You are here: Startseite / Goodbye Solar Skies

Goodbye Solar Skies

    Fr, 04/05/2012 - 13:29 – M.Protzel

    Was sind die deutschen Solar-CFDs noch wert?
    Dunkle Wolken ziehen auf über Deutschlands Solarindustrie. Mit der Insolvenz des einstigen Weltmarktführers Q-Cells ist innerhalb weniger Monate schon der vierte große deutsche Konzern pleitegegangen. Und mit Phoenix Solar steuert bereits das nächste Unternehmen auf den Abgrund zu.

    Verflogen scheint die Hoffnung auf den Aufschwung der Solarbranche nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima. Als sich damals die Bundesregierung ihres zuvor gebrochenen Versprechens erinnerte, aus der Atomkraft auszusteigen, witterte die Branche ein letztes Mal Morgenluft. Als im November 2011 die millionste Solaranlage Deutschlands angeschlossen wurde, waren viele Produzenten schon innerlich verdorrt.


    Dunkle Wolken ziehen über der deutschen Solarindustrie auf...

    Im Zuge der Energiewende gerät die Photovoltaik tatsächlich zusehends ins Hintertreffen. Subventionen wurden und werden gekürzt, während die Windkraft immer mehr zum Darling der Politik avanciert.

    Doch die eigentliche Bedrohung kommt aus dem Reich der Mitte: Chinesische Solarfirmen sind inzwischen größer, schneller und flexibler als die deutsche (übrigens auch als die amerikanische) Konkurrenz. Da die Produktionskosten in China um 30 bis 40 Prozent billiger sind als hierzulande und auch die chinesische Politik nach wie vor kräftig subventioniert, können die chinesischen Solarriesen wie Yingli oder Trina einen enormen Preisdruck auf die Konkurrenz ausüben. Selbst in Qualitätsfragen haben die Chinesen so weit aufgeholt, dass sie sich nicht mehr hinter den deutschen und amerikanischen Konzernen verstecken müssen.

    Einst vielversprechende europäische Märkte wie Spanien oder Griechenland brechen im Zuge der Eurokrise weg, während chinesische Unternehmen schon im eigenen Land noch enorme Wachstumsmöglichkeiten und viel freies Land für Solarparks vorfinden. Für seinen Aufschwung setzt China neben der Atomenergie auch konsequent auf den massiven Ausbau erneuerbarer Energien. Chinesische Solarkonzerne bestreiten bereits fast 50 Prozent aller Umsätze der weltweiten Photovoltaikindustrie.

    Vor diesem Hintergrund erscheint es logisch, wenn der langjährige Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, den deutschen Herstellern dazu rät, ihre Produktion komplett nach Asien zu verlagern. Als positives Beispiel führt Kurth Apple ins Feld, auf deren Produkten bereits seit langem "Designed by Apple in California" prangt, während Industriearbeiter in der chinesischen Provinz Computer und Smartphones zusammenschrauben.

    Vom technischen Aspekt her ist die Fertigung von Solarmodulen sicher nicht komplexer als die Herstellung von Mobiltelefonen. Die ersten deutschen Firmen haben bereits mit der Verlagerung ihrer Produktion begonnen. Dennoch wird damit zu rechnen sein, dass es zu einer großen natürlichen Auslese in der deutschen Solarindustrie kommt und nur wenige Hersteller das Zeug dazu haben, die kommenden düsteren Zeiten zu überstehen.

    Wir wollen uns im Folgenden einen Überblick über die deutschen Solarwerte verschaffen, welche für Sie als CFD handelbar sind und ermitteln, wer die besten Chancen hat, am Ende die Sonne wieder aufgehen zu sehen.

    Solarworld
    Von allen deutschen Solarkonzernen scheint Solarworld zunächst am besten für die Zukunft gerüstet. Neben einem hohen Bekanntheitsgrad hat das Bonner Unternehmen ein solides Fundament zu bieten und hält die gesamte Wertschöpfungskette von der Siliziumgewinnung im Erzgebirge über die Produktion von Wafern, Solarzellen und kompletten Anlagen bis hin zu deren Recycling in den eigenen Händen.

