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Groupon korrigiert zum wiederholten Mal Geschäftszahlen

    Di, 03/04/2012 - 12:14 – M.Protzel

    Das US-Unternehmen Groupon hat die Jagd nach Rabatten zum Geschäftsmodell erhoben und war damit bislang äußerst erfolgreich. Jetzt mehren sich allerdings die Zweifel, ob auch alles mit rechten Dingen zugegangen ist und die US-Börsenaufsicht SEC richtet ihr wachsames Auge auf die Chicagoer Schnäppchenjäger.

    Zwar sind noch keine offiziellen Ermittlungen eröffnet, doch hat Groupon mit seiner kurzfristigen Abwärtskorrektur der Zahlen zum vierten Quartal 2011 zumindest den Argwohn der Wettbewerbshüter erregt.

    Der Fantasie der Anbieter auf Groupons Internetseiten sind keine Grenzen gesetzt. Vom T-Bone Steak über Massagekuren bis hin zur Botoxbehandlung finden sich eine Vielzahl von Sparmöglichkeiten, welche als Gutschein auch oft verschenkt werden. Wenn die Gutscheine eingelöst werden, behält Groupon ca. die Hälfte des Wertes als Provision zurück, der Rest geht an den Initiator des jeweiligen Angebots. Allerdings muss den Kunden auch ein Rückgaberecht eingeräumt werden.


    Taschenrechner gefällig? Bei Groupon scheint es Probleme mit der Mathematik zu geben...

    Nun kam es zu einer besonders hohen Rückgabequote in der Zeit nach Weihnachten. Für diesen Fall hatte Groupon offensichtlich nicht genug Rücklagen gebildet. Während Analysten zunächst von einem Quartalsgewinn ausgegangen waren, kam letztendlich ein Verlust von 65,4 Millionen US-Dollar zustande. Groupon hatte zunächst jedoch nur einen Verlust von 42,8 Millionen US-Dollar gemeldet. Der Umsatz musste um 14,3 Millionen US-Dollar nach unten korrigiert werden, fällt mit 506 Millionen US-Dollar aber immer noch um einiges höher aus als der Vorjahreswert von 172 Millionen. Der Gesamtumsatz 2011 verfünffachte sich gegenüber dem Vorjahr auf 1,62 Milliarden US-Dollar.

    Groupon selbst räumte "gravierende Schwächen bei den internen Kontrollen" ein, was die doch recht saftig ausgefallene Korrektur angeht. Das Misstrauen der Anleger und Kontrolleure wurde aber vor allem deshalb geweckt, weil dies schon der zweite Fall von Bilanzkorrektur innerhalb weniger Monate ist. Schon kurz vor seinem Börsengang im November 2011 hatte Groupon in unmittelbarer Folge zweimal die Geschäftszahlen berichtigt.

    Um es noch einmal klarzustellen: Es gibt aktuell keine Ermittlungen gegen Groupon. Dennoch haben die Ereignisse einen faden Beigeschmack. Entsprechend will das Unternehmen gegensteuern und kündigte an, einen zweiten Rechnungsprüfer zu beauftragen und zusätzliches Personal für die Buchhaltung einzustellen.

    Einige Kritiker zweifeln bereits das Geschäftsmodell mit Rabattgutscheinen an. Dem wollen wir uns nicht anschließen. Die Umsätze zumindest sind zuletzt geradezu explodiert.

    Dennoch gilt es, die Sinne für derartige Vorgänge zu schärfen, denn als CFD-Trader können Sie von den kurzfristigen Veränderungen, die solche Nachrichten hervorrufen, profitieren.

    Die Groupon-Aktie verlor nach Bekanntwerden der Neuberechnung gut 17 Prozent und fiel auf 15,27 US-Dollar. Wenn jetzt Ruhe einkehrt und die nächsten Quartalszahlen einerseits gut ausfallen und andererseits nicht mehr korrigiert werden müssen, attestieren wir dem Unternehmen gute Wachstumschancen. Sobald jedoch tatsächlich konkrete Ermittlungen der SEC stattfinden, ist mit einem Absacken des Wertes zu rechnen.

    Matthias Protzel

     

    Ausblick

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    GRPN (US) - 20,00 US-Dollar  

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