You are here: Startseite / Gold schießt in den Himmel!

Gold schießt in den Himmel!

    Mi, 07/10/2009 - 11:19 – M.Pickert

    Der Goldpreis explodiert! Mit den heutigen Kursen markiert das Edelmetall ein neues Alltime-High, welches aktuell bei 1047,82 USD per Feinunze liegt. Es ist zu vermuten, dass in den nächsten Minuten, Stunden oder Tagen weitere Höchststände verzeichnet werden können.

    Die Aufwärtsbewegung des Aurums wurde in der letzten Zeit von vielen Seiten (unter anderem auch von uns) angekündigt. Hierfür gibt es diverse Gründe, aber neben dem charttechnischen positiven Bild, welches wir im Anschluss näher betrachten wollen, wurde seit Beginn der Finanzkrise immer wieder darauf hingewiesen, dass Gold der klassische sichere Hafen ist, wenn es an den Aktienmärkten hagelt.

    Neben dieser eher allgemeinen Betrachtungsweise gibt es aber eine zweite Argumentation, welche ein wenig spezifischer ist als die „Safe-Heaven“-Theorie: Dabei handelt sich um das sogenannten Dow-Gold-Ratio, welches erstellt wird, indem der aktuelle Kurs des Dow Jones Industrials durch den aktuellen Kurs der Feinunze geteilt wird. Somit erhält man eine Ratio mit der Aussage, wie viele Goldunzen aktuell nötig sind, um den Aktienindex „kaufen“ zu können. Soweit, so gut…

    Spannend wird es, wenn wir uns diese Ratio auf historischer Basis anschauen. Nach den drei großen Krisen des vergangenen Jahrhunderts (Weltwirtschaftskrise, 1. und 2. Ölkrise) ist die Ratio immer in einen Bereich zwischen eins und drei gesunken, wobei dies teilweise mit einer erheblichen zeitlichen Verzögerung und einer nicht unerheblichen Volatilität geschah. Wie wir alle in den letzten Monaten immer wieder gelernt haben, wird die Subprimekrise in ihrem Ausmaß mit der Weltwirtschaftskrise und der darauf folgenden großen Depression verglichen. Somit vermuten die Beobachter der Ratio, dass diese im Verlauf der nächsten Zeit wieder das „Krisenniveau“ zwischen eins und drei erreichen wird. Aktuell notiert das Dow-Gold-Ratio im Bereich von 9,3 wobei seit Beginn der Krise ein Abwärtstrend deutlich zu erkennen ist.

    Natürlich kann die Ratio aufgrund verschiedener Faktoren sinken, denkbar ist ein seitlicher Dow bei steigendem Goldpreis, ein fallender Dow bei einer seitlichen Bewegung des Goldes sowie ein steigender Goldpreis und ein fallender Aktienindex. Die letzte Möglichkeit ist wohl die wahrscheinlichste, denn der Aktienmarkt und das Edelmetall gelten als „negativ korrelierend“, was bedeutet, dass sie sich meist entgegengesetzt bewegen. Übrigens kann man diese Ratio auch über CFDs handeln, indem wertgleiche, entgegengesetzte Positionen in beiden Instrumenten eröffnet werden (z.B. Longposition im Gold und Shortposition im Dow, um auf eine fallende Ratio zu spekulieren). Dies sollte aber nur mit relativ großen Konten und kleinem Hebel umgesetzt werden, da die Ratio – genau wie die beiden „Bestandteile“ – sich durchaus volatil verhält.

    Kommen wir nun zu der klassischen Charttechnik: Zunächst betrachten wir einen längeren Zeitraum und verwenden dafür einen Kerzenchart auf Wochenbasis. Das Gold befindet sich langfristig in einem primären Aufwärtstrend, die Trendunterstützung liegt aktuell im Bereich von 770,00 USD. Ausgehend von diesem primären Trend hat sich seit September 2008 ein sekundärer Aufwärtstrend gebildet, welcher der aktuellen Bewegung des Goldpreises Unterstützung bietet. Sollte dieses Niveau einem möglichen Angriff der Bären nicht standhalten können, so wartet eine weitere Aufwärtstrendlinie knapp oberhalb von 950,00 USD, um den Preis zu stabilisieren. Somit können wir feststellen, dass mittelfristig das Trendkonzept durchaus als bullish gewertet werden kann, wobei natürlich – wie immer – mit Kurskorrekturen, welche auch zu einem Aufwärtstrend gehören und zum Einstieg genutzt werden können, gerechnet werden muss.

    Da wir aktuell ein neues Alltime-High gebildet haben und die Kursbildung aktuell nicht innerhalb eines Trendkanals stattfindet, ist es schwierig, Widerstandsmarken bzw. Zielzonen zu bestimmen. Um dieses Problem zu lösen greifen wir auf die sogenannten Pivot-Punkte zurück, welche ihren Ursprung auf dem Trading-Floor der US-Börsen haben. Die Grundüberlegung dieser Methode ist, dass die Preisbildung des vorherigen Handelstages Einfluss auf die aktuelle Handelsaktivität hat. Somit werden aus dem High-, Low- und Closekurs der letzten Sitzung Unterstützungs- und Widerstandsmarken für den aktuellen Tag errechnet, wobei diese Berechnung dann immer wieder für einen neuen Tag wiederholt werden muss. Für den heutigen Handelstag können wir so bestimmen, dass wir im Bereich von 1051,88 USD mit dem erstem Widerstand der Bären rechnen können.

    Der aktuelle Handel findet außerhalb des oberen Bollinger Bands statt, was bei einer starken Trendbewegung nicht ungewöhnlich für einen kurzen Zeitraum ist. Die Bänder hatten sich im Vorfeld stark verengt und kündigten somit einen volatilen Ausbruch an. Der DMI ist nach wie vor in der Hand der Bullen (grün über rot), der ADX-Wert (schwarz gestrichelt) hat sich gefangen und notiert aktuell seitlich im Trendbereich von 30 Zählern. Die Stochastik läuft bullish nach oben, wobei die schwarze Prozent-D-Linie den überkauften Bereich noch nicht erreicht hat. Einzig der Money-Flow-Index trübt das Bild geringfügig ein, da er die Aufwärtsbewegung der letzten Tage nicht bestätigen möchte.

    Neben den bereits auf Wochenbasis beschriebenen Trendlinien erhält das Edelmetall durch technische Unterstützungen weiteren Rückhalt. Diese liegen bei 1024,00, 1006,00, sowie 989,00 Dollar. Wir bleiben nach wie vor optimistisch für das Gold und nutzen eventuelle Korrekturen, um unsere Position auszubauen.

    M.Pickert
     

    Tagged: ,

    Aktuelle Monatsausgabe

    CFD-Profi werden!

    Werden Sie Mitglied


    Als registrierter Benutzer haben Sie Zugriff auf den Videobereich und können eigene Kommentare verfassen. Melden Sie sich einfach an: >> Registrieren

    Werden Sie Mitglied


    Als registrierter Benutzer haben Sie Zugriff auf den Videobereich und können eigene Kommentare verfassen. Melden Sie sich einfach an: >> Registrieren

    Termine

    Kommentare

    Schlagwortwolke