    Doch der Aktienkurs spricht eine andere Sprache. Im April 2012 fiel die Solarworld-Aktie auf ein neues Allzeittief. Seit Mitte Januar ist das Papier bereits von 4,35 auf zuletzt 1,55 Euro abgestürzt. Damit droht jetzt auch den Bonnern der Absturz auf Pennystockniveau.

    Solarworld setzt daher große Hoffnungen in das Auslandsgeschäft. So gehört das Unternehmen zu den Partnern Indiens und wird Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von 10,6 MW für den Aufbau eines neuen Solarparks liefern. Auf dem Areal im indischen Bundesstaat Gujarat soll der größte Solarpark Asiens entstehen. Solarworld-Chef Frank Asbeck hat Indien bereits frühzeitig als einen der wichtigsten Wachstumsmärkte der Branche ausgemacht. Mit seiner enormen jährlichen Sonneneinstrahlung und riesigen freien Flächen schreit der Subkontinent geradezu nach Solartechnologie. Solarworld sieht eine steigende Nachfrage für kommerziell nutzbare und auch für private Dachflächen.


    Flächendeckenden Solarparks gehört die Zukunft, doch nicht alle Firmen können mithalten...

    Solarworld arbeitet also bereits an der Erschließung eines wichtigen Marktes, wo Umsätze generiert werden sollen, welche dem Unternehmen durch die Konsolidierungsphase der Branche hindurchhelfen könnten. Zudem besitzt das Unternehmen schon jetzt auch Fertigungsanlagen außerhalb Deutschlands, nämlich in den USA und in Südkorea.

    Dennoch ist in den kommenden Monaten nicht damit zu rechnen, dass die Aktie sich wieder erholt, alle Hoffnungen gelten einer langfristigen Erholung. Dann könnte es in der zweiten Jahreshälfte wieder nach oben gehen. Momentan bietet sich Solarworld tatsächlich eher für die Eröffnung einer Shortposition an.

    Q-Cells
    Einst war Q-Cells der größte Solarkonzern der Welt, doch jetzt ist das Bitterfelder Unternehmen nur noch ein Pennystock. Zuletzt hatte sich die Aktie im November 2011 wieder auf ein besseres Niveau erhoben, seitdem ging es jedoch von 1,35 auf zuletzt deprimierende 0,13 Euro bergab. Die endgültige Kapitulation fand am 3. April 2012 statt, als nach Scheitern aller Sanierungspläne das Insolvenzverfahren beantragt werden musste.

    Wie soll es mit dem einstigen Vorreiter der deutschen Solarindustrie weitergehen? Vermutlich wird Q-Cells an einen oder mehrere Investoren verkauft werden. Insolvenzverwalter Schorisch nennt als Ziel, möglichst große Zeile des Unternehmens und der rund 2.200 Arbeitsplätze zu sichern. Laut Schorisch gibt es nach wie vor viele Interessenten, die sich für das Know-How von Q-Cells begeistern. Am 1. Juli 2012 wird das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet.

    Immerhin hat Q-Cells die Produktion wieder aufgenommen und produziert aktuell mit halber Auslastung. Schon bald sollen wieder im Vier-Schicht-Betrieb an sieben Tagen Solarmodule gefertigt werden. Große Hoffnung liegt auf dem Privatkundenbereich, wo Q-Cells nach wie vor Wachstumschancen sieht. Sollte das Erneuerbare Energien Gesetz jedoch in Zukunft noch weiter entschärft und die Einspeisevergütung für private Solaranlagen noch mehr gedrückt werden, könnte auch dieser wichtige Markt für alle deutschen Hersteller wegbrechen.

    Momentan ist es uns nicht möglich, Q-Cells für den Handel zu empfehlen, weder in die eine noch in die andere Richtung. Nach unten ist kaum noch Platz und nach oben wird es höchstens gehen, wenn sich ein seriöser Käufer findet, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.

    Bei dem momentanen Ramschkurs bietet sich das Papier höchstens als Übungswert für angehende CFD-Trader an, da dank verschwindend geringer Margin nur bei sehr großen Stückzahlen ernsthafte Verluste drohen.

