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Politische Hilflosigkeit gegenüber Peugeot

    Mo, 16/07/2012 - 13:55 – M.Protzel

    Der Streit um den geplanten massiven Stellenabbau beim französischen Autohersteller Peugeot wird zur ersten schweren Prüfung des neuen französischen Präsidenten Francois Hollande. Für den Sozialisten mit seinem Kernprogramm von mehr sozialer Gerechtigkeit und einer gerechteren Verteilung des Reichtums in der Gesellschaft ist die Streichung von 8.000 Stellen "inakzeptabel".

    Hollande, der auch außenpolitisch gern auf Konfrontationskurs zur deutschen Kanzlerin Merkel geht, kann die Pläne Peugeots nur als mögliche Schwächung seiner innenpolitischen Position verstehen. Keinem Präsidenten kann es recht sein, bereits so kurz nach der Wahl vor seinen Wählern auf den harten Boden der wirtschaftlichen Realität zurückgeholt zu werden.

    Nachdem Peugeot bereits im vergangenen Jahr über 6.000 Mitarbeiter entlassen hat, forderte Hollande jetzt eine Neuverhandlung des Sanierungsplanes des Unternehmens. Zwar kündigte der Präsident an, dass die Regierung nicht tatenlos zuschauen werde, doch blieb er konkrete Vorschläge bislang schuldig.


    Peugeot im Blick, die politische Machtposition im Sinn: Doch wie will Hollande konkret helfen?

    Eine Abwrackprämie würde vermutlich ähnlich wie damals in Deutschland vor allem die Konkurrenz aus dem Ausland begünstigen. Und seitens der EU wurde noch vor wenigen Wochen jeglicher Hoffnung auf finanzielle Hilfen für Autobauer eine Absage erteilt.

    PSA Peugeot Citroen helfen markige Worte aus der Politik momentan kaum weiter. Im ersten Halbjahr 2012 ist der globale Absatz um 13 Prozent eingebrochen. Die Nachbarn von Renault büßten dagegen nur 3,3 Prozent ein. Die deutsche Konkurrenz in Gestalt von Volkswagen eilt mit einer zehnprozentigen Umsatzsteigerung sogar davon.

    Peugeot-Chef Varin musste vor Kurzem bekennen, dass die eigenen Werke nur noch zu 76 Prozent ausgelastet seien. Ein profitables Arbeiten in der heutigen Marktsituation wäre aber nur ab einer Auslastung von 80 Prozent möglich. Dementsprechend zahle Peugeot schon seit geraumer Zeit pro Monat gut 200 Millionen Euro drauf.

    Die Stellenstreichungen sowie die Schließung des Werkes Aulnay bei Paris werden also nicht ausbleiben, viele Kritiker hätten diese schon vor Monaten verlangt. Daran wird auch die Angst vor Streiks und Protesten (welche in Frankreich unausweichlich stattfinden werden) und dem Zorn der Politik nichts mehr ändern können. Solange aus Paris nur heiße Lust zum Nationalfeiertag kommt, lässt sich Peugeot kurzfristig nicht anders retten.

    Die PSA-Aktie taumelt schon seit Monaten unter starker Volatilität abwärts. Seit Mai 2012 fiel das Papier von 9,35 auf zuletzt 6,40 Euro.

    In Analystenkreisen wird derzeit empfohlen, die Aktie zu halten und abzuwarten. Als CFD-Trader sind Sie etwas flexibler und könnten profitieren wenn die kurzfristigen Maßnahmen dem Wert wieder etwas Luft verschaffen. Stellt sich die Politik jedoch einer Sanierung in den Weg, ohne geeignete Alternativen aufzuzeigen, dürfte sich Peugeot kurzfristig für Shortpositionen anbieten. Eine deutliche Erholung der Aktie halten wir unter den momentanen Bedingungen für ausgeschlossen.

    Matthias Protzel

     

    Ausblick

      HanseTrader HanseTrader Meta Kursziel Tendenz
    PSA Peugeot Citroen
    UG (Fra) - 7,00 Euro  

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