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Erzfusion erschüttert Bergbaubranche

    Di, 07/02/2012 - 18:30 – M.Protzel

    Die Erde bebt. Nach wochenlangem Brodeln in der Gerüchteküche haben die beiden Schweizer Bergbaukonzerne Glencore und Xstrata jetzt definitiv ihre Fusionsabsichten bestätigt.

    Der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore hielt zuvor bereits 34,4 Prozent an dem kleineren Wettbewerber und will diesen jetzt für 41 Milliarden US-Dollar voll integrieren. Die Übernahmesumme wird komplett in Aktien gezahlt, wobei die Xstrata-Aktionäre im Verhältnis von 2,8 Glencore-Aktien pro Anteilsschein ausgezahlt werden.

    Unter erwarteten Synergieeffekten von bis zu 500 Millionen US-Dollar wird ein Riesenkonzern mit einem Börsenwert um die 90 Milliarden US-Dollar entstehen, welcher sich nicht mehr hinter Rio Tinto oder BHP Billiton verstecken muss. Das neue Unternehmen wird voraussichtlich den Namen Glencore Xstrata International tragen. Besonders im Kupfergeschäft als auch bei Kraftwerkskohle und Zink wäre dieses dann einer der größten Spieler am Markt. Neben dem Minengeschäft wäre der Megakonzern auch im Handel mit Metallen, Öl und sogar Getreide aktiv.


    Echt hardcore: Der neue Mega-Bergbaukonzern könnte die gesamte Branche aufwühlen...

    Neuer Geschäftsführer des vereinigten Konzerns soll der bisherige Xstrata-Chef Mick Davis werden, während der Glencore-Chef Ivan Glasenberg sich mit der Rolle des Stellvertreters begnügt. Beide sollen dem gemeinsamen Aufsichtsrat angehören.

    Natürlich wird das einvernehmliche Geschäft der beiden Bergbauriesen noch eingehend von den Kartellbehörden unter die Lupe genommen. Zusätzlich kündigten Xstrata-Aktionäre bereits Widerstand gegen das aus ihrer Sicht zu niedrige Übernahmeangebot an. So zum Beispiel das Unternehmen Standard Life Investments und das Finanzhaus Schroders, welche allerdings gemeinsam nur auf 3,6 Prozent der Xstrata-Anteile kommen. Diese müssten schon weitere Aktionäre auf ihre Seite ziehen, um eine erfolgreiche Revolte gegen die bereits beschlossene Fusion starten zu können.

    Die Aktien beider Unternehmen machten Anfang Februar zunächst einen Sprung nach oben. Xstrata stieg von 11,17 auf 12,80 Britische Pfund, während Gelncore von 4,30 auf 4,80 Pfund sprang. Seit jedoch die Fusion beschlossene Sache ist und da die Hürden Kartellamt und Aktionäre noch genommen werden mussen, sanken beide Papiere seitdem wieder leicht ab. Xstrata ging auf 12,05 Britische Pfund zurück, Glencore auf 4,45.

    Kurzfristig ist vor allem bei Xstrata mit einer weiteren Steigung zu rechnen, hier könnte es in den kommenden Wochen noch bis auf 15,00 Pfund nach oben gehen. Für Glencore sehen die meisten Analysten kurzfristigen Spielraum bis auf 5,00 Pfund.

    Jede Fusion heizt die Fantasie an der Börse an und dürfte für zusätzliche Volatilität und damit Bewegung in den Werten sorgen. Kurzfristig sind also starke Sprünge möglich, gegen welche Sie sich per Stoporder absichern sollten. Bei gelungener und erlaubter Fusion kann ein Unternehmen entstehen, welches auf lange Sicht sehr stark performt. Denn dann muss im Bergbauolymp ein weiterer Stuhl freigemacht werden, für den "Hardcore"-Konzern aus der Schweiz.

    Matthias Protzel

     

    Ausblick

      HanseTrader HanseTrader Meta Kursziel Tendenz
    Glencore
    GLEN (UK) - 5,00 Britische Pfund  
    Xstrata
    XTA (UK) LSE.XTA 15,00 Britische Pfund  

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