    Conergy
    Als eines der ersten deutschen Solarunternehmen war die Hamburger Conergy bereits vor einigen Jahren in den Mahlstrom des Bankrotts geraten. Bis heute lastet der Vorwurf, vorsätzlich falsche Informationen über die Finanzlage des Unternehmens herausgegeben zu haben, auf Conergy.

    Allerdings könnte die Branche aus dem Beispiel Conergys auch Hoffnung schöpfen, denn das Unternehmen, welches so lange am Boden lag und um die nackte Existenz kämpfte, schickt sich erstmals wieder an, schwarze Zahlen zu schreiben. Anfang April gab der neue Conergy-Chef Philip Comberg an, dass erstmals seit dem Börsengang 2005 wieder mehr eingenommen als ausgegeben wurde. Ab 2013 soll die Jahresbilanz spätestens wieder Nettogewinne aufweisen.


    Selbst in Deutschland droht der privaten Nutzung von Solaranlagen ein Bedeutungsverlust...

    Zwar gilt Conergy mit insgesamt 841 Millionen Euro Verlust seit 2005 momentan als größter Kapitalvernichter Deutschlands, doch hat das Unternehmen noch ein paar letzte Trümpfe in der Hand. Einer davon ist das solide Auslandsgeschäft der Norddeutschen.

    So wird Conergy in Nordamerika mit seinem Partner Brightergy eine Solaranlage für Fujifilm aufbauen. Diese soll mit ihren 200 Modulen gut 60.000 Kilowattstunden im Jahr produzieren, um Fujifilms Niederlassungen zu betreiben und gleichzeitig 45 Tonnen CO2-Emissionen einsparen. Weitere Aufträge durch Fujifilm sollen folgen.

    Nach wie vor gelten die USA als einer der wichtigsten Wachstumsmärkte für erneuerbare Energien. Wenn sich an den von Präsident Obama formulierten Zielen nichts ändert, sollen bis 2035 gut 80 Prozent des amerikanischen Strombedarfs aus grünen Energiequellen stammen.

    Eine weitere gute Nachricht kommt aus Deutschland: Das Kartellamt erlaubt den Verkauf der Wechselrichter-Tochter Voltwerk Electronics GmbH an die Bosch-Gruppe. Der Deal beinhaltet auch eine langfristige Lieferkooperation, so dass Conergy seinen Kunden auch zukünftig solare Komplettsysteme anbieten kann.

    Die Conergy-Aktie entwickelte sich zuletzt wieder einigermaßen positiv. Das Papier stieg seit Mitte April von 0,35 auf zuletzt 0,50 Euro. Ohne Entwarnung geben zu wollen, sehen wir Conergy momentan als einen der Solarwerte mit kurzfristigen Wachstumschancen. Die Bäume werden jedoch nicht in den Himmel wachsen. Ein weiterer Anstieg bis auf 0,60 Euro könnte jedoch drin sein. Sichern Sie ihre Trades unbedingt per Stoporder ab.

    Phoenix Solar
    Der Sulzermooser Systemtechnikhändler Phoenix Solar steht auf zwei Säulen: Neben dem Vertrieb von Photovoltaik-Komponenten und Systemen im Großhandel richtet das Unternehmen auch schlüsselfertige Solaranlagen für Einzelkunden ein. Dabei bietet Phoenix Solar die gesamte Palette an Dienstleistungen von der Planung über die Realisierung bis zu Wartung im laufenden Betrieb an.

    Die laufenden Einschnitte in der Solarförderung nehmen dem bayrischen Unternehmen jedoch zusehends die Sonne aus den Zellen. Sobald die Einspeisevergütung für Solarkraftwerke komplett gestrichen wird, wird eine der beiden Säulen des Phoenix-Geschäfts wegbrechen.

