftet das Unternehmen vor der eigenen Haustür mit Projekten in der Nordsee. Doch auch vor Brasilien, Kanada, im Mittelmeer, im Golf von Mexiko, vor der afrikanischen Küste und im asiatischen Raum sind die Norweger aktiv.

    In den letzten Monaten erhielt Subsea diverse neue Aufträge im dreistelligen Millionenbereich in der Nordsee und vor der afrikanischen Küste. Unter anderem profitierten die Norweger dabei vom Outsourcing Ihrer Landsleute bei Statoil (siehe weiter unten).

    Entsprechend positiv entwickelte sich der Aktienkurs: Seit Anfang Oktober stieg das Subsea-Papier von 99,70 auf zuletzt 129,30 Norwegische Kronen. Damit kommen langsam wieder die Kursstände des Sommers in Sicht. Wir rechnen damit, dass Subsea 7 in den kommenden Monaten noch bis auf 145,00 Norwegische Kronen steigen kann.

    Statoil
    Die norwegische Ölgesellschaft und Tankstellenbetreiberin Statoil ist das größte skandinavische Unternehmen dieser Branche und auch in globaler Hinsicht ein Big Player. Das Unternehmen steht für gut 60 Prozent der norwegischen Erdölproduktion. Die 1972 gegründete Statoil firmierte zwischen Ende 2007 und Anfang 2010 als Tochter des Unternehmens StatoilHydro, welches wiederum aus dem Zusammenschluss mit der Erdöl- und Erdgassparte des Aluminiumproduzenten Norsk Hydro hervorging. Mittlerweile ist Statoil jedoch wieder völlig eigenständig.


    Schön ist es nicht, das schwarze Gold...

    Statoil ist unter anderem Betreiber der größten Gasplattform der Welt: Die Plattform Troll A ist per Betonfundament mit dem Meeresboden vor der norwegischen Westküste verankert. Bei der riesigen Anlage handelt es sich um die größte jemals von Menschen bewegte Konstruktion. Neben seinen zahlreichen kleineren Plattformen in der Nordsee besitzt das norwegische Unternehmen auch Anlagen vor Nordafrika, Südamerika, in Asien und an der Küste der USA. Eine enge Zusammenarbeit besteht zum Beispiel mit dem brasilianischen Ölgiganten Petrobras.

    Im dritten Quartal 2011 hatte Statoil trotz solider Geschäfte unter einer erhöhten Steuerrate zu leiden. Zumindest begründet die Konzernleitung so den Nettogewinnrückgang von 28 Prozent auf 9,9 Milliarden Norwegische Kronen. Der Umsatz stieg derweil um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 166,4 Milliarden Norwegische Kronen.

    Die Statoil-Aktie ist im Verlauf der vergangenen Monate langsam aber stetig gestiegen. Seit Anfang August 2011 kletterte das Papier von 110,30 auf zuletzt 145,00 Norwegische Kronen. Damit sind die Kursziele der meisten Analysten bereits erreicht. Langfristig kann das Zweijahreshoch bei 161,70 Kronen wieder erreicht werden, insgesamt gehen wir davon aus, dass die Statoil vorerst weiterhin gemächlich ansteigen wird.

    Sie können auf unserer Plattform HanseTrader auch die Tankstellenkette Statoils, die Statoil Fuel & Retail handeln. Diese gehört mit 2.300 Stationen in Skandinavien, Russland und Polen zu den wichtigsten Betreibern Nordeuropas. Die Aktie notierte zuletzt bei 144,50 Norwegischen Kronen.

    Technip
    Auch der französische Anlagenbauer Technip hat seinen Schwerpunkt auf Dienstleistungen rund um die Förderung von Erdöl und Erdgas gelegt. Momentan stehen die Franzosen kurz vor der Übernahme der amerikanischen Konstruktionsfirma Global Industries. Stimmen die zuständigen Kartellbehörden zu, soll der Deal bis Anfang 2012 für rund 136 Millionen US-Dollar über die Bühne gehen.

    Im dritten Quartal erzielten die Franzosen einen Umsatz von 1,69 Milliarden Euro, nach 1,51 Milliarden im Vorjahresquartal. Davon fielen allein 754 Millionen Euro durch die Unterwasseraktivitäten des Unternehmens an. Ein Nettogewinn von 121 Millionen Euro steht einem Vorjahresgewinn von 103,4 Millionen gegenüber.

    Die Technip-Aktie befindet sich seit Anfang Oktober im Höhenrausch und stieg von 54,25 auf zuletzt 70,20 Euro. Damit ist ein Teil des Schwungs natürlich schon verpufft, doch sehen wir in den kommenden Wochen noch Potential bis auf 85,00 Euro.

