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Katar platziert ein Viertel seiner VW-Vorzugsaktien

    Mi, 11/11/2009 - 11:32 – S.Grönwoldt

    Die Zusammenführung der beiden Autobauer Volkswagen (CFD-Kürzel: VOW) und Porsche (CFD-Kürzel: POR) bleibt nach wie vor kompliziert: Bis zur Finanzkrise war es noch der Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, der mit seiner übereifrigen Übernahmevision für Unmut bei den großen Anteilseignern Piëch & Co sorgte. Doch die Rechnung Wiedekings ging nicht auf, und die abstrusen Optionsgeschäfte seines Finanzchefs Holger Härter führten lediglich zu vorübergehenden Kurskapriolen der VW-Aktie. Für eine tatsächliche Übernahme des großen Bruders in Wolfsburg fehlten den Porsche-Managern jedoch letztlich die nötigen Mittel.

    2009 wendete sich das Blatt: Volkswagen wurde zum Aspiranten einer Übernahme des Sportwagenbauers. Doch auch für die Wolfsburger ist die Zusammenführung keineswegs ein Kinderspiel: Die Finanzierung soll zu großen Teilen durch eine Kapitalerhöhung realisiert werden. Für die geplante Ausgabe von 135 Millionen neuen Vorzugsaktien braucht das Management allerdings noch die Genehmigung seiner Aktionäre auf der kommenden Hauptversammlung im Dezember 2009.


    Die Geschäfte des Großinvestors Katar erschweren die Pläne von VW

    Ob die bisher geplanten Maßnahmen den Bedarf an frischem Geld bei Volkswagen in Zukunft decken werden, wird von Analysten und Investoren zunehmend bezweifelt. Erschwerend kommt seit dieser Woche hinzu, dass das Emirat Katar einen Großteil seiner im Rahmen des Einstiegs bei Porsche erworbenen VW-Vorzugsaktien veräußert. Während die VW-Stammaktien seit Jahresbeginn stark an Wert verloren haben, ist der Kurs der VW-Vorzugsaktien im gleichen Zeitraum um knappp 90 Prozent gestiegen. Der Großinvestor hat diese Situation nun genutzt und ein Viertel seiner Vorzugsaktien platziert. Dies bewirkte am Dienstag einen entsprechenden Kurseinbruch sowohl der Vorzugs- als auch der Stammaktien. Bei niedrigen Aktienkursen muss Volkswagen nun voraussichtlich mehr Papiere im Rahmen seiner Kapitalerhöhung am Markt anbieten. Und dies würde abermals den Kurs der VW-Aktie belasten.

    Nutznießer dieser Entwicklung könnte letztlich der Investor aus Katar sein: Das Emirat hält zwar auch bereits 10 Prozent der VW-Stammaktien und dürfte somit langfristig einen Kursverfall kaum begrüßen; mittelfristig wollen die Investoren aus dem Morgenland jedoch ihren Antiel an Stammaktien auf 17 Prozent ausbauen. Zu einem geeigneten Zeitpunkt dürften diese VW-Anteilsscheine also für einen Einstieg wieder attraktiv werden.

    Das Jonglieren mit Aktien und Optionen geht bei Volkswagen und Porsche offensichtlich unvermindert weiter. Der einzige Unterschied: Ein neuer Spielpartner sitzt am Tisch. Und genau das hatte Ferdinand Piëch befürchtet, als der Großinvestor aus Katar im Frühjahr dieses Jahres auf der Bühne erschien.

    Sven Grönwoldt

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