    Phoenix kann daher von Glück sagen, dass eine Verlängerung des Stillhalteabkommens mit den Gläubigerbanken des 150 Millionen Euro schweren Kredits erreicht werden konnte. Ansonsten hätte womöglich auch dieses Solarunternehmen bereits Konkurs angemeldet. Momentan wird mit Hochdruck an einem neuen mittelfristigen Finanzierungsplan gearbeitet. Einen ersten Restrukturierungsplan hatten die Bayern bereits im Dezember 2011 vorgelegt.

    Die ursprünglich für den 10. Mai 2012 vorgesehene Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal wurde vorerst verschoben. Der neue Termin sollte aufmerksam notiert werden, denn dann wird auf fundamentaler Ebene ein neuer Impuls für die Aktie gesetzt. Es steht zu befürchten, dass es dann mit dem Papier weiter bergab geht.

    Seit Februar 2012 war die Phoenix-Aktie schon von 3,70 auf 0,60 Euro gefallen, konnte sich aber zuletzt wieder leicht bis auf 0,95 Euro steigern. Eine dauerhafte Erholung scheint momentan leider ausgeschlossen. Wir rechnen eher mit einem erneuten Absinken bis auf 0,75 Euro.

    SMA Solar Technology
    Die Kasseler Firma SMA Solar steht nach wie vor an der Spitze der Hersteller von Wechselrichtern, ohne die keine Solaranlage auskommt. Mit ihren rund 6.300 Mitarbeitern gehört sie auch zu den größten Arbeitgebern der deutschen Solarbranche.
     
    Und trotz des schwierigen Marktumfeldes hat SMA 2011 mit einem Umsatz von 1,7 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn von 240,3 Millionen Euro das zweitbeste Jahresergebnis der Unternehmensgeschichte eingefahren. Es soll in diesem Jahr sogar eine Dividende von 1,30 pro Aktie ausgezahlt werden.

    Insgesamt konnte SMA seine Geschäfte in der Waage halten. In Deutschland blieb die Auftragslage stabil, alles in allem ging nur die Anzahl der Neuinstallationen von Solaranlagen auf Hausdächern zurück. SMA kann jedoch mit einer breiten Produktpalette, welche auch elektronische Systeme zur Überwachung und Datenauswertung von Anlagen umfasst, gegenhalten. Die Tochter SMA Railway Technology entwickelt und produziert diese Systeme speziell für den Schienenverkehr.

    Mit der zunehmenden Kürzung der Solarförderung in Deutschland muss SMA sich mehr und mehr auf internationale Großprojekte konzentrieren. Dank seiner Größe und einem Weltmarktanteil von 33 Prozent ist das Unternehmen darauf gut vorbereitet. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz stieg 2011 auf 53,6 Prozent nach 44,9 Prozent im Vorjahr. Noch in diesem Jahr soll der Exportanteil auf rund 80 Prozent gesteigert werden.


    Solarkollektoren an einer Industriefassade...

    SMA Solar konnte deutliches Wachstum in Indien, Südeuropa und Nordamerika verbuchen. Zusätzlich sollen Tochtergesellschaften in Chile und Südafrika gegründet werden. Nur in China bekommt SMA, wie im Grunde alle ausländischen Hersteller, keinen Fuß in die Tür.

    Für 2012 rechnet der Vorstand mit einem moderaten Wachstum bis hin zu einem leichten Schrumpfen des weltweiten Marktes. Das Jahresziel liegt unverändert bei einem Umsatz von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro und einer EBIT-Marge von fünf bis zehn Prozent.
    Nachdem die SMA-Aktie 2012 lange vor sich hin dümpelte, zog das Papier zuletzt wieder an und stieg in den vergangenen Tagen von 30,00 auf zuletzt 32,85 Euro. Anfang Januar 2012 hatte SMA allerdings noch mit 53,75 Euro notiert.

    Wir sehen SMA Solar als einen der deutschen Solarwerte, welche sich auch langfristig gegen die wachsende Konkurrenz aus Fernost behaupten könnten. Noch besitzt weltweit kein zweites Unternehmen die gleiche Kompetenz in Herstellung und Einsatz von Wechselrichtern. SMA ist zudem in fast allen wichtigen Märkten stark vertreten und aktuell dabei, sich die restlichen Wachstumsmärkte zu erschließen. Dennoch sollte bei der Bilanzprognose für 2012 nicht mit einem baldigen Erholen des Kurses auf alte Höhen gerechnet werden. Eine mittelfristige Erholung bis auf 37,50 Euro halten wir für möglich, für ein Abrutschen der Aktie gibt es momentan weder fundamentale noch technische Anhaltspunkte. Sichern Sie Ihre Trades dennoch gut per Stopporder ab.

