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ThyssenKrupp hält sich über Wasser

    Fr, 10/08/2012 - 10:50 – M.Protzel

    Nicht immer trägt die mit großen Hoffnungen betriebene Expansion ins Ausland Früchte. Dies bekommt auch der deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp seit einer ganzen Weile deutlich zu spüren. Die neuen Stahlwerke in Brasilien und den USA erweisen sich als Mühlsteine, welche drohen den Mutterkonzern unter Wasser zu ziehen. Doch trotz dieser schädlichen Treibanker entwickelte ThyssenKrupp zuletzt genug Auftrieb, um nicht unterzugehen und sogar die Analystenerwartungen zu schlagen.

    Um Kosten zu sparen, läuft die Stahlproduktion bereits seit Monaten mit angezogener Handbremse. Ein Teil der Angestellten befindet sich in Kurzarbeit. Das jüngste Auslandsgeschäft, welches schon über zwölf Milliarden Euro verschlang, soll möglichst bald reduziert und abgestoßen werden. So konnte mit dem Verkauf der US-Eisengießerei in Waupaca bereits der Schuldenstand von 6,5 auf 5,8 Milliarden Euro gesenkt werden. Vermutlich wird langfristig sogar das komplette Stahlgeschäft in Brasilien und den USA aufgegeben.


    Noch ist ThyssenKrupp nicht untergegangen...

    Auch das europäische Stahlgeschäft gerät durch einen rückläufigen Auftragseingang unter Druck, schreibt jedoch noch schwarze Zahlen. Immerhin hielt sich das Industriegütergeschäft zuletzt stabil.

    Die Gesamtbilanz ist ernüchternd: Das Ebit des Unternehmens brach im dritten Quartal um 80 Prozent auf 122 Millionen Euro ein. Der Umsatz sank um sieben Prozent auf 10,71 Milliarden Euro. Allerdings konnte der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahresquartal um 16 Prozent auf 238 Millionen Euro gesteigert werden, was sich auf den Werksverkauf in den USA zurückführen lässt.

    In Analystenkreisen waren Erlöse von 10,66 Milliarden und ein Ebit von 78,9 Millionen Euro erwartet worden. Dass diese negativen Aussichten nun deutlich geschlagen wurden, verschafft ThyssenKrupp Luft zum Atmen.

    Auch die Aktie, welche sich seit Anfang Juli ohnehin überraschend positiv entwickelt hatte, legte nochmals zu. Sie stieg zuletzt von 15,50 auf 16,45 Euro. Vor zwei Monaten hatte ThyssenKrupp noch bei 11,50 Euro notiert. Die Anleger scheinen den Wert also noch nicht abgeschrieben zu haben, was ein gutes Zeichen in diesen schweren Zeiten ist. Der Vorstand hält auch weiterhin an seiner Jahresprognose eines bereinigten Ebit im mittleren dreistelligen Millionenbereichs fest.

    Wir betrachten den großen Stahlkonzern mit Sorge, sehen aber gute Longchancen für die kommenden Monate. Die Aktie könnte sehr wohl noch auf 20,00 Euro steigen. Langfristig wird jedoch entscheidend sein, dass ThyssenKrupp seine defizitären Werke in Übersee losschlagen kann. Desweiteren muss die Schuldenkrise in Südeuropa im Auge behalten werden, welche vor allem auf das Aufzugsgeschäft Druck ausüben könnte. Wenn Sie den ThyssenKrupp-CFD handeln, behalten Sie die fundamentalen Meldungen im Auge und vergessen Sie nicht, sich per Stoporder abzusichern.

    Matthias Protzel

     

    Ausblick

      HanseTrader HanseTrader Meta Kursziel Tendenz
    ThyssenKrupp
    TKA (Ger) Xtr.TKAG 20,00 Euro  

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