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Neuer Kapitalismus: USA, das Land der begrenzten Möglichkeiten?

    Fr, 27/03/2009 - 12:16 – S.Grönwoldt

    Die Amtszeit von Obama & Co hat mit hohen Herausforderungen und großen Erwartungen der Wähler begonnen. Das Lager der politischen Gegner scheint hingegen in diesen Tagen recht entspannt auf die Vorschläge aus Washington zu warten. Wahrscheinlich wissen sie, dass die Probleme hausgemacht und die notwendigen Reformen des kapitalistischen Systems immense Aufgaben sind, die sie gern der neuen Regierung überlassen.

    Der aktuelle US-Finanzminister Timothy Geithner hat derweil die Planung einer umfassenden Aufsicht über die gesamte Finanzbranche angekündigt: Hedgefonds, Versicherer, Investmentfirmen und Derivate-Händler können in absehbarer Zukunft "keine bescheidenen Ausbesserungen am Rande, sondern neue Spielregeln" erwarten, prophezeite Geithner in dieser Woche vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses.


    Weht bald ein neuer Wind an der Wall Street?

    Der Begriff „Spielregeln“ ist in diesem Zusammenhang recht treffend: Allein beim Derivatehandel sind rund 98 Prozent aller Geschäfte reine Wetten. Der geschätzte Umsatz wächst seit vielen Jahren massiv und übersteigt mittlerweile sogar den Umsatz der Devisenmärkte. Doch es wäre zu einfach, den gesamten Derivatehandel als reine Zockerwelt zu disqualifizieren und ihm jegliche wirtschaftliche Produktivität abzusprechen. Auch Absicherungs- und Spekulationsgeschäfte gehören fest zum kapitalistischen System, auf dem unsere Weltwirtschaft heute basiert.

    Wie das System besser kontrolliert werden soll, wurde von Obamas Finanzminister bisher nur ansatzweise erklärt, und zunächst beginnt auch in den USA der Reformeifer mit Schmähreden auf die Vergangenheit und ohne konkrete Adressaten: "Marktdisziplin hat es nicht geschafft, den gefährlichen Grad an Risikobereitschaft im Finanzsystem einzudämmen", sagte Geithner diese Woche. Doch an wen genau richtet sich diese Ermahnung? Fraglich bleibt auch, woher Geithner die Ressourcen nehmen will, um den riesigen Finanzmarkt der USA umfassend und kompetent zu regulieren. Die besten Aufsichtsbeamten wären die Hedgefonds-Manager von gestern. Doch deren Gehälter kann der Staat wohl kaum zahlen…

    Sven Grönwoldt

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