    Solar Millennium & Solon
    Einst wichtige Unternehmen der deutschen Solarbranche, sind Solon und Solar Millennium jetzt nur noch insolvente Pennystocks. Solar Millennium muss sich zudem nach wie vor mit einer Klage auf 265 Millionen US-Dollar Schadensersatz des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Utz Claassen herumschlagen.

    Solon wurde jüngst von der arabischen Microsol aufgekauft, der vermutete Preis von 3,7Millionen Euro geht jedoch komplett an die Gläubiger des mit 400 Millionen Euro verschuldeten Unternehmens und nicht an die Aktionäre. Zudem wird nur das Werk in Berlin mit ca. 450 Arbeitsplätzen, sowie Forschung und das Markenrecht übernommen.

    Die Solon-Aktie notierte zuletzt noch mit 0,08 Euro. Ein furchtbarer Absturz für das Unternehmen, welches vor wenigen Jahren noch über eine Milliarde Euro wert war.

    Die Zukunft von Solar Millennium ist dagegen noch ungeklärt. Auch diesen Wert können wir Ihnen nicht zum Handel empfehlen. Mit einem Stand von 0,05 Euro bietet die illiquide Aktie nicht einmal mehr Raum für aussichtsreiche Shortpositionen. Es sei denn, Sie shorten im ganz großen Stil.

    Centrotherm Photovoltaics
    Als Anlagenbauer und Zulieferer für die Solar- und Halbleiterindustrie gehört Centrotherm Photovoltaics zu den wichtigsten Unternehmen der Branche. Im Gegensatz zu den meisten Solarunternehmen ist Centrotherm nicht erst in der Startup-Ära der 90er Jahre entstanden, sondern wurde bereits 1976 in Blaubeuren als Centrotherm Elektrische Anlagen GmbH & Co. KG gegründet.

    Heute besteht das Geschäft Centrotherms aus drei Sparten: Silizium und Wafer, Solarzellen und Dünnschichttechnologie sowie dem Bereich Service- und Vertriebsgesellschaften. Letztere verfügt auch über Vertretungen in den USA und Taiwan. Ohnehin ist auch bei Centrotherm der Entschluss gefasst worden, Teile der Produktion nach Asien zu verlagern und Personal abzubauen, um die Kosten zu senken. 2011 hatte das Unternehmen gut 20 Millionen Euro Verlust gemacht.


    Statt "grünem Solarstrom" aus Deutschland bald "roter Strom" aus China?

    Im Halbleiterbereich geht Centrotherm jetzt eine Partnerschaft seiner Tochter Centrotherm Thermal Solutions mit der US-amerikanischen Sematech ein. Sematech ist ein Non-Profit Forschungs- und Entwicklungskonsortium. Gemeinsam sollen neue Niedertemperaturprozesse für leistungsfähigere Logik- und Speicherbauelemente entwickelt werden.

    Centrotherm gilt nicht zuletzt wegen seiner breiten Aufstellung mit Geschäftsmodellen auch jenseits der Solarenergie unter Analysten weiterhin als aussichtsreich. Zuletzt hatte die Commerzbank eine Kaufempfehlung ausgesprochen und damit neuen Schwung in die Aktie gebracht. Inzwischen schloss sich auch die Citigroup der Bewertung an.
     
    In den vergangenen Tagen stieg das Papier wieder von 6,85 auf zuletzt 7,35 Euro. Das neue Kursziel liegt bei 12,00 Euro. Wir halten zumindest einen Anstieg bis zum nächsten größeren Widerstand bei 11,00 Euro für möglich. Sichern Sie auch diese Trades gut per Stoporder ab, denn jede weitere Negativmeldung über die Solarbranche könnte auch bei Centrotherm zu Kursrücksetzern führen.

