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E.ON kehrt Ungarn den Rücken...

    Mo, 03/12/2012 - 16:53 – M.Protzel

    Der weltgrößte Energieversorger E.ON reagiert auf die Kosten der Energiewende in Deutschland und will sich mit dem Verkauf von Auslandsbeteiligungen den Raum für Neuinvestitionen schaffen. Ganz konkret steht der Verkauf des ungarischen Gasgeschäfts an den ungarischen Staatskonzern MVM bevor. So soll bereits eine diesbezügliche Absichtserklärung von E.ON-Chef Teyssen und Ministerpräsident Orban unterzeichnet worden sein. Bis Mitte Januar 2013 wäre demnach die Übernahme abzuschließen.

    Über einen konkreten Preis wurde noch nichts bekannt. Vermutlich liegt dieser zwischen den kolportierten Forderungen E.ONs (1,2 Milliarden Euro) und dem angeblichen Angebot von MVM (800 Millionen Euro).
    Es ist bekannt, dass die ungarische Regierung mehr Einfluss und Kontrolle über den Energiemarkt und ganz besonders die Gasimporte ausüben will. In den vergangenen Jahren war es schon zu mehreren Verstaatlichungen in der Branche gekommen. Dazu sorgte die Regierung unter Orban mit ihren Eingriffen in die Freiheit der Presse für Befremden in der EU. Es ist durchaus denkbar, dass E.ON die Gelegenheit für einen Verkauf auch deshalb wahrnimmt, um einer möglichen zukünftigen Enteignung zu entgehen.


    Das Parlament zieht es vor, sich selbst zu erleuchten - Ungarns Energie wird wieder staatlich...

    Weitaus schwerer dürfte jedoch die schwierige wirtschaftliche Situation Ungarns wiegen, was die Verantwortlichen E.ONs in ihrer Absicht bestätigt haben dürfte, sich nach attraktiveren Märkten umzusehen. Und mit der wirtschaftlich aufstrebenden und geostrategisch bedeutend positionierten Türkei scheint auch schon ein neuer Markt gefunden. So soll noch in der ersten Dezemberwoche 2012 der Einstieg in den türkischen Energieversorger Enerjisa auf den Weg gebracht werden. Dabei kommen die Deutschen auf Umwegen an ihr Ziel: Der Deal wird über den Kauf des 50-prozentigen Anteils des österreichischen Versorgers Verbund an Energija realisiert. Dabei wird angeblich ein Betrag von etwa einer Milliarde Euro fällig. Energija besitzt mehrere Gas- und Wasserkraftwerke mit einer Kapazität von insgesamt 1.650 Megawatt.

    Die Türkei ist ein wirtschaftlich stark wachsendes Land und wird in den kommenden Jahren auch einen rapide steigenden Energiebedarf an den Tag legen. Jetzt scheint de rbeste Zeitpunkt zu sein, noch frühzeitig einen Fuss in die Tür zu bekommen. Vor einigen Jahren hatte E.ON bereits erste Gehversuche am Bosporus unternommen, seine Beteiligungen jedoch später an den Konkurrenten RWE verkauft. Inzwischen scheinen die Düsseldorfer ihre Hausaufgaben gemacht zu haben und es ist zu erwarten, dass der zweite Türkei-Aufenthalt von Dauer sein soll.

    Die E.ON-Aktie könnte ein bischen Aufwind gut vertragen, seitdem sie Mitte November von 16,50 auf 14,00 Euro abgesackt war. Seitdem bewegte sich das Papier zwischen 13,50 und 14,00 Euro seitwärts. Zuletzt notierte E.ON bei 13,90 Euro. Wir rechnen damit, dass E.ON vorerst ohne größere Volatilität weiterlaufen wird und sich langfristig der Kurs wieder etwas verbessert. Das Kursziel setzen wir daher auf 15,00 Euro. Dennoch sollten Sie Ihre Trades per Stoporder absichern, um auf der sicheren Seite zu sein.

    Matthias Protzel

     

    Ausblick

      HanseTrader HanseTrader Meta Kursziel Tendenz
    E.ON
    EOA (Ger) Xtr.EONGn 15,00 Euro  

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