    Die Auftraggeber der Branche
    Zwar liegt unser Fokus in diesem Artikel auf den Ölfelddienstleistern, doch hätten diese natürlich nicht annähernd so (schwarz)goldene Zeiten vor sich, wenn es nicht milliardenschwere Ölkonzerne gäbe, welche die lukrativen Aufträge erteilen. Zudem forschen und bohren viele dieser Großkonzerne auch in Eigenregie. Deshalb werden wir uns im zweiten Teil unseres Reports nunmehr einen Überblick über die Schwergewichte verschaffen, zudem viele Konzerne gerade wieder ihre Quartalszahlen veröffentlicht haben.

    Royal Dutch Shell
    Der Marktgigant Royal Dutch Shell konnte dank der hohen Ölpreise trotz eines leichten Produktionsrückgangs seinen Gewinn im dritten Quartal auf 6,98 Milliarden US-Dollar verdoppeln. Gleichzeitig stieg der Umsatz um 36 Prozent auf 123,4 Milliarden US-Dollar.

    Zuletzt hatte das britisch-niederländische Unternehmen hohe Investitionen getätigt, um in Katar neue Gasfelder zu erschließen und den Abbau von Ölsand in Kanada auszuweiten.


    Sonnige Aussichten für die Ölbranche - Die Gewinne sprudeln wieder...

    Die Shell-Aktien haben seit Herbstbeginn starken Auftrieb erhalten. Die britischen Aktien stiegen innerhalb eines Monats von 18,90 auf 22,50 Britische Pfund (A-Shares) bzw. Von 19,05 auf 22,80 Britische Pfund (B-Shares). Die niederländische Notierung legte von 22,30 auf 25,70 Euro zu. Wir sehen in den kommenden Wochen weiteres Wachstumspotenzial auf 28,00 Britische Pfund bzw. auf 30,00 Euro.

    Exxon Mobil
    Der größte US-Ölkonzern Exxon Mobil legte ebenfalls kräftig zu und profitierte dabei vor allem von seinem blühenden Raffineriegeschäft. Der Nettogewinn kletterte um 41 Prozent auf 10,33 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz wuchs um 32 Prozent 125,3 Milliarden US-Dollar und überstieg die Analystenerwartungen deutlich.

    Auch Exxon hatte einen leichten Rückgang in der Ölproduktion zu verzeichnen. Hier ging der Ausstoß um sieben Prozent auf eine Tagesproduktion von 2,25 Millionen Barrel pro Tag zurück.
    Die Exxon-Aktie stieg im Oktober von 70,30 auf zuletzt 81,40 US-Dollar. Bei der aktuellen Dynamik des Papiers rechnen wir sogar mit baldigen weiteren Anstiegen und sehen das Kursziel momentan bei 90,00 US-Dollar.

    BP
    Der Hauptverantwortliche in der Deepwater Horizon Katastrophe, der britische Ölmulti BP, hat jetzt erstmals wieder die Erlaubnis für neue Bohrungen in den betroffenen Gewässern erhalten. BP verspricht schärfere Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen bei der Erschließung des Reservoirs in 1.800 Meter Tiefe vor der Küste Lousianas.

    Es ist zu erwarten, dass auch die US-Behörden in Zukunft zweimal hinschauen, wenn es um BP geht. Bei einer erneuten Katastrophe stünde es auch miserabel um das ohnehin schwer beschädigte Ansehen des Konzerns. Aus den vereinzelten Rufen nach einer Zerschlagung und Umstrukturierung BPs könnte ein ohrenbetäubender Orkan werden. Auch die US-Politik könnte sich im bevorstehenden Wahlkampf kaum einen sanften Umgang mit Umweltsündern erlauben.

    Trotz der vergangenen Produktionsausfälle und Strafzahlungen scheint es, als wäre BP nunmehr wieder auf die Füße gefallen. Der Nettogewinn im dritten Quartal 2011 betrug rund 4,90 Milliarden US-Dollar nach 1,85 Milliarden im Vorjahresquartal.

    Angesichts der wirtschaftlichen Erholung schnellte der Aktienkurs zuletzt trotz bleibenden Imageschadens nach oben. BP stieg seit Anfang Oktober von 3,60 auf zuletzt 4,60 Britische Pfund und erreicht damit wieder den Stand vom Sommer 2010. Nun überschlagen sich die Analysten wieder mit Kaufempfehlungen: Das nächste Kursziel wird allgemein bei mindestens 5,50 Britischen Pfund gesehen.