    Fazit
    Für viele Unternehmen der deutschen Solarbranche gehen langsam die Lichter aus. Doch es gibt auch Lichtblicke wie SMA Solar oder Centrotherm. Langfristig wird es sich zwar kaum verhindern lassen, dass die fernöstliche Konkurrenz die meisten westlichen Marktteilnehmer verdrängt, wenn die Politik nicht mit einer erneuten Anhebung der Subventionen gegensteuert. Doch gehen wir davon aus, dass auch ganz ohne staatliche Unterstützung einige Konzerne Mittel und Wege finden werden, um sich langfristig zu behaupten. Dann wird es zwar nur noch wenige konkurrenzfähige deutsche Solarkonzerne geben, diese dürften dafür umso fester im Sattel sitzen.

    Nach wie vor sind die deutschen Unternehmen aufgrund der sprichwörtlichen deutschen Gründlichkeit und technischer Kompetenz gefragte Partner bei Großprojekten in aller Welt. Leider droht dafür gerade im selbsterklärten Ökoland Nummer Eins ein Niedergang der privaten Solarenergiegewinnung und vor allem der Verlust vieler Arbeitsplätze. Das langfristige Überleben scheint nur durch eine Produktionsverlagerung nach Asien möglich.

    Vor allem bei den Unternehmen, welche jetzt noch in der Schwebe hängen und von uns als neutral bewertet wurden, gilt es genau die zukünftige Entwicklung zu beobachten. Denn wenn es diesen Firmen nicht gelingt, ihre Geschäftszahlen zu stabilisieren, werden sie schon bald zu Kandidaten für Leerverkäufe werden.


    Immerhin gibt es auch einige echte Lichtblicke unter den deutschen Solarkonzernen...

    Die gesamte Branche befindet sich im Umbruch und es ist kaum möglich, zuverlässige Schätzungen über das laufende Geschäftsjahr hinaus zu treffen. Beachten Sie daher, dass der Solarmarkt im CFD-Handel zwar immer noch viele Chancen bietet, aber auch mit ernstzunehmenden Risiken einhergeht. Sichern Sie daher alle Ihre Positionen gut per Stoporder ab und setzen Sie nur Geld zum Traden ein, welches Sie nicht für dringende Anschaffungen oder den täglichen Lebensunterhalt benötigen.

    Wenn einige Unternehmen die kommenden ein, zwei schweren Jahre überstehen, könnte irgendwann auch über der deutschen Solarindustrie wieder die Sonne aufgehen. Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass Deutschland auch in Zukunft einen wichtigen Anteil an dieser Entwicklung haben wird, welche uns eines Tages eine weltweite Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen oder dem maximalen Risiko atomarer Super-GAUs schenken könnte.

    Matthias Protzel

     

    Ausblick

      HanseTrader HanseTrader Meta Kursziel Tendenz
    Solarworld
    SWVG (Ger) Xtr.SWVG 1,20 Euro  
    Q-Cells
    QCE (Ger) Xtr.QCEG 0,10 Euro  
    Conergy
    CGY (Ger) - 0,60 Euro  
    Phoenix Solar
    PS4 (Ger) - 0,75 Euro  
    SMA Solar Technology
    SMA (Ger) Xtr.S92G 37,50 Euro  
    Solon
    SOL (Ger) - 0,05 Euro  
    Solar Millennium
    SOLM (Ger) - 0,05 Euro  
    Centrotherm Photovoltaics
    CET (Ger) Xtr.CTNG 11,00 Euro  

    Aktuelle Monatsausgabe

    CFD-Profi werden!

    Werden Sie Mitglied


    Als registrierter Benutzer haben Sie Zugriff auf den Videobereich und können eigene Kommentare verfassen. Melden Sie sich einfach an: >> Registrieren

    Werden Sie Mitglied


    Als registrierter Benutzer haben Sie Zugriff auf den Videobereich und können eigene Kommentare verfassen. Melden Sie sich einfach an: >> Registrieren

    Termine

    Kommentare

    Schlagwortwolke