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Droht Nokia die Übernahme?

    Mi, 10/10/2012 - 16:00 – M.Protzel

    Nokia, das ehemalige Vorzeigeunternehmen der finnischen Wirtschaft hat beileibe schon bessere Zeiten gesehen. In den Anfangszeiten des Mobiltelefonbooms reifte Nokia zum unangefochtenen Weltmarktführer. Doch dann wurden die Telefone immer moderner, kleiner und vielfältiger. Spätestens mit der Einführung hochauflösender, bunter Displays und immer neuer Funktionen zeigte sich, dass die Finnen den Geist der neuen Zeiten nicht erkannten.

    Inzwischen sind Handys nicht mehr primär Telefon, sondern Mini-Multimediageräte mit angeschlossener Fernsprechvorrichtung. Bei den dafür notwendigen Betriebssystemen, vergleichbar mit denen auf klassischen Desktop-Computern, kam Nokia ins Straucheln und konnte bis heute keine konkurrenzfähige Lösung vorlegen. Als Apple dann vor wenigen Jahren mit seinem iPhone vormachte, wie Smartphones sich ihren Namen wirklich verdienen, war der Knockout für den Konzern aus dem hohen Norden Europas schon fast abzusehen. Auch das inzwischen per Partnerschaft eingeführte Microsoft-Mobilfunkbetriebssystem Windows 8 kann sich nicht mit den Android- und Apple-Geräten messen.

    Vermutlich ist dies auch ein Grund dafür, dass Nokia-Legende und Smartphone-Stratege Ilari Nurmi nach 15 Jahren im Unternehmen jüngst das Handtuch warf und seinen Abschied erklärte. Und dies nur wenige Wochen vor Abschuss der letzten Patrone Nokias, dem neuen Smartphonemodell Lumia, welches mit oben erwähntem Windows 8 ausgestattet sein wird. Nurmi hatte das Gerät noch selbst in New York der Öffentlichkeit präsentiert. Sein unerwarteter Abschied wirft jetzt jedoch ein fahles Licht auf den offiziellen Verkaufsstart des Lumia.

    Rettung tut Not, denn das Geld reicht nicht mehr lange aus. Im zweiten Quartal 2012 hatte Nokia einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro erlitten. Dass die Aktie dennoch nicht längst zum Pennystock verkommen ist, sondern sich zuletzt sogar wieder leicht erholen konnte, ist wohl vor allem einem verlockenden Gerücht zu verdanken, welches der US-amerikanische Blogger Tristan Louis in die Welt gesetzt hat. Nokia könnte übernommen werden, und zwar durch niemand geringeres als Börsendarling Apple.

    Der Patenthunger der Stilikone aus dem Silicon Valley ist legendär und Gegenstand permanenter juristischer Auseinandersetzungen mit dem Erzrivalen Samsung. Momentan geht es dabei auch um Patente für den Mobilfunkstandard LTE. Und da Nokia über etliche LTE-Patente mit noch bis zu 13-jähriger Laufzeit und auch weiterführendes Know-How verfügt, wäre das finnische Unternehmen im Grunde tatsächlich ein attraktives Übernahmeziel für Apple. Insgesamt soll Nokia über rund 36.000 Telekommunikationspatente verfügen, davon allein 16.000 in den USA.

    Der Smartphonemarkt der Zukunft wird noch stärker als jetzt schon von Patentkriegen dominiert werden. Sich für mehr als ein Jahrzehnt zukunftsweisende Patente zu sichern, würde einen Wettbewerbsvorteil für eine gefühlte Ewigkeit in dem schnelllebigen Markt mit sich bringen.

    Noch ein Punkt: Nokias neues Gerät Lumia soll über einen sehr starken Mappen- und Navigationsservice verfügen. Nachdem Apple gerade erst ein furchtbares Fiasko mit seinem eigenen Landkartenservice erlebt hat, gäbe es hier Know-How zu holen, welches den Kaliforniern offensichtlich noch fehlt.

    Es gibt derzeit keinerlei Stellungnahmen seitens Apples oder Nokias zu einer möglichen Übernahme. Es handelt sich hierbei um reine Spekulationen, welche jedoch von einem Kenner der Szene angestellt wurden und deren Logik nicht von der Hand zu weisen ist. Wir haben es also mit einer klassischen Situation fundamentaler Vorahnung an der Börse zu tun und müssen uns in diesem Moment die Frage stellen: Ist an den Gerüchten etwas dran?

    Denn wenn aus Analysen und Spekulation erst Wirklichkeit geworden ist, mag der Zeitpunkt für die größten Profite bereits verpasst sein. Oder wie der berühmte "Bildzeitungs-Indikator" aussagt: Sobald diese Nachrichten in den Massenmedien breitgetreten werden, ist der Boom an seinem Höhepunkt angekommen und es geht wieder abwärts.

    Als CFD-Trader bietet sich Ihnen eine einzigartige Chance, denn Sie können kurzfristig von Kursbewegungen in beide möglichen Richtungen profitieren, ohne die Aktie selbst erwerben zu müssen. Zudem können (und sollten) Sie Ihre Trades per Stoporder absichern, um mögliche Verluste zu begrenzen.

    Nachdem die Nokia-Aktie in diesem Jahr schon unter 1,50 Euro gefallen war, konnte sie sich zwischenzeitlich wieder auf 2,70 Euro erholen, woraufhin sie jedoch durch Gewinnmitnahmen nervöser Anleger wieder auf zuletzt 2,04 Euro absackte. Seitdem befindet sich das Papier in einer Seitwärtsbewegung, als würde es auf neue Impulse warten. Wir setzen optimistisch darauf, dass bald die noch jungen Übernahmegerüchte bald weitere Kreise ziehen werden und es für Nokia zumindest kurzzeitig bis auf 2,80 Euro nach oben gehen kann. Zögern Sie in dem Fall nicht, Ihre Gewinne einzustreichen, denn bei allem momentanen Optimismus gegenüber der Aktie scheint es doch so, als würde sich die Ära Nokia langsam dem Ende zuneigen.

    Matthias Protzel

     

    Original Blogeintrag von Tristan Louis

    Ausblick

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    Nokia
    NOK1V Hel.NOK1V 2,80 Euro  

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