    Chevron
    Die 1879 gegründete Chevron Corporation hat ihren Namen von den Streifen, welche die Rangabzeichen US-amerikanischer Unteroffiziere bilden und sich auch im blauroten Logo des Unternehmen wiederfinden. Ähnlich wie Halliburton haftet auch dem kalifornischen Öl- und Gaskonzern ein Nachgeschmack aus der Bush-Ära an. Schließlich war die damalige Außenministerin der USA, Condoleeza Rice, einst in einer leitenden Position bei dem Riesenkonzern tätig.

    Auch schwerwiegende Umweltzerstörungen in den Regenwäldern Ecuadors werden Chevron zur Last gelegt. In Ecuador wurde das Unternehmen im Februar 2011 zu 8,6 Milliarden US-Dollar Schadensersatz verurteilt. Chevron weigert sich jedoch bis heute, die Zahlungen zu leisten.


    Die Dickschiffe der Ölbranche wie Shell, Exxon Mobil und BP liegen wieder voll auf Kurs...

    Die Geschäfte laufen dagegen blendend: Im dritten Quartal 2011 konnte der Gewinn auf 7,8 Milliarden US-Dollar, nach 3,8 Milliarden im Vorjahreszeitraum gesteigert werden. Der Umsatz wuchs um 26 Prozent auf 61,26 Milliarden US-Dollar.

    Auch die Aktie kennt momentan nur eine Richtung: Seit Anfang Oktober stieg das Papier schon von 89,90 auf zuletzt 107,00 US-Dollar. Wir sehen in den kommenden Monaten realistische Chancen für Chevron, auf 125,00 US-Dollar zu steigen.

    Noble Energy
    Der US-Konzern Noble Energy ist trotz weltweiter Aktivitäten ein Leichtgewicht der Branche. Doch beim Gewinnzuwachs sind die Texaner ganz groß: Im dritten Quartal konnten sie ihren Nettogewinn um gut 90 Prozent auf 441 Millionen US-Dollar steigern und erzielten einen Umsatz von 924 Millionen US-Dollar nach 755 Millionen ein Jahr zuvor.

    Die Noble-Aktie stieg im vergangenen Monat von 68,20 auf zuletzt 91,60 US-Dollar. Es ist davon auszugehen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Noble wieder über 100,00 Dollar hinaus steigt.

    Conoco Phillips
    Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern muss der texanische Konzern ConocoPhillips im dritten Quartal 2011 einen Gewinnrückgang verkraften. Daran soll vor allem die Rebellion in Libyen, aber auch Förderausfälle in der Nordsee und Alaska Schuld sein.

    Der Nettogewinn ging auf 2,62 Milliarden US-Dollar zurück, nach 3,06 Milliarden im Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg dagegen von 49,6 Milliarden US-Dollar auf 63,6 Milliarden. Die Quartalsproduktion an Öl war auf 1,54 Millionen Barrel pro Tag gegenüber 1,72 Millionen im Vorjahr gesunken.

    Die Conoco-Aktie war seit Anfang Oktober zunächst von 58,50 auf 73,75 US-Dollar gestiegen, machte in den letzten Tagen jedoch einen deutlichen Knick nach unten und notierte zuletzt bei 70,30 US-Dollar. Auch die Analysten stehen dem Wert noch skeptisch gegenüber und stufen Conoco Phillips derzeit meist mit "halten" ein.

    Repsol YPF
    Der Madrider Konzern Repsol YPF ist Spaniens größter Erdölproduzent. Auch in Argentinien, Algerien und Bolivien besitzt Repsol eine dominierende Marktposition. Zusätzlich zu seinen Förderaktivitäten betreibt das Unternehmen ein eigenes Tankstellennetz.

    Die Aktie des ehemaligen Staatskonzerns stieg seit Anfang Oktober von 18,90 auf zuletzt 22,20 Euro. Die meisten Analysten sehen vorerst noch wenig Spielraum für weitere Anstiege. Auch wir bewerten Repsol vorerst noch vorsichtig neutral und sehen noch Wachstumspotenzial bis 25,00 Euro.

    Petroleo Brasileiro
    Das halbstaatliche Energieunternehmen Petroleo Brasileiro, kurz Petrobras, ist ein gutes Beispiel für die boomende brasilianische Wirtschaft. Im Laufe des letzten Jahrzehnts wuchs das in den 50er Jahren als reiner Staatskonzern gegründete Unternehmen zu einem der größten Ölkonzerne weltweit heran. Seinen Förderprojekten zu Lande und zu Wasser verdankt Brasilien seit 2006 die Unabhängigkeit von Erdölimporten – ein seltenes Glück für ein derart großes Land.

    Auch die Petrobras-Aktie kam mit dem Oktober richtig in Schwung und stieg seit dem 4. des Monats von 21,10 auf zuletzt 27,60 US-Dollar. Auch hier möchten wir eine positiv neutrale Prognose wagen und trauen Petrobras in den kommenden Monaten zumindest den Anstieg auf 30,00 US-Dollar zu. Sehr langfristig ist dem Unternehmen auch zuzutrauen, die ganz großen etablierten Namen der Branche anzugreifen.

    Fazit
    Die Ölbranche ist eine grüne Branche – allerdings nur was die Ampelregel für lohnende Investitionen angeht. In der Realität geht die Förderung von Öl und Gas meist nur mit massiven und schädlichen Eingriffen in die Umwelt einher. Die Welt giert nach dem schwarzen Gold und die Konzerne können im gnadenlosen Wettstreit um die letzten Fördergebiete nicht zimperlich in der Wahl ihrer Mittel sein.
    Die Idee eines "moralisch einwandfreien Börsenhandels" ist in den vergangenen Krisenjahren wieder aktuell geworden und viele Menschen haben Skrupel, trotz vielversprechender Gewinnaussichten Aktien einer als zwielichtig empfundenen Branche zu handeln.


    Action auf der Bohrinsel - Kommt hier der staatliche Kontrolleur eingeflogen?

    Als CFD-Trader können Sie ziemlich entspannt an den Handel herangehen, denn Sie kaufen nicht die physischen Aktien. Tatsächlich spekulieren Sie nur auf die Kursveränderungen des gewählten Wertes und erzielen Ihre Gewinne anhand des abgebildeten Kurses. Mit dem so gewonnenen Geld können Sie dann natürlich auch Branchen unterstützen, die es in Ihren Augen mehr verdienen.

    Und definitiv ist die Öl- und Gasbranche momentan mehr als vielversprechend, sozusagen eine Versammlung von Schwarzgoldeseln. Es ist zu erwarten, dass die aktuellen Produktionsrückstände im kommenden Jahr aufgeholt werden und die Profitabilität noch weiter steigt. Zudem dürfte auch in Libyen, einem der wichtigsten Förderländer der Erde bald wieder Ruhe einkehren, die Chancen stehen zumindest nicht schlecht dafür.

    Weltweit werden immer noch neue Fördergebiete erschlossen, wenn auch teils in schwer zugänglichen Regionen. Je schwerer die Erschließung und Förderung, umso größer die Gewinne für die Ölfelddienstleister die den Löwenanteil dieser Arbeiten tragen.

    Wir haben Ihnen in diesem Artikel zahlreiche interessante CFDs vorgestellt, treffen Sie also Ihre Auswahl. Vergessen Sie aber bitte nie, Ihre Trades per Stoporder abzusichern und ein wachsames Auge auf Ihr Depot zu haben. Dann werden auch für Sie hoffentlich bald die Gewinne sprudeln – wir wünschen es Ihnen!

    Matthias Protzel

     

    Ausblick

      HanseTrader HanseTrader Meta Kursziel Tendenz
    Schlumberger
    SLB (US) USA.SLB 95,00 US-Dollar  
    Transocean (Schweiz)
    RIGN (Sw) - 55,00 Schweizer Franken  
    Transocean (USA)
    RIG (US) - 65,00 US-Dollar  
    Subsea 7
    SUBC (Nor) - 145,00 Norwegische Kronen  
    Statoil
    STL (Nor) - 160,00 Norwegische Kronen  
    Technip
    TEC (Fra) - 85,00 Euro  
    Royal Dutch Shell (UK) A-Shares
    RDSa (UK) LSE.RDSa 28,00 Britische Pfund  
    Royal Dutch Shell (UK) B-Shares
    RDSb (UK) LSE.RDSb 28,00 Britische Pfund  
    Royal Dutch Shell
    RDS (Hol) Ams.RDSa 30,00 Euro  
    Exxon Mobil
    XOM (US) USA.XOM 90,00 US-Dollar  
    BP
    BP (UK) LSE.BP 5,50 Britische Pfund  
    Chevron
    CVX (US) USA.CVX 125,00 US-Dollar  
    Noble Energy
    NBL (US) - 105,00 US-Dollar  
    Conoco Phillips
    COP (US) USA.COP 74,00 US-Dollar  
    Repsol YPF
    REP (Sp) Mad.REP 25,00 Euro  
    Petrobras
    PBR (Brazil) - 30,00 US-Dollar  

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